Bad Aiblings neuer Realschuldirektor: Werte sind wichtig – auch im Netz

Starten motiviert ins neue, noch digitalere Schuljahr: Realschuldirektor Matthias Wabner (stehend) mit den Verwaltungsangestellten Margret Obermaier und Monika Schlosser, den stellvertretenden Schulleitern Stephan Kausler und Stefanie Kieweg und sowie der Verwaltungsangestellten Barbara Elbel (von links). Lagler

Neues Schuljahr, neuer Schulleiter und eine klare Vision für die Zukunft: Matthias Wabner läutet an der Wilhelm-Leib-Realschule den digitalen Transformationsprozess ein, setzt weiterhin stark auf Wertebildung und freut sich auf Projekte im musischen Bereich.

Bad Aibling – Es wird gehämmert, gebohrt und geschraubt, Kabel liegen herum und Bauarbeiter laufen durch die Räume. Der neue Leiter der Wilhelm-Leibl-Realschule fühlt sich an seine erste Wirkungsstätte zurückversetzt: 2010 wurde unter Matthias Wabners Federführung die Realschule in Poing neu gegründet. „In den ersten zwei Jahren bin ich da sozusagen ein Experte auf der Bauebene geworden, lief jeden Tag mit Bauhelm über das Gelände. Von daher verschreckt mich hier die Baustelle im Zuge der Sanierungsmaßnahmen nicht. Sie weckt vielmehr den alten Gestaltungsgeist wieder.“

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Und dieser wird wohl auf verschiedensten Ebenen zum Ausdruck kommen. So plant Wabner, aus Nischen für die Spinde in den Gängen Besprechungs- oder Rückzugsräume zu machen. „Zum anderen werden wir ganz schnell WLAN im ganzen Haus haben. Wo es bis vor einer Woche nur einen WLAN-Router im ganzen Hasu gab, haben wir seit Freitag schon mal drei Hotspots. Das werden wir sukzessive ausbauen“, kündigt der Schulleiter an. Denn sein Credo lautet: „Unterricht muss nicht zwangsläufig im Klassenzimmer stattfinden. Vieles wird mobiler werden. Hier sehe ich mich als Hauptakteur.“

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Seit Jahren unterrichtet Wabner mit dem iPAd, hatte in Poing bereits die komplette Verwaltung auf digital umgestellt. „Natürlich wird nicht blind alles digitalisiert. Aber beispielsweise einen Papieraushang in den Gängen oder Zimmern wird es hier nicht mehr geben.“

iPads für die Schüler anschaffen

Das gehört ebenso zum digitalen Transformationsprozess wie die Anschaffung von iPads für die Schüler, die diese im Unterricht nutzen können. Zudem soll es eine Pilotgruppe aus Lehrerkollegen geben, die mit Tablets arbeiten, um Erfahrungen zu sammeln, auf die man im kommenden Jahr dann zurückgreifen kann. Dies geht einher mit einem Fortbildungskonzept, in dessen Rahmen die 66 Lehrer und 791 Schüler unter anderem lernen, einfachere Probleme selbst zu lösen. Auch werde man in Zukunft stärker als bisher digital mit den Eltern und untereinander kommunizieren. Einen ersten Einblick gibt die neu konzipierte Homepage der Schule.

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Doch legt Mattias Wabner Wert darauf, nicht rein als der „Digitalisierer“ wahrgenommen zu werden. Bildung, Erziehung und Wertevermittlung stehen bei ihm weiterhin ganz oben auf der Liste. „Ich lege sehr viel Wert auf Umgangsformen, dies wiederum eben auch im Netz“, betont der 45-Jährige.

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Was ihm besonders imponiert, ist die musische Ausrichtung der Schule: „Ich habe einen guten Vergleich, was an Schulen möglich ist und wie schwierig es oft ist, Schüler und Lehrer bei Projekten ins Boot zu holen. Ich muss sagen, es ist geradezu grandios, was hier auf die Beine gestellt wird. Da wird ein Feuerwerk aus Musik kreiert, es werden Texte umgeschrieben, das Bühnenbild gestaltet, eine erst vor Kurzem gegründete Streichergruppe tritt schon auf der Bühne mit auf – davor ziehe ich den Hut.“

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Seine neue Wirkungsstätte sieht der gebürtige Straubinger als Schule mit langer Tradition. „Es gibt gute Strukturen hier, einen großen Erfahrungs- und Wissensschatz, von dem ich profitiere. Ich erlebe hier unglaublich nette, aufgeschlossene Leute“, freut sich Wabner. Nur eines vermisst er schmerzlich: eine Aula. „Da blutet mir das Herz. Eine Aula ist zwingend nötig, sie gehört zu einer Schule unbedingt dazu. Das werde ich auch an die Verantwortlichen im Landkreis herantragen“, kündigt er an.

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Doch heute nun erlebt er erst einmal seinen „ersten Schultag“ an der neuen Wirkungsstätte – und ist damit nicht allein. Während sich die 130 Fünftklässler heute um 8.15 Uhr in der Schule versammeln, wird Matthias Wabner ausnahmsweise etwas später seinen Dienst antreten: Sein sechsjähriger Sohn wird in Wasserburg eingeschult und sein Zehnjähriger fängt in der dortigen Realschule an, die auch die zwölfjährige Tochter besucht.

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