Auf der Einbahnstraße zum Apfelsaft – Auch in Corona-Zeiten wird in Vagen Obst gepresst

Mit guter Laune in Aktion: Markus Schnitzenbaumer, Klaus Anderl und Helmut Gottinger (von links) in den Räumen der Vagener Obstpresse.
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Mit guter Laune in Aktion: Markus Schnitzenbaumer, Klaus Anderl und Helmut Gottinger (von links) in den Räumen der Vagener Obstpresse.

Frisch gepresster Saft aus Obst von heimischen Streuobstwiesen wird derzeit im Boschnhaus in Vagen erzeugt. Die Anlage des Obst- und Gartenbauvereins läuft im Hochbetrieb. Zwar mussten sich die Bürger schon immer anmelden, unter Corona-Bedingungen aber gelten nun noch strengere Regeln.

Von Jeannette Wolf

Feldkirchen-Westerham – Ein paar Leute warten in ihren Autos schon vor dem Vagener Boschnhaus. Sie wollen zur Obstpresse des Obst- und Gartenbauvereins Vagen-Mittenkirchen, pünktlich zum vorgegebenen Termin ihre Äpfel und Birnen pressen lassen. In den Räumen der Obstpresse im Vagener Boschnhaus herrschen in diesen Tagen strenge Abstands- und Hygieneregeln.

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Das ehrenamtliche Team – allen voran Klaus Anderl vom Obst- und Gartenbauverein Vagen-Mittenkirchen – musste coronabedingt einige Änderungen in der Planung vornehmen. So gilt im Abfüllraum eine Einbahnstraßenregelung für die Besucher und natürlich Maskenpflicht. Von den acht ehrenamtlichen Helfern arbeiten jeweils nur zwei in einer Schicht. Heute sind Helmut Gottinger und Markus Schnitzenbaumer zum Pasteurisieren und Verpacken der Saftbehälter gekommen.

Wo aus privatem Obst leckerer Saft wird

„Wir schauen darauf, dass die Abstände auf dem Parkplatz und hier im Abfüllraum eingehalten werden. Es ist noch nicht so viel los, die Ernte scheint heuer nicht so ergiebig zu sein, da es während der Blütezeit Frost gab“, erklärt Anderl. Im Großen und Ganzen gebe es an der Obstpresse keine Wartezeiten. „Aber wenn der nächste Sturm das Obst von den Bäumen weht, dann geht es hier richtig rund“, schmunzelt er.

500 Liter Saft pro Stunde

Seit Anfang August werden Äpfel und Birnen zu naturbelassenem Saft verarbeitet. „Wir können pro Stunde 500 Liter Saft pasteurisieren, aus 50 Kilogramm Obst werden so etwa 30 Liter Saft“, erzählt der Obstpresse-Obmann. Neu im Corona-Jahr ist, dass die privaten Lieferanten das Obst selbst in die Einfüllkammer geben müssen, um so den Kontakt mit dem Abfüllpersonal zu vermeiden.

Sogar Münchner kommen nach Vagen

„Aus allen Teilen der Region – sogar aus München – kommen die Leute zu unserer Obstpresse. Und jedes Jahr sind auch neue Abnehmer dabei“, freut sich Anderl. So ist auch Familie Wolff bereits zum zweiten Mal aus der Nähe von Aying angereist: Eine Nachbarin hatte ihnen die Vagener Obstpresse empfohlen. „Wenn das Obst von guter Qualität ist und keine fauligen Früchte darunter sind, dann schmeckt man das eben auch im Saft. Die späteren Apfelsorten sind immer die Besseren zum Pressen“, weiß Anderl aus Erfahrung.

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Der Trester – der Pressrückstand – wird an die Bauern für das Milchvieh oder die Jäger für die Wildtiere zur Verfütterung gegeben. Bis in den Oktober hinein verarbeiten die Vagener Obst aus heimischen Gärten zu köstlichem, haltbarem Saft. Der Erlös fließt in den Verein und kommt so auch dem Boschnhaus zugute. Termine können bei den Organisatoren von Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr unter Telefon 0 80 62/80 95 72 vereinbart werden.

Die Lieferanten schütten ihr Obst in die Einfüllkammer. Aus sicherem Abstand achtet Helmut Gottinger (links) darauf, dass es klappt.

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