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Regensburger Domspatz

Antonius von Rohr aus Tuntenhausen: Seine Musikpassion wurde im Advent geweckt

Da waren alle noch guter Dinge, dass das Weihnachtskonzert in der Wallfahrtskirche stattfinden kann: (von links) Pfarrer Richard Basta, Antonius von Rohr und Georg Gaar.
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Da waren alle noch guter Dinge, dass das Weihnachtskonzert in der Wallfahrtskirche stattfinden kann: (von links) Pfarrer Richard Basta, Antonius von Rohr und Georg Gaar.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Antonius von Rohr singt im Chor der weltberühmten Regensburger Domspatzen. Diese Erfahrung will er auf keinen Fall missen. Seine Begeisterung für die Musik hat ein Erlebnis in der Adventszeit geweckt, als der zwölf Jahre alt. war.

Tuntenhausen/Regensburg – In Regensburg hat das Wunder der Weihnacht einen ganz besonderen Klang. Seit mehr als 1000 Jahren sind die Regensburger Domspatzen mit dem liturgischen Gesang in der Bischofskirche betraut. Und wenn Domkapellmeister Christian Heiß und Domorganist Professor Franz Josef Stoiber heute Abend das Hochfest der Geburt Christi mit der „Missa brevis in F“ von Wolfgang Amadeus Mozart musikalisch feiern, ist auch Antonius von Rohr aus Tuntenhausen im Chor der Domspatzen dabei.

Ein Junge wie jeder andere auch

„Die Domspatzen haben meine Passion für Chormusik erschaffen“, sagt der18-Jährige, der vor sechs Jahren sein ganz persönliches Weihnachtswunder erlebte. Eigentlich war er ein „ Junge wie jeder andere“ und hatte kaum etwas mit Musik zu tun. Bis er als Sechstklässler im Musikunterricht am Gymnasium Bad Aibling das Weihnachtslied „Ich steh an deiner Krippen hier“ sang. Seine Musiklehrerin machte Antonius darauf aufmerksam, dass seine Stimme ein Geschenk sei, das er fördern sollte. „Dafür bin ich ihr bis heute dankbar“, sagt er rückblickend.

Schon wenige Wochen später gehörte er zu den Regensburger Domspatzen. „Ich war enorm gespannt auf das neue Abenteuer“, erinnert er sich. Großartige Möglichkeiten eröffneten sich dem damals Zwölfjährigen: Singen in einem der berühmtesten Knabenchöre der Welt, Lernen in einer großartigen Schule und Leben in einer einzigartigen Atmosphäre. „Unser Gymnasium gehört zu den besten Schuleinrichtungen des Landes. Es ist topmodern und hat eine hervorragende Ausstattung – auch für Technik und Naturwissenschaften“, beschreibt er. Zudem gehören weitläufige Sportanlagen wie Schwimmhalle, Fußball- oder Beachvolleyballplätze und Turnhallen dazu.

Der Tuntenhausener Antonius von Rohr (rechts) gehört seit sechs Jahren zu den Regensburger Domspatzen. Am heutigen Heiligabend gestaltet er die Christmette im Regensburger Dom mit.

Zusammenhalt unter einem Dach

Der Alltag der Domspatzen ist strukturiert und behütet. Nach dem Unterricht wird Hausaufgabenbetreuung angeboten, ehe die täglichen Chorproben beginnen. Das Internat ist für die Sänger ein zweites Zuhause – mit Freunden, Erziehern und einem familiären Verhältnis. „Das Gemeinsame verbindet“, beschreibt Antonius die Atmosphäre. „Das Lernen, Singen und Leben unter einem Dach stärkt den Zusammenhalt.“ Und so findet Heimweh gar keinen Platz in seinem Leben. Antonius übernimmt als Schülersprecher Verantwortung.

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Der Gesang wird zu seinem Lebensinhalt. „Man erkennt, was man gemeinsam erschaffen kann, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten“, beschreibt Antonius ein einzigartiges Gefühl. Die Buben umrahmen nicht nur die Gottesdienste im Regensburger Dom. Mit ihrem Chor bereisen sie die ganze Welt und sammeln Eindrücke, die sie in ihrer Entwicklung prägen.

Mit 14 Jahren wandelt sich Antonius‘ Stimme. „Die Domspatzen bieten die Möglichkeit, auch während des Stimmbruchs zu bleiben, ganz egal, wie lange er dauert“, würdigt er das ganzheitliche Konzept des Chores. Er hatte Glück. Nach drei Monaten Pause war aus seiner kindlichen Alt-Stimme ein männlicher Bass geworden.

Abschied von ihrem Chor müssen die Domspatzen mit dem Abitur nehmen. Für den inzwischen 18-jährigen Antonius steht der im nächsten Sommer bevor. Er geht nun zum ersten Mal allein hinaus in die Welt, um Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Doch „einmal Domspatz, immer Domspatz“ gilt auch für ihn. Musik wird ein Teil seines Lebens bleiben. „In den Großstädten gibt es Kammer-, Kirchen- oder Universitätschöre. Vielleicht gebe ich auch Gesangsunterricht“, weiß er, dass er auch anderswo musikalischen Anschluss finden kann.

In Tuntenhausen war Konzert geplant

Seinen Abschied als Domspatz wollte Antonius von Rohr am 5. Dezember in seiner Heimatgemeinde geben. Das Weihnachtskonzert „O magnum mysterium“ sollte in Tuntenhausen stattfinden. „In unserer wunderschönen Wallfahrtsbasilika mit ihrer wunderbaren Akustik“, hatte er sich vorgestellt. Nach einer langen kontaktarmen und konzertlosen Corona-Zeit mit Online-Schule und Zoom-Chorproben hatten sich die Domspatzen auf diesen Auftritt ganz besonders gefreut.

Gemeinsam mit Pfarrer Richard Basta und Georg Gaar, dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, sowie Bürgermeister Georg Weigl hatte Antonius dafür auch schon alle Vorbereitungen getroffen. Doch der Teil-Lockdown hat diesen besonderen Höhepunkt im Tuntenhausener Advent nicht erlaubt und damit auch Antonius’ doppelte Vorfreude aufs Fest geschmälert.

Das Weihnachtskonzert der Domspatzen fand am 21. Dezember schließlich im „Audimax“ in Regensburg statt. Auf dem Youtube-Kanal des Chores können es die Tuntenhausener hören und sehen.

Den Heiligabend erlebt Antonius von Rohr heute im Regensburger Dom. Es wird sein letztes Weihnachtsfest in den Reihen der Domspatzen sein. Doch er ist nicht von Traurigkeit, sondern von großer Dankbarkeit erfüllt: „Ich habe hier meine Passion gefunden und nehme viele unvergessliche Erinnerungen mit in mein weiteres Leben.“

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