Werkzeuge im Wert von 15.000 Euro gestohlen

Nach Beutezug in Tuntenhausen: Gericht verurteilt Rumänen zu Bewährungsstrafe

Diebesgut aus Tuntenhausen brachte ein 47-jähriger Rumäne mit seinem Kleintransporter nach Rumänien und übergab es dort an den Boss der Einbrecherbande, die auch in der Region Tuntenhausen auf Beutezug war.
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Diebesgut aus Tuntenhausen brachte ein 47-jähriger Rumäne mit seinem Kleintransporter nach Rumänien und übergab es dort an den Boss der Einbrecherbande, die auch in der Region Tuntenhausen auf Beutezug war.
  • vonTheo Auer
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Am 16. Juni 2018 wurden aus einer Halle der Firma Strabag in Tuntenhausen Werkzeuge im Wert von 15000 Euro gestohlen. Ein 47-jähriger Rumäne, der das Diebesgut außer Landes gebracht hatte, wurde jetzt vor dem Amtsgericht Rosenheim zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Tuntenhausen – Der Tuntenhausener Diebstahl ist eine von insgesamt 74 Straftaten, die eine rumänische Bande in ganz Deutschland zwischen 2016 und 2018 in großen Unternehmen und kleinen Handwerksbetriebe verübte. Gestohlen wurde, was immer sich zu Geld machen ließ.

Jahrelange verdeckte Ermittlung vor Zugriff

Verschiedene Kommissariate der bundesdeutschen Kriminalpolizei hatten die Verdächtigen schon seit längerer Zeit auf dem Schirm, ehe der Zugriff erfolgen konnte. Die Rumänen reisten regelmäßig in das Bundesgebiet ein und bewegten sich fast in ganz Deutschland.

Von 2017 bis 2018 wurden sie an den deutschen Grenzübergängen verdeckt überwacht, doch nie fand sich bei ihnen Diebesgut. Als Tarnung gaben die Männer an, als Saisonarbeiter in Deutschland zu arbeiten – unter anderem bei einem Spargelbetrieb in Rheinland-Pfalz.

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Ende 2018 schlug die Polizei dann zu. Der Kopf der Bande wurde 2019 in München zu knapp fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Anhand von DNA-Spuren konnte den Tätern ein Gesamtschaden von knapp 400 000 Euro nachgewiesen werden.

Die Auswertung der Telefonverbindungen des Bandenchefs ergab zudem einen Hinweis auf den jetzt Angeklagten: einen 47-Jährigen aus Bukarest. Er musste sich nun vor dem Amtsgericht Rosenheim verantworten. Dabei ging es um Diebesgut im Wert von 15 000 Euro, das im Juni 2018 aus der Firmenhalle der Strabag in Tuntenhausen gestohlen worden war, und das der Angeklagte nach Rumänien gebracht hatte.

Der 47-Jährige, der mit einem Kleinlaster regelmäßig Waren von und nach Deutschland transportierte, hatte sich schon früher beim Chef der Diebesbande für Transporte angeboten. Erst im Juni 2018 kam er darauf zurück und forderte den 47-Jährigen auf, für ihn Waren – das Diebesgut aus Tuntenhausen – nach Rumänien zu schaffen.

Die entsprechenden Beweise dafür lieferte die Telefonüberwachung der Polizei. Er hatte das Diebesgut zwischen legalen Transportgütern versteckt und in Bukarest an den Bandenchef übergeben. Sein Honorar: 200 Euro. Am 28. Juli wurde er in Köln festgenommen.

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Dass der Angeklagte nur einer von vielen Schmugglern war, machten die Ermittlungen der Kriminalpolizei klar. So hatten die Mitarbeiter des Spargelhofes beobachtet, dass von dort nahezu täglich Kleinlaster nach Rumänien starteten.

Vor dem Amtsgericht Rosenheim war der Angeklagte umfassend geständig. Weil er bislang weder in Deutschland noch in Rumänien straffällig geworden war und obendrein aus dem Schmuggel selbst kaum Profit gezogen hatte, beließ es der Vertreter der Staatsanwaltschaft bei einem Strafantrag wegen Hehlerei. Er forderte eine Haft von zwölf Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnten.

Mandant vor Gericht voll geständig

Rechtsanwalt Jakob Gerstmeier als Verteidiger betonte, dass sein Mandant geständig und nun bereits seit drei Monaten in Untersuchungshaft sei. Er beantragte eine Strafe von sechs Monaten, die zur Bewährung auszusetzen sei. Darüber hinaus sei er umgehend aus der Haft zu entlassen.

Das Gericht unter dem Vorsitz von Richterin Julia Haager verhängte eine Strafe von acht Monaten Gefängnis und setzte diese zur Bewährung aus. Der Rumäne wurde nach der Verhandlung direkt auf freien Fuß gesetzt.

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