Bei Bad Aibling mit Drogen im Auto erwischt und Strafe nicht akzeptiert: 26-Jähriger vor Gericht

Auf der A8 bei Wasserwiesen war der 26-Jährige von der Polizei kontrolliert worden. Dabei stellten die Einsatzkräfte eine geringe Menge Drogen sicher.
+
Auf der A8 bei Wasserwiesen war der 26-Jährige von der Polizei kontrolliert worden. Dabei stellten die Einsatzkräfte eine geringe Menge Drogen sicher.
  • vonTheo Auer
    schließen

Weil er die Strafe für ein Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz nicht akzeptieren wollte, musste sich jetzt ein Mann (26) aus Schleswig-Holstein in Rosenheim vor Gericht verantworten.

Bad Aibling/Rosenheim – Der Angeklagte war Ende 2019 bei Wasserwiesen von Polizeibeamten kontrolliert worden, die eine geringe Menge Drogen bei dem Mann entdeckten. Der 26-jährige Immobilienmakler aus Norddeutschland war zum Jahresende 2019 mit seiner Freundin nach Salzburg unterwegs, um dort Silvester zu feiern. Am Irschenberg wurde er jedoch von Schleierfahndern einer Kontrolle unterzogen.

Geringe Menge an Drogen sofort übergeben

In diesem Fall hätten sich der Fahrer und seine Beifahrerin zwar ordnungsgemäß ausgewiesen, jedoch gleichzeitig eingestanden, dass sie eine geringe Menge an Drogen mit sich führten und diese sofort an die Beamten übergeben. Nach kurzer Durchsuchung durften die beiden dann ihre Fahrt fortsetzen.

Ein wenig anders klang die Beschreibung des Angeklagten, der gegen den damals ergangenen Strafbefehl Widerspruch eingelegt hatte, jetzt vor dem Amtsgericht Rosenheim.. Damals sei nicht er, sondern seine Freundin gefahren. Außerdem hätte die geringe Menge an Cannabis – es handelte sich um 0,3 Gramm und einen fertig gedrehten Joint – nicht ihm, sondern seiner Freundin gehört.

Lesen Sie auch: Handynachrichten überführen Dealer

Bad Aibling: Ein bundesweit führender Ort der Hoffnung für Suchtkranke: die Fachklinik Alpenland

Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Eckhard Köhn aus Kiel, versuchte, die Aussagen des Beamten infrage zu stellen. Der aber konnte glaubhaft darlegen, dass in solchen Fällen immer der Führerschein des Fahrers kontrolliert würde. Alles andere hätte ja keinen Sinn. Auch habe der Angeklagte ihm selbst die Drogen ausgehändigt und mit keinem Wort davon gesprochen, dass diese der Beifahrerin gehören. Ansonsten wäre diese auch sehr viel intensiver befragt und untersucht worden.

Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt

Vor Gericht kam auf, dass der Angeklagte im August des vergangenen Jahres ebenfalls anlässlich einer Autokontrolle bei Schweinfurt mit einer geringen Menge von Cannabis ertappt worden war. Damals war die Sache wegen Geringfügigkeit eingestellt worden. Nur deshalb sei diesmal mit einem Strafbefehl gegen ihn vorgegangen worden.

Die Vorsitzende Richterin Julia Haager erklärte, mit einer folgenlosen Einstellung sei es in diesem Wiederholungsfalle nicht getan. Jedoch könne es wegen der geringen Menge dieses Mal mit einer Einstellung gegen ein angemessenes Bußgeld sein Bewenden haben.

Das könnte Sie auch interessieren: Corona-Fallzahlen für die Region Rosenheim, Mühldorf, Chiemgau + Bayern und Deutschland

Nach kurzer Beratung führte der Verteidiger an, ob es nicht angebracht sei, die damalige Beifahrerin als Entlastungszeugin zu hören. Dies könne doch durchaus zu einem Freispruch führen. Die Richterin hielt dagegen, dass sie dann natürlich auch den zweiten Kontrollbeamten laden müsse. Es sei dann eben ein Fortsetzungstermin von Nöten. Wenn die Verteidigung den zusätzlichen Kosten-, Zeit-, und Anreiseaufwand riskieren wolle, so sei das ihre Entscheidung.

Angeklagter umgeht Vorstrafe

Sie bot – mit Zustimmung der Staatsanwältin – nochmals an, gegen ein Bußgeld von 500 Euro die Einstellung des Verfahrens zu verfügen. Der Angeklagte und die Verteidigung mögen sich überlegen, ob sie nochmals aus Schleswig-Holstein nach Rosenheim bei solch unsicherem Ausgang anreisen wollen. Schließlich akzeptierte der Angeklagte das Bußgeld. Zudem muss er die entstandenen Kosten tragen. Dafür hat er sich jedoch den Eintrag einer Vorstrafe erspart.

Kommentare