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Turnhalle des Gymnasiums wird vorbereitet

Ankunft am 28. März: Bruckmühl nimmt Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine auf

In die Turnhalle des Bruckmühler Gymnasiums ziehen am 28. März ukrainische Flüchtlinge ein. Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2015, als sie für syrische Flüchtlinge vorbereitet wurde. Baumann (2)
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In die Turnhalle des Bruckmühler Gymnasiums ziehen am 28. März ukrainische Flüchtlinge ein. Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2015, als sie für syrische Flüchtlinge vorbereitet wurde. Baumann (2)
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Für Tausende Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine werden Unterkünfte gebraucht. Doch welche Kapazitäten hat die Marktgemeinde Bruckmühl? Und wie bringt sie sich ein?

Bruckmühl – In einer Woche ziehen Flüchtlinge aus der Ukraine in die Sporthalle des Bruckmühler Gymnasiums ein. Auch das ehemalige Altenheim am Krankenhausweg soll hergerichtet werden. Zudem meldete die Marktgemeinde Bruckmühl dem Landkreis ihre Bereitschaft, leer stehende Gebäude am Rübezahlweg und die Hausmeisterwohnung der Heufelder Schule herzurichten.

Die Ereignisse überschlagen sich. Putin setzt seinen Krieg gegen die Ukraine mit unverminderter Brutalität fort. Millionen Frauen, Kinder, betagte und behinderte Menschen sind auf der Flucht. Hunderte kommen auch im Landkreis Rosenheim an. Schon jetzt werden im Mangfalltal weitere Ankunftszentren gebraucht. Nach der Turnhalle des Bad Aiblinger Gymnasiums wird nun auch die des Bruckmühler Gymnasiums für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen vorbereitet.

Bezirk Oberbayern stimmt zu

„Sie werden am 28. März in Bruckmühl erwartet“, informierte Michael Fischer, Pressesprecher des Landratsamtes den Mangfall-Boten.

Schon in der vergangenen Woche meldete die Marktgemeinde dem Landratsamt mehrere Quartiere – darunter auch das ehemalige Bruckmühler Altenheim. Im Jahr 2017 hat der Bezirk Oberbayern den gesamten Gebäudekomplex aus ehemaligem Krankenhaus, Neu- und Altbau des Seniorenheims sowie die dazugehörigen Flächen erworben. Nach dem Wechsel der Senioren ins neue Altenheim in der Bruckmühler Blumenstraße im November 2020 sollte das Areal zu einem Zentrum für Volksmusik, Literatur und Popmusik entwickelt werden.

Ob das Altenheim reaktiviert werden soll, entscheidet das Landratsamt in der kommenden Woche.

Der Markt Bruckmühl hat es damals besenrein übergeben. Der Bruckmühler Vorschlag, es für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen zu nutzen, wurde von der Regierung Oberbayerns sofort aufgegriffen. Am Donnerstag gab Bezirkstagspräsident Josef Mederer in einem Telefonat mit Bürgermeister Richard Richter dafür grünes Licht. Die Gemeindeverwaltung erklärte sich bereit, die Vor-Ort-Koordination zu übernehmen.

Doch wie schnell kann es bezogen werden? „Das Gebäude wurde nicht entkernt, ist also grundsätzlich bewohnbar“, informiert Constanze Mauermayer, Pressesprecherin des Bezirks Oberbayern. Wie schnell das Gebäude reaktiviert werden kann, ist momentan noch nicht klar, da die technischen Prüfungen noch nicht abgeschlossen sind. „Da das Gebäude seit längerer Zeit stillgelegt ist, erfordert eine erneute Inbetriebnahme aber etwas Zeit“, betont Mauermayer.

Strom und Wasser sind zwar noch vorhanden, aber schon seit 15 Monaten abgestellt. „Die Trinkwasserleitungen müssen gespült werden, Proben entnommen werden, auch ein Elektro-Check des Gebäudes ist erforderlich“, erklärt Markus Zehetmaier vom Sachgebiet Immobilien des Marktes Bruckmühl. Die Heizung funktioniere noch, werde vom Nahwärmenetz der Biomasse-Werk Götting GmbH gespeist.

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41 Senioren lebten bis 2020 in der Einrichtung. Es gab etwa 36 Bewohnerzimmer sowie Gemeinschaftsräume. „Wie viele ukrainische Flüchtlinge wir hier unterbringen können, ob wieder eine Küche eingebaut werden muss oder die Menschen von einem Caterer versorgt werden, hängt von den Anforderungen ab, die das Landratsamt stellt“, so Zehetmaier. In der kommenden Woche soll nach Informationen von Pressesprecher Fischer eine Vor-Ort-Begehung stattfinden, um diese Fragen zu klären.

Nicht abgerissen, sondern wieder bewohnbar gemacht werden, könnten die Häuser am Rübezahlweg.

Der Markt Bruckmühl hat indes noch weitere Unterbringungsmöglichkeiten gefunden. „Alle sind sehr bemüht und haben den gesamten Wohnbestand noch einmal genau geprüft, um zu helfen“, betont Zehetmaier. So könnten beispielsweise auch 14 Wohnungen am Rübezahlweg 7, 9 und 11 wieder hergerichtet werden. Hier will die Schwaiger Wohnbau und Immobilienverwaltungs GbR ein neues Wohnquartier mit sozial verträglichen Mieten errichten.

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Die Bauleitplanung ist ins Stocken gekommen. Die Häuser wurden noch nicht abgerissen. Doch Heizung und Wasserzähler wurden bereits ausgebaut. „Die Marktgemeinde wäre bereit, sie bewohnbar zu machen“, betont Zehetmaier. Ebenso wie die Hausmeisterwohnung an der Schule in Heufeld.

Vier Grundstücke für Container vorhanden

Ans Landratsamt Rosenheim gemeldet wurden auch Grundstücke für Wohncontainer. Die Gemeinde würde ihr Grundstück an der Heufelder Straße 18 zur Verfügung stellen, die Pfarrkirchenstiftung Heufeld den ehemaligen Tennisplatz in Heufeld (1400 Quadratmeter), die Pfarrpfründestiftung Götting den ehemaligen Tennisplatz in Götting (3700 Quadratmeter) und ein Heufelder Bürger eine Privatfläche von 1500 Quadratmetern an der Heufelder Straße. Zudem haben Werndl&Partner Räume in der einstigen Wolldecke (oberhalb von Apotheke und Bäcker) als ausbaufähig gemeldet. Erst wenn das Landratsamt sein Einverständnis gegeben hat, können die konkreten Vorbereitungen beginnen. Rückmeldungen gibt es zwar noch nicht, doch: „Unser Team ist täglich im Landkreis unterwegs, um sich Unterkünfte anzuschauen“, informiert Michael Fischer.

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