GEMEINDE TUNTENHAUSEN SICHERT IHRE PLANUNGSHOHEIT

Aufstellung eines Bebauungsplanes für Hohenthann beschlossen – Ortsbild soll gewahrt werden

Der ehemalige Gasthof zum Bräu in Hohenthann steht schon lange leer.
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Der ehemalige Gasthof zum Bräu in Hohenthann steht schon lange leer.
  • Kathrin Gerlach
    vonKathrin Gerlach
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Das einstige Gasthaus zum Bräu in Hohenthann steht schon seit vielen Jahren leer. Inzwischen ist es zu einem Schandfleck verkommen. Das soll sich nun ändern. Ein Bauunternehmer aus dem benachbarten Baiern will dem Gebäudekomplex neues Leben einhauchen und ihn in ein Mehrfamilienhaus verwandeln.

Tuntenhausen – Das Projekt wurde dem Tuntenhausener Gemeinderat zwar noch nicht vorgestellt, dafür aber ein Bebauungsplan für die Hohenthanner „Mitte-West“. Zur Verwunderung vieler Räte, doch am Ende mit einer Mehrheit von 17:4 Stimmen.

Bei Gestaltung der Ortsmitte mitreden

Worum geht es: Die Gemeinde Tuntenhausen wünscht sich für die Hohenthanner Ortsmitte eine geregelte städtebauliche Entwicklung. In diesem Bereich befinden sich viele große Gebäude wie alte Hofstellen und die ehemalige Gastwirtschaft. Mit der ersten Entwurfsplanung für die Umgestaltung des Gasthofes wurde der Gemeinde nun die Dringlichkeit bewusst, sich ihr Mitspracherecht bei der innerörtlichen Entwicklung zu sichern.

Möglich wird das durch einen einfachen Bebauungsplan, mit dem Tuntenhausen die Planungshoheit erhält. Ohne diesen könne die Gemeinde von der Baugenehmigungsbehörde des Landratsamtes überstimmt werden, erläuterte Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG). Es wäre nicht das erste Mal, dass der Gemeinderat einem Bauvorhaben sein gemeindliches Einvernehmen verweigert, es dann aber vom Landratsamt genehmigt werde. Das soll in Hohenthann nicht passieren.

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Auf die Bitte von Martin Lurz (WG Hohenthann) zeigte die Verwaltung den Gemeinderäten die erste Entwurfsplanung für den Umbau des Gasthofes. Entstehen soll hier ein mehrstöckiges Wohngebäude mit Balkonen und Dachgauben. Aus Sicht der Verwaltung zu hoch für die Hohenthanner Ortsmitte. Ein Neubau dürfe nicht höher als das bestehende Gebäude sein und müsse sich in die Umgebung einfügen.

Franz Reil (CSU/FWG) betonte, dass das Projekt für alle Seiten – Bauwerber und Nachbarn – erträglich sein müsse und fragte nach dem zweiten Entwurf. Der sei in der Verwaltung eingegangen, aber noch nicht abschließend begutachtet worden, informierte der Bürgermeister. Christian Birmoser (ULT) begrüßte das Bauvorhaben, da hier an einer bereits versiegelten Fläche Wohnungen entstünden und betonte: „Wir sollten es dem Bauwerber ermöglichen, hier zu bauen, zumal er aus der Region ist.“ Josef Friesinger (PF Schönau) hinterfragte die Notwendigkeit eines B-Planes, denn: „Der zweite Entwurf sieht doch gut aus.“

Das großräumige Gelände soll künftig Wohnraum bieten. .

Fragen, Empörung und doch Mehrheit

Bürgermeister Weigl betonte, dass es in erster Linie um die Planungshoheit der Gemeinde für das Ortsbild von Hohenthann gehe. Die Aufstellung eines einfachen Bebauungsplanes dauere etwa ein Jahr. Dass dadurch die Bautätigkeit am Gasthaus verzögert werde, glaubt die Verwaltung nicht, denn wenn man sich über die Gestaltung einig werde, könne der Gemeinderat dem Vorhaben seine Zustimmung erteilen.

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Theresia Englhart (Frauenliste) war empört über die Vorgehensweise. „Man muss mit den Leuten reden, die dort leben, bevor man einen B-Plan aufstellt“, kritisierte sie. Die Verwaltung erläuterte, dass ein Bebauungsplan gerade im Interesse der Bewohner von Hohenthann sei, denn mit ihm werde garantiert, dass sich künftige Bauvorhaben ins Ortsbild einfügten und der Charakter von Hohenthann erhalten bleibe.

Letztlich wurde die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 78 für „Hohenthann Mitte-West“ mit einer Mehrheit von 17:4 Stimmen beschlossen. Die Verwaltung gibt nun die Entwurfsplanung in Auftrag.

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