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Verschenken statt Wegwerfen

Ansturm auf Aiblinger Warenschenktag: Das sagen die Besucher

Beim Warenschenktag des Nachbarschaftsrings Bad Aibling wechseln vom Blumentopf bis zum nagelneuen Waschbecken Tausende von Artikeln die Besitzer. Baumann
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Beim Warenschenktag des Nachbarschaftsrings Bad Aibling wechseln vom Blumentopf bis zum nagelneuen Waschbecken Tausende von Artikeln die Besitzer. Baumann
  • VonJohann Baumann
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Wo nagelneue Waschbecken und 100 Jahre alte Schreibmaschinen aufeinandertreffen, finden sich in der alten Bad Aiblinger Viehhalle mehrmals im Jahr leidenschaftliche Liebhaber ein. Doch was hat es damit auf sich und warum surft der Nachbarschaftsring deswegen auf solch einer Erfolgswelle?

Bad Aibling – Der Begriff „Triple“ ist besonders im Sport gegenwärtig, aber für viele Vereine ein schwer erreichbares Ziel. Nicht so beim „Nachbarschaftsring Bad Aibling“, der heuer sein 25-jähriges Bestehen feiert: Mit seinem jüngsten „Warenschenktag“ sorgte er gleich für dreifache Freude und Zufriedenheit: Bei den Abgebern, bei den Abholern und beim Verein selber.

Bei der „Schenkaktion“ ging es hoch her in der Ausstellungshalle. Am Vormittag wurden die Verschenk-Artikel in vierstelliger Anzahl angeliefert und vom rund 30-köpfigen Team des Nachbarschaftsrings sortiert und nach Gruppen präsentiert.

„Bei all diesen Sachen gibt es kein Glump“, versicherte Verena Nagl vom „Nachbarschaftsring“ und führte weiter aus: „Im Mittelpunkt unserer Idee „tauschen ohne Geld“ steht die Nachhaltigkeit. Manche Leute haben oft so viele Sachen daheim, wissen nicht mehr wohin damit und wollen sie aber nicht einfach wegwerfen. Andere sind hingegen froh, gut erhaltene Artikel kostenlos zu erhalten“.

Die mehreren hundert Besucher freuten sich dann am Nachmittag über eine Warenpalette, wie sie ein „richtiges“ Kaufhaus kaum bieten kann. Das breit gefächerte Angebot umfasste unter anderem Schuhe und Bekleidung aller Art, Wintersportgeräte, Skier, Kindersitze fürs Auto, Haushaltswaren (von der Bratpfanne über Kaffeegeschirr bis zu Kristallgläsern und Vasen), Bügelbretter, Bilder, Werkzeuge, Elektrogeräte, Deko, Kinderspielzeug, Möbel, Spiele, Bücher und CD’s. Sogar zwei nagelneue Waschbecken zählten zum Angebot.

„Wir sind sehr zufrieden“, lautete das Fazit von Verena Nagl. „Wir freuen uns, dass es wieder so gut ging. Es ist – im Verhältnis zur Fülle der Ware – sehr wenig übrig geblieben.“ Die nicht „vermittelten“ Artikel gehen unter anderem an Kolping und Sozialkaufhäuser.

Die Freude ist auf allen Seiten groß

„Das Beste an dem Tag ist immer die mehrfache Freude. Menschen freuen sich, dass sie ihre Dinge, die zu schade sind zum Wegwerfen, abgeben können und dabei wissen, dass sich ein anderer sehr darüber freuen wird. Andererseits kommen tatsächlich viele Menschen, die sich riesig freuen über die Schätze, die sie finden“, erklärte sie gegenüber unserer Zeitung.

Und das sagen die Besucher

Marianne Kurt (53)

Marianne Kurt, Pflegefachkraft, 53, Raubling: „Eine großartige Idee, nachhaltig und gut für die Umwelt. Es zeigt sich, dass wir eine Wohlstandsgesellschaft sind, die im Überfluss lebt. Ich sammle leidenschaftlich altes deutsches Porzellan und wurde hier unter anderem mit einem wunderschönen Milchkännchen fündig.“

Ralph Peise (33)

Ralph Peise, IT-Techniker, 33, Bad Aibling: „Der Schenktag ist eine tolle Sache, man findet immer etwas, was man brauchen kann. Ich habe aus meinem eigenen Bestand verschiedene Sachen zur Verfügung gestellt, darunter einen Akkuschrauber und zahlreiche Bücher. Erstanden habe ich wiederum dafür diesen Brotbackautomaten.“

Luise Kuhn (73)

Luise Kuhn, Rentnerin, 73, Bad Aibling: „Den Warenschenktag finde ich sehr gut. Ich habe eine schöne Weihnachtsdeko mitgenommen. Außerdem habe ich vier Tassen aus einem ,Villeroy & Boch‘-Kaffeegeschirr gefunden, nach denen ich schon jahrelang gesucht habe. Ich bin ganz glücklich über meine Errungenschaften.

Markus Merz (56)

Markus Merz, 56, Pfarrer, Bad Aibling: „Der Schenktag ist ein wunderbares Ineinander von Nachhaltigkeit, Ökologie und gelebter Nächstenliebe. Ich nehme diese alte Schreibmaschine (Hersteller: Seidel & Naumann Dresden) mit, analoge Geräte sind kostbar. Es braucht diese guten analogen Dinge, denn alles Digitale hat seine Grenzen.“

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