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Asbest: Förderschüler evakuiert

Die Räumlichkeiten der Rupert-Egenberger-Schule an der Krankenhausstraße dürfen bis auf Weiteres nicht betreten werden.  Foto  Thurmaier
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Die Räumlichkeiten der Rupert-Egenberger-Schule an der Krankenhausstraße dürfen bis auf Weiteres nicht betreten werden. Foto Thurmaier

Das ganze Ausmaß des Einbruchs in die Kfz-Zulassungsstelle an der Krankenhausstraße von letzter Woche wurde erst jetzt öffentlich bekannt. Denn: Von dem nach der Tat festgestellten Asbest-Vorkommen in den Räumlichkeiten sind auch rund 100 Kinder der Rupert-Egenberger-Schule betroffen.

Bad Aibling - Die Mädchen und Buben waren am Tag nach dem Einbruch, als noch niemand von dem Asbest wusste, wie immer in ihre Unterrichtsräume sowie zur Nachmittagsbetreuung gegangen. Bei Bekanntwerden des Asbestvorkommens am nächsten Tag habe man sofort die Eltern informiert und den Kindern unterrichtsfrei gegeben, erklärte Schulleiter Peter Widl gegenüber unserer Zeitung. Die Eltern hätten ruhig reagiert und nur vereinzelt Nachfragen gehabt.

Bei den Vorsitzenden des Elternbeirates, Nicola Klatt und Martina Beck, ist seitens der Elternschaft überhaupt keine Reaktion eingegangen. Becks Sohn wird seit September an der Krankenhausstraße unterrichtet und ist auch von der Schließung betroffen. "Ich war aber relativ beruhigt, als mir ein Arzt gesagt hat, dass bei einmaligem Kontakt mit Asbest nichts groß geschieht, sondern nur, wenn man dem länger ausgesetzt ist", sagt die Mutter.

Betroffen von der Sperrung der Schulräume sind insgesamt 70 Schüler aus fünf Diagnose- und Förderklassen sowie 30 Kinder aus der schulvorbereitenden Einrichtung. Letztere haben momentan Platz im Hauptgebäude der Schule an der Kellerstraße gefunden, wo die weiteren 90 Förderschüler regulär unterrichtet werden.

Drei der fünf Klassen von der Krankenhausstraße sind seit gestern in der nahe gelegenen Luitpoldgrundschule am Hofberg untergekommen. Die beiden anderen Klassen werden an der Staatlichen Berufsschule an der Ebersberger Straße unterrichtet.

Die Rupert-Egenberger-Förderschule an der Kellerstraße hat seit den 90er-Jahren ihre Nebenstelle an der Krankenhausstraße: Zunächst waren es nur Klassenräume im Obergeschoss der Kfz-Zulassungsstelle, bis Mitte der 90er-Jahre ein Anbau hinzukam. Während die Klassenzimmer oberhalb der Zulassungsstelle nur über den Anbau der Schule erreichbar sind, sind beide Gebäude aber über den Keller verbunden: Dort hat die Schule ihren Verkehrserziehungsraum, der laut Widl mit einer starken Stahltür verschlossen ist.

Der Einbruch fand zwar im Erdgeschoss der Zulassungsstelle statt, bei den polizeilichen Ermittlungen wurde aber eine Kellertür zum gemeinsamen Fluchtweg geöffnet. Da laut Landratsamt Rosenheim nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Asbestfasern somit auch in die Schulhausluft geraten sind, wurde das Gebäude komplett gesperrt - "sicherheitshalber", wie Landratsamt und Schulleiter betonen.

Während die Reinigungsarbeiten in der Zulassungsstelle wohl mehrere Monate dauern werden, finden in den Schulräumen aktuell weitere Messungen durch einen Gutachter statt. Mit dem Ergebnis rechnet das Landratsamt bis morgen. Sollten die Werte unbedenklich sein, könne der Schulbetrieb nächste Woche wieder aufgenommen werden. "Da stellt sich mir aber die Frage, wie ein Unterrichtsbetrieb unbedenklich sein kann, während die Sanierung nebenan Monate dauert", meint Elternbeiratsvorsitzende Nicola Klatt. Das Landratsamt sagt dazu: "Es gibt keine Verbindung zwischen den Räumlichkeiten außer der besagten Kellertür. Wenn die Werte in den Schulräumen in Ordnung sind, besteht keine Gefahr. Ansonsten bleibt das Gebäude geschlossen."

Schulleiter Widl weiß indes: "An Luitpold- und Berufsschule können wir längstens bis Schuljahresende bleiben. Dauert die Schließung länger, muss für das neue Schuljahr eine andere Lösung gefunden werden."