Auch in Zukunft schuldenfrei – Tuntenhausen verfügt über Haushalt von 20,7 Millionen Euro

Letzte Amtshandlung des „alten“ Rates: Der Haushaltsplan der Gemeinde Tuntenhausen und der Investionsplan für 2019 bis 2023 wurden verabschiedet. Gerlach

Die Zustimmung zum Haushaltsplan der Gemeinde Tuntenhausen war eine der letzten Amtshandlungen des „alten“ Tuntenhausener Gemeinderates. Kämmerer Andreas Marx stellte einen ausgeglichenen Haushalt vor, der auch durch Mindereinnahmen von einer Million Euro nicht ins Wanken kommt.

Von Kathrin Gerlach

Tuntenhausen –Der Gesamthaushalt umfasst 20,195 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 14,37 Millionen Euro und liegt damit um 420 000 Euro über dem Vorjahresansatz. Auf der Einnahmenseite wurden sinkende Umsatz- und Grunderwerbssteuern sowie Einkommenssteuerbeteiligungen eingeplant.

Steuereinnahmen sinken durch Corona

„Wann und in welcher tatsächlichen Höhe die Gemeinde mit diesen Steuerminderungen tatsächlich konfrontiert wird, ist derzeit nicht absehbar“, erläuterte der Kämmerer.

Ausgeglichen werden die Mindereinnahmen von circa einer Million Euro durch gestiegene Schlüsselzuweisungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Das sind circa 900 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr. „Das liegt daran, dass diese Zuweisungen aufgrund der Steuerkraft der Gemeinde im 2018 berechnet werden, einem Jahr mit einem schlechten Gewerbesteuerergebnis“, erläuterte Marx.

Größter Posten bei den Ausgaben des Verwaltungshaushaltes ist die Kreisumlage mit 3,245 Millionen Euro. Die Personalkosten liegen bei etwa 2,9 Millionen Euro – das entspricht etwa 20 Prozent des gesamten Verwaltungshaushaltes.

Die vorab im Gemeinderat diskutierte Großraumzulage von etwa 200 000 Euro pro Jahr wurde aufgrund der Coronakrise im Einvernehmen mit allen Beschäftigten der Gemeinde zurückgestellt.

Zwei Millionen Euro schlagen für die Betriebskostenförderung der Kindereinrichtungen zu Buche, die allerdings mit staatlichen Zuweisungen von 1,05 Millionen Euro gestützt wird.

Die Schülerbeförderung kostet die Gemeinde Tuntenhausen pro Jahr 245 000 Euro – dafür erhält sie Zuweisungen in Höhe von 153 000 Euro.

Für den Unterhalt der gemeindlichen Straßen wurden aktuell 256 200 Euro eingestellt.

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Für Schulen sind im Verwaltungshaushalt 553 700 Euro eingeplant. Davon werden unter anderem neue Fenster, Sonnenschutz, Umkleiden und Sanitärräume in der Turnhalle der Fritz-Schäffer-Schule in Ostermünchen finanziert.

Mit einer Gebührenberechnung für Kanalbenutzung und Abwasserbeseitigung veranschaulichte der Kämmerer, ob die erhobenen Gebühren die Kosten decken. Sein Fazit: „Mit der zum 1. November 2018 beschlossenen Erhöhung der Verbrauchsgebühr auf 1,85 Euro pro Kubikmeter und den seit 2010 geltenden Grundgebühren sollte bis auf Weiteres eine Kostendeckung möglich sein.“ Auch die Wasserversorgung werde „in etwa kostendeckend“ betrieben.

Der Verwaltungshaushalt der Gemeinde ist stabil. Die Zuführungen an den Vermögenshaushalt sind laut Marx „durchaus erfreulich“. 2019 waren es 1,562 Millionen Euro, bis 2023 werden es weitere 5,4 Millionen Euro sein. Der Kassenstand – also die Differenz aus Zuführungen und Entnahmen aus der Rücklage – betrug zum 31. Dezember 1,3 Millionen Euro. Für Girobestände über 500 000 Euro muss die Gemeinde ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent entrichten.

Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 5,825 Millionen Euro. Der Gesamtbetrag der in diesem Jahr geplanten Investitionen liegt bei 5,67 Millionen Euro. Diese können ohne Kreditaufnahme finanziert werden. Dazu trägt unter anderem die diesjährige Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt in Höhe von 1,962 Millionen Euro bei. Aus der Rücklage können 1,86 Millionen Euro entnommen werden. Hinzu kommen auch Zuschüsse in Höhe von 1,239 Millionen Euro, Erlöse aus Grundstücksverkäufen in Höhe von 300 000 Euro.

Erdarbeiten fürs Kinderhaus beginnen

Die größte Investition in diesem Jahr ist das Kinderhaus in Tuntenhausen mit 1,5 Millionen Euro, für das am Montag der erste Spatenstich erfolgen wird.

Für das Einheimischenprogramm erwirbt die Gemeinde Grundstücke für 500 000 Euro. Weitere Grundstückskäufe im Wert von 1,1 Millionen Euro sind eingeplant. Das neue Hilfeleistungs- und Löschfahrzeug für die Feuerwehr Ostermünchen steht mit 430 000 Euro im Plan, ebenso die Instandhaltung der Abwasseranlagen mit 905 000 Euro.

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