Wertstoffe entsorgen

Auch im zweiten Lockdown wird ordentlich ausgeräumt - zumindest in Bruckmühl

Wie am Fließband entsorgen die Bruckmühler auf dem Wertstoffhof ihren Müll. Dafür haben sie 15 Minuten Zeit.
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Wie am Fließband entsorgen die Bruckmühler auf dem Wertstoffhof ihren Müll. Dafür haben sie 15 Minuten Zeit.
  • vonJohann Baumann
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Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Wertstoffhöfe aus. „Viele Leute sind in diesen Zeiten daheim, räumen aus, und das macht sich bei uns natürlich bemerkbar“, erklärt Hans Haager vom Bruckmühler Werkstoffhof-Team. Doch welche Regeln gelten?

Bruckmühl – Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Wertstoffhöfe aus. „Viele Leute sind in diesen Zeiten daheim, räumen aus, und das macht sich bei uns natürlich bemerkbar“, erklärt Hans Haager vom Bruckmühler Werkstoffhof-Team. Autoschlangen, die sich vor der Zufahrtsschranke bis zurück in die Sonnenwiechser Straße stauten, seien keine Seltenheit.

Entsorgt wird im 15-Minuten-Takt

Maximal zehn Fahrzeuge gleichzeitig dürfen im Abgabebereich auf dem Gelände ihre „Müll-Mitbringsel“ entsorgen – bei einer erlauben Aufenthaltszeit von 15 Minuten. Für die einzelnen Müllarten stehen Container beziehungweise Behälter bereit – mit Kennzeichnungen wie „Elektroschrott“, „saubere PE-Folien“, „Altmetall“ oder „Kunststoffflaschen“. Der Container für Bauschutt ist mit dem zusätzlichen Hinweis „Beim Personal anmelden“ versehen.

Die Orientierung für die Bürger ist einfach. So kam eine Bürgerin mit einem defekten Schwibbogen (Lichterbogen) vorbei, den sie mit den Worten „Dees is a Glump“ in der „Elektro-Abteilung“ entsorgte. Zwei große Plastiksäcke mit Styroporelementen lud Christian Zingerle aus. „Während des Lockdowns habe ich mein Mangfall-Fitness-Studio in Westerham mit mehreren neuen Geräten ausgestattet und das sind die Verpackungsteile“, erklärte er.

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Das freundliche Wertstoffhof-Team weist die „Lieferanten“ auf die jeweils richtige „Endlagerstätte“ hin und hat dabei die Augen offen. So wird bei der Anlieferung von Farben und Lacken streng darauf geachtet, dass dabei keine Säuren, Laugen und Beizmittel „untergejubelt“ werden. „Diese Abfallstoffe sind dem Umweltmobil des Landkreises vorbehalten, dass dreimal pro Jahr zu uns kommt“, schildert Hans Haager. Er berichtet auch von besonders prekären „Sondermüll“: „Vor einiger Zeit hat jemand unbemerkt hinter einem Container einen Eimer abgestellt, in dem wir dann scharfe Munition fanden.“ Für die endgültige Entsorgung war in diesem Fall die Polizei zuständig.

Das gesamte angelieferte „Müllgut“ wird regelmäßig vom Landkreis abgeholt und der weiteren Verwertung – unter anderem in der Müllverbrennung zugeführt. Zur Volumen-Minimierung werden auf der Anlage für Sperrmüll und für Mischkunststoff zwei Pressen eingesetzt.

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Im Bruckmühler Wertstoffhof sind derzeit drei Mitarbeiter eingesetzt. „Für das Personal bezahlt uns der Landkreis eine Kostenpauschale, die sich nach der Einwohnerzahl richtet“, erläutert Walter Führmann, in der Marktgemeinde unter anderem für den Bauhof einschließlich Wertstoffhof zuständig.

Verlängerte Öffnungszeiten

Er schildert auch die Gründe für die seit dem Jahreswechsel geltenden erweiterten Öffnungszeiten. „Die Verlängerung der täglichen Öffnungszeit bis 18 Uhr erleichtert besonders Berufstätigen, den Wertstoffhof aufzusuchen“, betont er und ergänzt: „Dies gilt in gleichem Maße auch für die Tatsache, dass wir jetzt an jedem Samstag von 9 Uhr bis 12 Uhr geöffnet haben und nicht wie bisher nur an jedem zweiten Samstag.“

Zusammen mit den geänderten Öffnungszeiten wurde ferner nochmals bekanntgegeben, dass der Personalausweis mitzuführen ist. „Rechtlich haben wir die Möglichkeit, nur Bürgern der Marktgemeinde die Entsorgung auf unserem Wertstoffhof zu erlauben“, unterstreicht Führmann. Dies wurde auch zu Stoßzeiten während des ersten Lockdowns eine Zeit lang praktiziert. Derzeit finden jedoch auf Anweisung von Bürgermeister Richard Richter keine Ausweiskontrollen statt.

Welcher Müll darf auf Wertstoffhof?

Die Liste der entsorgbaren Güter ist für alle Wertstoffhöfe vom Landratsamt vorgegeben. Während Sperrmüll, mit Holzschutzmittel bearbeitetes Altholz und Bauschutt gebührenpflichtig sind, können unter anderem Elektrogroß- und Kleingeräte, Altreifen ohne Felgen, Monitore, Aluminium, Verbundkartons, Alt- und Pflanzenöl, Metall, Styropor, Kartonagen und Altpapier, Plastikfolien sowie Farben und Lacke kostenlos entsorgt werden. Nicht mehr abgeben kann man seit 1. Januar Autobatterien.

Öffnungszeiten:

Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 18 Uhr. Jeden Samstag von 9 bis 12 Uhr.

Hinweise:

Personalweis mitbringen, Maskenpflicht im Bereich des Wertstoffhofes.

„Ab in den Sperrmüll“, lautet die Zuordnung des Wertstoffhof-Mitarbeiters Hans Haager (rechts).
Jede Menge Styropor-Verpackungsteile brachte Fitness-Studio-Betreiber Christian Zingerle zum Wertstoffhof.
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