Arbeiten am Hochwasserrückhaltebecken Feldolling: Schwaiger Deich wird verlängert

Der Teilabschnitt des Trenndeichs (lila) im Bereich des Ortsteils Schwaig wurde im Mai fertiggestellt.
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Der Teilabschnitt des Trenndeichs (lila) im Bereich des Ortsteils Schwaig wurde im Mai fertiggestellt.

Am Hochwasserrückhaltbecken (HRB) Feldolling beginnen die nächsten Schritten. „Ab dieser Woche werden die Arbeiten in der Schwaig und östlich der Mangfallbrücke fortgesetzt“, informiert Alfons Bogner vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim.

Von Manfred Merk

Feldkirchen-Westerham – Vorgesehen ist der Bau eines etwa 300 Meter langen Deichabschnitts im Anschluss an den schon bestehenden in Schwaig. Östlich der Kreisstraße R0 13 entsteht ein etwa 700 Meter langer Abschnitt. Die dafür erforderlichen Baumfällungen wurden schon in den Wintermonaten Januar und Februar durchgeführt. „

Gleichzeitig mit diesen Arbeiten wird ein Teil des Zulaufgerinnes erstellt“, erklärt Bogner: „Auf einer Fläche von 40 000 Quadratmetern wird das Gelände um zwei bis drei Meter abgesenkt.“ Das dabei anfallende Material – etwa 100 000 Kubikmeter – wird für den Bau der Deiche verwendet. Dadurch wird der Zulieferverkehr zur Baustelle reduziert.

Zauneidechsen sanft vergrämt

Auf die bedrohten Zauneidechsen, die entlang der Mangfall vorkommen, wird während der Bauarbeiten besondere Rücksicht genommen. Als Ausgleich für den Eingriff in ihren Lebensraum mussten schon vor Baubeginn 30 Zauneidechsenhabitate hergestellt werden. Zudem erfolgt der Bau in drei Abschnitten.

„Durch das abschnittsweise Bauen können sich die Tiere in aller Ruhe in neue Quartiere zurückziehen – entweder in die eigens dafür errichteten Quartiere oder auf die bereits fertiggestellten Deichabschnitte“, erläutert Bogner.

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Um diese Tiere, deren Bedeutung mit dem Titel „Reptil des Jahres 2020“ hervorgehoben wurde, auf den gewünschten Weg zu bringen, wurden sanfte Vergrämungsmethoden angewandt. So wurde beispielsweise der Grasbewuchs im alten Deich mehrfach gemäht. Dadurch soll den Tieren die natürliche Deckung genommen werden, damit sie sich aus dem Baufeld in den schützenden Uferbereich zurückziehen. Um ihr Zurückwandern ins Baufeld zu erschweren, wurde zusätzlich ein Reptilienzaun aufgestellt.

Der Verkehr für den neuen Bauabschnitt wird hauptsächlich zwischen dem Zulaufgerinne und den beiden Deichbauabschnitten stattfinden. Für auftretende Verkehrsbeeinträchtigungen bittet das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim schon vorab um Verständnis.

Das Mammutprojekt „Hochwasserrückhaltebecken Feldolling“

• Das Hochwasserrückhaltebecken Feldolling ist Teil des Gesamtprojektes „Hochwasserschutz unteres Mangfalltal“. Es befindet sich auf der Südseite der Mangfall auf Höhe des Ortsteils Feldolling der Gemeinde Feldkirchen-Westerham.

• Von den 43 Hektar Fläche, die für das Bauwerk gebraucht werden, hat der Freistaat bislang 33 Hektar erworben.

• Mit dem Becken können extreme Hochwasserereignisse im unteren Mangfalltal entschärft werden. Im Becken kann ein Volumen von 4,62 Millionen Kubikmeter Wasser gespeichert werden. Durch Einbezug der Unterwasserbecken der Leitzachwerke wird dieses Volumen um auf 6,62 Millionen Kubikmeter erhöht.

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•Der Beckenbereich liegt im rechten Vorland der Mangfall.

• Die Mangfall fließt im Normalfall nicht durch das Rückhaltebecken. Erst bei sehr großen Hochwasserereignissen wird das Wasser über das Einlassbauwerk in das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Feldolling eingeleitet.

• Für das HRB Feldolling sind wesentliche Bauwerke erforderlich: Über das Einlassbauwerk wird das Wasser aus der Mangfall in den Beckenbereich geleitet. Das Zulaufgerinne dient als Flutmulde zur Zuführung des Wassers vom Einlassbauwerk zum eigentlichen Staubereich im Hauptbecken.

Zur hydraulischen Trennung zwischen Mangfall und Zulaufbereich oberhalb des Staubereiches wird ein Hochwasserschutzdeich rechts der Mangfall gebraucht. Ein Trenndeich verläuft parallel zur Mangfall auf der rechten Mangfallseite. Dieser sorgt für die hydraulische Trennung zwischen Mangfall und Beckenbereich.

Ein Absperrdamm sichert die Stauhaltung des Wassers im Beckenbereich und damit das Hinterland. Der größte Teil des Absperrdammes grenzt an den bestehenden Damm der Unterwasserbecken der Leitzachwerke der Stadtwerke München.

Durch ein Überleitungsbauwerk im Absperrdamm kann das Wassers aus dem geplanten Hauptbecken in die Unterwasserbecken der Leitzachwerke geleitet werden. Das Auslassbauwerk des Hauptbeckens dient zur Abgabe von Wasser aus dem Hauptbecken in die Mangfall.

Über ein Auslassbauwerk kann das Wasser aus den Unterwasserbecken der Leitzachwerke in die Mangfall geleitet werden. Zur Überführung der Kreisstraße RO 13 über den Absperrdamm mit einer Neubaulänge von 690 Metern sind eine Straßenanhebung der Kreisstraße RO 13 und eine Straßenbrücke in Feldolling erforderlich.

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