Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


VERWALTUNG PRÜFT MÖGLICHKEITEN

Aus dem Ortszentrum von Bruckmühl soll ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich werden

Irgendwann wird es wieder erlaubt sein, im Freien beisammen zu sitzen. Damit im Bruckmühler Ortskern Verweilen, Einkaufen, Radfahren und Autofahren besser miteinander vereinbar ist, prüft die Verwaltung jetzt, ob das Zentrum in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgewandelt werden kann.
+
Irgendwann wird es wieder erlaubt sein, im Freien beisammen zu sitzen. Damit im Bruckmühler Ortskern Verweilen, Einkaufen, Radfahren und Autofahren besser miteinander vereinbar ist, prüft die Verwaltung jetzt, ob das Zentrum in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgewandelt werden kann.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
    schließen

Das Ortszentrum von Bruckmühl soll in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgewandelt werden. Der Marktgemeinderat stimmte dem Vorhaben mit 22:3 Stimmen zu. Die Verwaltung prüft nun im Gespräch mit Anliegern, wie das Vorhaben konkret umgesetzt werden kann.

Bruckmühl– Wie kann das Miteinander aller Verkehrsteilnehmer im Bruckmühler Zentrum so gestaltet werden, dass attraktivere Aufenthaltsbereiche entstehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Verwaltung der Marktgemeinde, um im Rahmen der Städtebauförderung und auf Grundlage des Verkehrskonzeptes den Ort weiter zu entwickeln.

Die grundsätzliche Frage, ob der Marktgemeinderat eine Ausdehnung der verkehrsberuhigten Zonen im Zentrum von Bruckmühl wünscht, bejahte dieser in seiner Februar-Sitzung mit 22:3 Stimmen.

Für eine höhere Aufenthaltsqualität

Konkret soll ein „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ entstehen. Dabei handle es sich um eine Variante der Geschwindigkeitsbeschränkung, erläuterte Michael Koller vom Ordnungsamt.

Im Zentrum von Bruckmühl könnte künftig ein Geschwindigkeitsbeschränkung gelten.

Vorgesehen ist bislang ein Bereich von der Albert-Schweitzer-Straße am Abzweig zur Rathausstraße bis zur Bahnhofstraße sowie von der Kirchdorfer und Müller-zu-Bruck-Straße bis zur Sonnenwiechser Straße am Abzweig Georg-Dorrer-Straße.

Bauliche Umgestaltungen der Straßen seien dafür nach Informationen von Michael Koller nicht erforderlich: Fahrbahn, Gehwege und Parkplätze könnten wie bisher durch Bordsteine, aber auch durch Linien oder Markierungsknopfreihen voneinander abgegrenzt werden.

Lesen Sie auch: Nach Biontech-Impfung: 74-Jähriger stirbt in Auto auf Parkplatz von Impfzentrum

In einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen von 30 Kilometern pro Stunde. Es können aber auch geringere Geschwindigkeiten angeordnet werden.

Die Variante des „verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches“ wurde vorgeschlagen, da sie sich für schmale Straßen und innerörtliche Bereiche mit hohem Fußgängeraufkommen, Aufenthalts- und Einkaufsfunktionen eignet, gleichzeitig aber auch die Erreichbarkeit von Geschäften und Restaurants mit dem Kfz noch ermöglicht. Zudem wird eine Lärmentlastung der Anwohner erreicht.

„Die Zustimmung des Marktgemeinderates ist die Voraussetzung dafür, dass Gespräche mit Händlern, Gastronomen, Grundstücksbesitzern und Schulen aufgenommen werden können“, betonte Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW).

Arbeitskreis Ortsentwicklung einbinden

Klaus Christoph (CSU/PW) plädierte dafür, den Arbeitskreis Ortsentwicklung in die Planungen einzubeziehen, aber erst einmal das neue Bürger- und Kulturhaus fertigzustellen. Indes könne die Verwaltung prüfen, was möglich wäre.

Für Robert Niedermeier (SPD/PU) geht es zu weit, das gesamte Zentrum von Bruckmühl in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umzuwandeln. „Wir sind keine Großstadt und haben bereits eine praktikable Lösung für die Verkehrsströme.“

Josef Staudt (SPD/PU) äußerte seine Bedenken, dass das gesamte Zentrum plötzlich auf die Vorfahrtsregel „rechts vor links“ umgekrempelt werden solle. Doch ohne „rechts vor links“ gebe es keinen verkehrberuhigten Bereich, erklärte Koller.

Das könnte Sie auch interessieren: In Bruckmühl und Tuntenhausen sind ausreichend Schnelltests für den Start vorrätig

Als gutes Signal für die Bevölkerung wertete Wolfgang Huber (Grüne) diesen ersten Schritt für die Ortsentwicklung: „Wir sind für eine Verkehrsberuhigung in der Ortsmitte“, betonte er. Auch Stefan Mager (Grüne) begrüßte die Initiative der Verwaltung: „Das ist ein Projekt für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Wir müssen Gas geben und sollten der Verwaltung den Auftrag erteilen, die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches zu prüfen.“

Neues Verkehrskonzept geplant

Hubert Maier (CSU/PW) erinnerte daran, dass die Marktgemeinde für diesen definierten Innenbereich eine städtebauliche Entwicklung plane. Dazu gehöre auch ein neues innerstädtisches Verkehrskonzept. Deshalb mache es Sinn, mögliche Lösungen zu diskutieren.

Der Marktgemeinderat beauftragte die Verwaltung mit 22:3 Stimmen damit, die Möglichkeit der Einrichtung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches zu prüfen und die Ergebnisse dem Marktgemeinderat zur Entscheidung vorzulegen.

Verkehrsbelastung im Ortszentrum

Das Zentrum von Bruckmühl soll mehr Treffpunkte bekommen. Doch wo ist Platz für die „gute Stube“ des Ortes? In einem Verkehrskonzept haben Planer Vorschläge gemacht, wo Aufenthaltsbereich geschaffen werden könnten. Potenzial gebe es demnach vor dem neuen Bürgerhaus, der Pizzeria und dem Rathaus. Doch hier ist auch der innerörtliche Verkehr nicht unerheblich.

So ergab eine Verkehrszählung, dass am nördlichen Ortsrand eine Belastung von 7600 Fahrzeugen pro Tag besteht. Südlich des Gymnasiums sind es 7100 Kfz/Tag und südlich des Fachmarktzentrums 7700 Kfz/Tag. Im Ortszentrum sind die Kirchdorfer Straße mit 5000 Kfz/Tag und die Müller-zu-Bruck-Straße mit 6800 Kfz/Tag belastet. Die Belastung der Bahnhofstraße beträgt am Bahnübergang 7800 Kfz/Tag und auf der Mangfallbrücke 7600 Kfz/Tag – im Bereich des Bahnhofsvorplatzes sind es 2500 Kfz/Tag.

Auch interessant: Bruckmühler fragen sich: Wohin nur mit der guten Stube?

Die Sonnenwiechser Straße weist in der Ortsmitte 6000 Kfz/Tag westlich und 5600 Kfz/Tag östlich der Einmündung Rathausstraße auf. Die Belastung der Rathausstraße beträgt am Rathausplatz 1400 Kfz/Tag und im Bereich Albert-Schweitzer-Straße 500 Kfz/Tag. Die Albert-Schweitzer-Straße ist an der Einmündung in die Kirchdorfer Straße mit 800 Kfz/Tag belastet, im Krankenhausweg sind es 300 Kfz/Tag.

Andreas Bergmann von der Planungsgesellschaft Stadt-Land-Verkehr GmbH entwarf ein Verkehrskonzept für Bruckmühl. Darin macht er auch klar, dass eine Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf andere Strecken erforderlich sei, um den Ortskern zu beruhigen. Entlastet werden müsse vor allem die Sonnenwiechser Straße.

Mehr zum Thema

Kommentare