Ape-Cup-Premiere vertagt: „Bienen“ bleiben in der Garage

Andi Mittermüller und seine Ape in Wartestellung.
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Andi Mittermüller und seine Ape in Wartestellung.

Bruckmühl. – Die Veranstaltungsbranche sitzt nach wie vor in vielerlei Hinsicht auf dem Trockenen.

Termine werden abgesagt, verschoben oder in abgespeckter Form durchgeführt. Auch der erste Heufelder Ape-Cup, den Andi Mittermüller von der Werkstattbühne Heufeld am kommenden Sonntag veranstalten wollte, ist wie so einige weitere geplante Veranstaltungen aufgeschoben.

Herr Mittermüller, der erste Heufelder Ape-Cup sollte etwas ganz Besonderes werden. Was hatten Sie geplant?

Ich hatte die Idee zu einem südländisch inspirierten Familienfest mit Geschicklichkeitswettbewerb und Rahmenprogramm für Freunde der Ape, dieses kleine dreirädrige Rollermobil. Diese Idee ist bei allen Beteiligten gut angekommen. Geplant waren verschiedene Spiele und Aufgaben, die mit der Ape so geschickt wie möglich durchgeführt werden, dafür sollte es gesponserte Preise zu gewinnen geben, außerdem ein buntes Rahmenprogramm mit Live-Musik, Gastronomie und Markttreiben.

Die Idee ist aber noch nicht gestorben oder?

Nein, die Veranstaltung soll in jedem Fall mal umgesetzt werden. Es steht nur nicht fest, wann.

Hängen noch weitere Vorhaben in der Warteschleife?

Den Auftritt von Marco Tschirpke, Berliner Meister der Kurzpoesie und Träger des Deutschen Kleinkunstpreises 2018, der für Mitte März geplant war, musste auch schon verschoben werden. Die bereits gekauften Karten gelten auch für das neue, für den 4. Oktober anvisierte Datum. Sie können aber natürlich immer noch zurückgegeben werden. Da die Käufer dies bislang kaum gefordert haben, konnten wir dem Künstler als wirksame „Soforthilfe“ einen Vorschuss zukommen lassen. Der Vorverkauf für seinen bei uns geplanten Auftritt startet wieder, wenn klar ist, wohin die Reise geht und wie viele mitfahren können.

Was treibt Sie als Veranstalter am meisten um?

Während vielerorts private Zusammenkünfte von sorglosen Menschen mit zweifelhaften Argumenten geduldet werden, bleibt Künstlern und Kulturveranstaltern die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit untersagt, beziehungsweise werden Auflagen vorgeschrieben, die einen sinnvollen Betrieb unmöglich machen. Neu entstehende Veranstaltungsreihen fürs Freie spekulieren auf einen tropischen Sommer ohne Regentage und sind nur mit finanziellem Hintergrund der öffentlichen Hand durchzuführen. Keine guten Aussichten für die Zukunft der kulturellen Vielfalt und der freien Kulturszene.

Was bedeutet das für Ihre Werkstattbühne?

Die Werkstattbühne ist ein Herzensprojekt, das durch die Mithilfe der ganzen Familie getragen wird und zum Glück nicht gewinnorientiert handeln muss. Deshalb werden wir in nächster Zeit, solange keine verlässliche und sinnvolle Entwicklung zur Normalität erkennbar ist, keine neuen Veranstaltungen planen. Interview Eva Lagler

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