Alte Fuchzgerl und D-Mark-Scheine werden zu Tafelgeld

Mit Sicherheitsabstand und Mundschutzwurden die ersten DM-Schätze ins Sammelglas der Bücherei eingeworfen. Maria Ostermeyer, Leiterin der Tafel Feldkirchen-Westerham, Irmgard Verstegen, Mitarbeiter in der Gemeindebücherei, und Christine Stieber, Leiterin der Tafeln Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham (von links). RE

Feldkirchen-Westerham – Die Gemeindebücherei startet jetzt eine ganz besondere Spendenaktion.

Wer noch D-Mark zu Hause hat, kann diese jetzt in der Bücherei in der Münchener Straße 4 abgeben und damit bedürftige Menschen in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham unterstützen, die von der Tafel mit Lebensmitteln versorgt werden.

Es ist eigentlich eine Weihnachtsgeschichte

Die Geschichte dieser Spendenaktion ist eigentlich eine Weihnachtsgeschichte, denn zum alljährlichen Treffen am Jahresende trat Irmgard Verstegen, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Gemeindebücherei, mit einer Idee an die Bücherei heran: „Wie wäre es, wenn wir in unserem Jubiläumsjahr 2020 für eine soziale Einrichtung vor Ort altesD-Mark-Geld sammeln?“ Alle waren begeistert von diesem Gedanken. Und schnell war auch klar, dass mit dem Geld die Tafel vor Ort unterstützt werden soll.

Mittlerweile ist es April geworden, und die Zeiten haben sich grundsätzlich geändert – doch die Tafel braucht mehr denn je Unterstützung. Aus diesem Grund startet die Bücherei die D-Mark-Sammlung ab sofort. Vielleicht finden sich ja gerade jetzt, wo viele Menschen die arbeitsfreie und ausgangsbeschränkte Zeit zum Aussortieren und Ausmisten nutzen, ein paar DM-Schätze im Keller oder auf dem Dachboden? Auch altes Urlaubsgeld der verschiedensten Währungen kann gern den Weg in die Bücherei finden.

Ziel ist es, das Sammelglas bis Ende des Jahres möglichst hoch zu füllen. Anschließend wird das Geld bei der Bundesbank getauscht und an die Tafel als Spende übergeben. „Das ist wirklich eine schöne Idee“, freut sich Tafel-Chefin Christine Stieber über die Spendenaktion.

Mit derzeit fünf von eigentlich 58 ehrenamtlichen Helfern bemüht sich die 73-Jährige Tag für Tag darum, ausreichend Lebensmittel für 80 bedürftige Familien zu sammeln. Die meisten Ehrenamtler sind zwischen 70 und 80 Jahre alt, gehören der Risikogruppe an. Um sie zu schützen, stemmt jetzt ein fünfköpfiges Team die Betreuung der beiden Tafeln in Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham. „Die Situation in den Supermärkten hat sich ein wenig entspannt, ist aber noch lange nicht wieder so wie vor der Corona-Krise“, beschreibt Stieber. Zum Glück gibt es viele spendenfreudige Menschen, die der Tafel und damit den bedürftigen Familien helfen, Geld oder Lebensmittel spenden.

„Erst kürzlich hat die gesamte Belegschaft von Cla riant Lebensmittel für uns gesammelt“, freut sich die Tafel-Chefin über die große Solidarität. „Für die Abholer hat sich das Sortiment ein wenig geändert, da wir jetzt vermehrt selbst einkaufen“, informiert Stieber.

Heute ist wieder Ausgabetag

Heute ist Donnerstag und damit Ausgabetag. Von 9.30 bis 10.30 Uhr kommen die Familien zum ehemaligen Postamt in der Münchener Straße 8 nach Feldkirchen oder an den Eichpold 10 nach Bruckmühl, um Lebensmittel abzuholen. Und bald werden auch alte Pfennige, Zehnerl, Zwanzgerl,Fuchzgerl, Zwickel undD-Mark-Scheine in Tafelgeld umgemünzt – bestimmt für besondere Menschen.

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