Auch die Arbeit von Ukalo ist von Corona betroffen

Große Freude herrschte beim letzten Besuch von Ukalo-Vorsitzender Dr. Marianne Weber- Keller (rechts) – noch vor der Corona-Pandemie – über die Schachspiele und Bücher vom Aiblinger Schachclub und über die Musikinstrumente aus Tirol. re

Bad Aibling – Die weltweite Corona-Krise wirkt sich auch auf die Arbeit des Aiblinger Fördervereins „Ukalo – Aufwärts“ in Nepal aus.

Vorsitzende Dr. Marianne Weber-Keller war im Januar zu einem Kurzbesuch in Kathmandu und Jethal, um die beiden wichtigsten Ukalo-Projekte zu besichtigen.

Aus Speziallaborwurde Poliklinik

So wurde am 30. Januar die Neo Health Clinic and Lab feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Das im April 2019 eröffnete und wesentlich aus Ukalo-Spenden errichtete Speziallabor (wir berichteten) wurde in kürzester Zeit zu einer Poliklinik mit 13 Abteilungen erweitert, wo neben der Fachärztin für Nierenkrankheiten auch Spezialisten für Haut, Innere Medizin, Kinderkrankheiten, Rheumatologie, Psychiatrie, Orthopädie, Augen, Nerven sowie ein Logopäde und drei Physiotherapeuten die Bevölkerung versorgen.

Dabei gilt wie im Labor das Prinzip, dass die Patienten mit ausreichend finanziellen Mitteln die Behandlung der armen Bevölkerung subventionieren. In Anwesenheit des Distriktbürgermeisters durften die beiden ältesten Bewohner des Stadtteils die Klinik eröffnen. Dr. Weber-Keller bedauert, dass der deutsche Botschafter trotz erfolgter Zusage kurzfristig an der Teilnahme verhindert war. Sie übergab während der Feier ein mobiles Laborgerät an Surya Kunwar, mit dem er innerhalb von 15 Minuten zum Beispiel einen Herzinfarkt diagnostizieren kann. Mittlerweile liegt auch die Zusage der Stiftung Klinikpartnerschaften vor, das dringend benötigte Ultraschallgerät anteilig zu finanzieren.

Dr. Weber-Keller nützte ihre Reise auch zu einem Kurzbesuch in Jethal. Die dortige Oberschule ist kurz vor ihrem vierten Geburtstag einschließlich der Außenanlagen (Hangsicherung, Drainagen, Treppen, Basketballplatz) nahezu fertig. Dank der Ukalo-Spenden und der Schmitz-Stiftungen ist die Schule mit Schreinerwerkstatt, Bücherei, Computerraum, Naturwissenschaftslabor sehr gut ausgestattet.

Unter dem Jubel der Schulkinder übergab „Mary didi“ eine große Tasche mit Musikinstrumenten vom „NepalSchoolProject“ in Tirol. Riesengroß war die Freude auch über die Schachspiele, die der Schachclub Aibling kurzfristig gestiftet hatte. Tobi, ein Freiwilliger aus Miesbach, der an der Schule unter anderem Naturwissenschaften unterrichtete, hat nicht nur abendlich mit dem Schulleiter Yug gespielt, er hat auch den Schülern das königliche Spiel beigebracht. Ukalo hat zusätzlich kleine Schachspiele gespendet, für die Pausen oder als Anerkennung für besondere schulische Leistungen.

Nun ist die Schule aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Dr. Weber-Keller ist in regelmäßigem Kontakt mit ihren Freunden in Jethal und hat erfahren, dass gerade jetzt die Musikinstrumente und Schachspiele für die Kinder sehr wertvoll sind. Die Abschlussprüfungen sind verschoben und auch der für Mitte April geplante Besuch der deutschen Delegation kann nicht stattfinden.

Neben dem Medizinerteam aus Bad Aibling wollte eine Spezialistin für Qualitätsmanagement sowie ein Doktorand aus Großhadern das gemeinsame Training in Nepal fortsetzen, das im Oktober in Bad Aibling begonnen hatte. Die beiden Labormitarbeiterinnen Laxmi und Ambika, die damals kein Visum für Deutschland erhalten hatten, arbeiten aktiv im neuen Labor an der Umsetzung der Qualitätsprinzipien der deutschen Partner.

Die bereits gebuchten Flüge der sieben Aktiven wurden von der Airline abgesagt, deshalb fallen keine Stornierungsgebühren an. Wann das Team allerdings zum Wissenstransfer nach Nepal fliegen kann, ist nicht abzusehen. „Natürlich hat die bestmögliche Reduzierung von Gesundheitsgefährdungen für alle Beteiligten aktuell oberste Priorität“, so die Ukalo-Vorsitzende.

Flucht in dieHeimatdörfer

Viele Bewohner Kathmandus sind in ihre Heimatdörfer geflüchtet. Alle bereits erteilten Trekking-Permits sind ausgesetzt, Tourismus gibt es nicht mehr. Damit hat eine Vielzahl von Familien die einzige Einnahmequelle verloren – und für sie gebe es keinerlei staatliche Unterstützungsprogramme. Auch hier will der Verein Ukalo unterstützen. Näheres unter www.ukalo.de.

Kommentare