Auch in Hinrichssegen ist keine weitere Bebauung erwünscht

Auf dem gelb markierten dreieckigen Areal sollten ein Doppel- und ein Einfamilienhaus entstehen. Die Zuwegung war über den Wendehammer Trebnitzer Straße geplant.

An der Trebnitzer Straße in Hinrichssegen darf nicht weiter gebaut werden. Als eine seiner letzten Entscheidungen lehnte der Bruckmühler Bau-, Umwelt- und Vergabeausschuss die Errichtung von zwei Wohnhäusern ab. Gründe dafür waren die Angst vor Bezugsfällen und die Sorge um den Wald.

Bruckmühl – 42 Minuten lang wurde im Ausschuss diskutiert, danach mit deutlicher Mehrheit beschieden: Nein. An der Trebnitzer Straße wird es nicht noch ein Doppel- und auch kein Einfamilienhaus geben. Gründe: Die Gefahr von Bezugsfällen, die Belange des Naturschutzes und eine zu massive Nachverdichtung.

Rückblick: Der Ur-Bebauungsplan für dieses Gebiet stammt aus dem Jahr 1967. Er sah eine durchgängige Straßenverbindung mit beidseitigem Baurecht von der heutigen Trebnitzer Staße zur Egerländerstraße vor. Dazu kam es nie. Vor 30 Jahren änderte die Marktgemeinde den Bebauungsplan so, dass eine Bebauung an der heutigen Trebnitzer Straße mit Wendehammer möglich wurde.

Das Areal, um das es jetzt ging, ist gut 1700 Quadratmeter groß und befindet sich nördlich des Wendehammers der Trebnitzer Straße. Es ist im nordwestlichen Teilbereich als Waldfläche und im südöstlichen als Grün- und Freifläche charakterisiert. Der aktuelle Antrag sah ein Doppelhaus im nördlichen und ein Einfamilienhaus im südlichen Grundstücksbereich vor.

Erschließung durch den Bauwerber

Zur Erschließung wollte der Bauwerber seine Garage im Bereich des Wendehammers beseitigen und eine 3,50 Meter breite Zufahrt schaffen. Die Untere Naturschutzbehörde hatte dem Antragsteller eine Bebauung des Grundstücks bereits in Aussicht gestellt. Und auch die Baufachleute der Gemeindeverwaltung bewerteten die angestrebte Bebauung als angemessene Nachverdichtung eines bestehenden Baugebietes. Sie empfahl, die Untere Naturschutzbehörde und das Forstamt baubegleitend einzubinden.

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Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) ging die Sachlage pragmatisch an: „Wir können, aber wir müssen nicht Ja sagen.“ Hermine Obermeyer berichtete von CSU/PW-Fraktionsberatungen mit einer eher negativen Stimmungslage.

Bisherige Ablehnungen aufgrund fehlender Straße

Auf ihre Nachfrage, warum es in diesem Areal bisher klare „Nein-Voten“ der Verwaltung gegeben habe, erklärte Thomas Brückner von der Bauverwaltung, dass es sich dabei um kleinteilige Einzelbauwünsche, fehlerhafte Gesamtplanungen oder aber nicht schlüssige Gesamtkonzepte gehandelt habe.

An diesem Wendehammer wäre auf private Kosten eine Zufahrt zum Grundstück gebaut worden.

„Bei dem aktuell vorliegenden Fall verbauen wir uns mit einer Zustimmung aber keine weiteren Bautätigkeiten“, betonte er. Dazu ergänzte der Bürgermeister, dass auch die fehlende Straßenerschließung durch die Marktgemeinde zu diesen Absagen geführt habe. Im vorliegenden Fall wäre aber eine private Erschließung machbar.

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Zugleich verwies Richter auf die Gefahr, „dass wir mit einer Ablehnung des aktuellen Bauvorhabens eine wegweisende Entscheidung für den gesamten westlichen, noch unbebauten Bereich treffen“. Richard Linke (OLB) fragte grundsätzlich an, wohin in diesem Bereich die „Reise hingehen“ solle. Er befürchtete durch die weitere Nachverdichtung ein „Mehr an Straßen, ein Mehr an Verkehr“ und setzte daher „ein großes Fragezeichen“.

Letztes homogenes Waldstück

Für SPD/ÜWG-Rat Konrad Hammerl war die Sache klar: „Hier schaffen wir nicht nur eine Vielzahl von Bezugsfällen, sondern greifen auch das letzte zusammenhängende Waldstück an.“ Sein Fazit: „Das geht gar nicht.“ CSU/PW-Rat Hubert Maier prognostizierte, dass nach dem Erteilen einer Baugenehmigung schon bald kein einziger Baum mehr auf dem Grundstück stehen werde. „Was macht denn eine Privatperson mit so viel Wald? Wenn überhaupt, dann geht hier nur eine deutlich abgespeckte Bebauung.“

Fraktionskollege Robert Plank verstand die Sachentscheidung der unteren Naturschutzbehörde nicht: „Bei ähnlichen Vorhaben hat die Behörde um Einzelbäume gekämpft und hier wird auf einmal eine kleine Waldfläche geopfert?“ Am Ende entschieden sich die mandatsträger mit einem 9:1-Entscheid gegen das Bauvorhaben.

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