Anerkennung ohne Defizitausgleich

Anerkennung ja, aber nein zum Defizitausgleich - diese Empfehlung gab der Hauptausschuss einstimmig an den Stadtrat hinsichtlich des Antrags der Kinderbetreuung "Nano" weiter. Das Gremium hat nun in seiner Sitzung am Donnerstag das letzte Wort zu dieser Entscheidung.

Bad Aibling - Die Kinderbetreuung "Nano", geleitet von Martina Hafner-Haase, beantragte die Anerkennung der Bedarfsnotwendigkeit für 24 Kinderkrippenplätze in Bad Aibling.

Gesetzliche Vorgaben werden erfüllt

"Die Einrichtung ist eine Großtagespflege gemäß dem bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG), in der insgesamt zehn Kinder betreut werden", erläuterte Bürgermeister Felix Schwaller eingangs. Zwei bis maximal drei Tagespflegepersonen schließen sich hierbei ihm zufolge zusammen und betreuen gleichzeitig sechs bis maximal zehn Kinder, die ihnen persönlich und vertraglich zugeordnet sind. "Die Zahl der insgesamt möglichen Betreuungsverhältnisse ist seit 2013 gesetzlich auf maximal 16 begrenzt. In der Großtagespflege zählen grundsätzlich alle anwesenden Kinder, auch eigene", betonte der Rathauschef.

Außerdem: Bei der Großtagespflege müsse, unabhängig von der Anzahl der zu betreuenden Kinder, eine pädagogische Fachkraft regelmäßig an mindestens vier Tagen und mindestens 20 Stunden die Woche tätig sein.

Die weiteren in dieser Form der Großtagespflege tätigen Tagespflegepersonen müssen an einer Qualifizierungsmaßnahme im Umfang von 160 Stunden teilgenommen haben.

Schwaller verwies in diesem Zusammenhang zudem auf eine Empfehlung des Kreisjugendamts Rosenheim. Diese besagt, dass die Kinderbetreuung "Nano" räumlich, qualitativ, konzeptionell und organisatorisch wie eine Kinderkrippeneinrichtung arbeite. Eine Betriebserlaubnis werde empfohlen.

Die Räumlichkeiten der Einrichtung wurden überdies durch das Kreisjugendamt Rosenheim besichtigt. Die Kinderbetreuung "Nano" an der Rennbahnstraße soll zum 1. Januar ihren Betrieb mit zehn Kinderkrippenplätzen aufnehmen, ab 2017 sind zwölf Kinderkrippenplätze anvisiert.

Ein Bedarf für 24 Kinderkrippenplätze ist nach Angaben der Verwaltung in Bad Aibling vorhanden. "Ich habe mit der Anerkennung kein Problem", betonte Schwaller. Bevor man neue Einrichtungen baue, sollte man ihm zufolge bestehende nutzen.

Bedarf in der Kurstadt ist vorhanden

Gleichzeitig betonte der Bürgermeister aber, dass gegebenenfalls ein Dezifitausgleich nicht erfolgen könne. "Hier gibt es ein anderes Gehaltsgefüge als bei den kommunalen Einrichtungen", so der Rathauschef. Auf Nachfrage von Thomas Höllmüller (CSU) erläuterte er, dass dieses Personal besser bezahlt werde.

Zugleich hatte die "Nano"-Leitung aber mitgeteilt, dass sie keine Defizitübernahme beantrage: "Wir wollen die Betreuung selber stemmen", betonte Martina Hafner-Haase in der Sitzung.

Unabhängig davon sei aber der städtische Zuschuss gemäß dem Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz von 40 Prozent. Die positive Beurteilung ging einstimmig an den Stadtrat.

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