Bad Aiblinger St.-Georg-Schule bezieht Container: 25 Räume in 777 Kartons verpackt

Trotz der Unmengen von Kartonagen gilt es für Rektor Wolfgang Baumann den Überblick zu behalten.

Klassen- und Lehrerzimmer, Lehrmittel- und Werkräume, Küche, Kunstraum und Sporthalle sind in 777 Kartons verpackt. Am Montag zieht die St.-Georg-Schule in ihr Übergangsquartier um. Auf die Pädagogen warten weitere arbeitsreiche Wochen, denn sie machen die Container unterrrichts- und coronafähig.

Von Torsten Neuwirth

Bad Aibling – Es ist ein Kraftakt: Unter Corona-Bedingungen und besonderen Lehrformen zieht die Grund- und Mittelschule St. Georgam Schuljahresende in ihre temporären Container um. Für 30 Millionen Euro sollen ein Neubau und ein Sportplatz entstehen. Vergleicht man diesen Umzug mit Fußball, dann spielt die Bad Aiblinger St.-Georg-Schulfamilie jetzt schon in der Verlängerung. Und das Rückspiel steht noch an. „Alle krempeln jetzt die Ärmel nochmal hoch und packen beherzt mit an – bis zum ultimativen Muskelkater“, ist Rektor Wolfgang Baumann auf sein „sensationelles Team“ stolz.

Ein Kraftakt am Ende des Schuljahres

Die „St. Georgianer“ erhalten dabei Unterstützung von der Stadt, anderen Bad Aiblinger und benachbarten Bruckmühler Schulen, vom gemeindlichen Bauhof und der Feuerwehr. „Die Teamarbeit ist einfach nur genial und unbezahlbar für uns“, richtet der Cheforganisator einen Dank an die Unterstützer-Gemeinde.

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Seit zwei Jahren schon laufen die „Mammut-Planungen“ der Grund- und Mittelschule für den Umzug in die „Container-Schule“ an der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße. Dabei wird nichts dem Zufall überlassen. „Das ist ein gewaltiger Logistik-Akt mit Arbeitstagen von bis zu 14 Stunden“, beschreibt der Schulleiter die Ist-Situation. Auch gibt er mit einem Lächeln zu, „dass es an manchen Tagen doch ganz schön ans Eingemachte geht“.

Die Dimensionen des Umzuges in die „Container-Schule“ lassen sich am besten mit Zahlen skizzieren: 320 Schüler packen seit den Pfingstferien mit 35 Lehrern ihre Koffer. Aus 17 Klassenzimmern, einem Lehrerzimmer, zwei Lehrmittel- und zwei Werkräumen sowie einer Küche, einem Kunstraum und einer Sporthalle wird alles Bewegliche und Tragbare in sage und schreibe 777 Kartons verpackt. Letztere und auch jedes einzelne Möbelstück müssen genauestens katalogisiert werden, „sonst würde beim Auspacken das totale Chaos ausbrechen“, beschreibt Baumann.

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Das komplette Equipment wird ab Montag von einer Firma in die 142 bereitgestellten Einzel-Modul-Container gebracht. „Auch wenn es nur 800 Meter Luftlinie bis zur Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße sind, ist das eine ordentliche Hausummer“, blickt der Schul-Chef dem Prozedere entgegen. Doch damit nicht genug: Jeder Umzugskarton will schließlich auch wieder ausgepackt werden. Zudem muss das Schulteam die komplette Unterrichts-Logistik den neuen schulischen Gegebenheiten anpassen.

100 Mädchen und Jungen besuchen die kleine Schule im Ortsteil Willing. Diese werden zum Sport und für das Unterrichtsfach Werken/Gestalten künftig zur Grundschule nach Götting in der Marktgemeinde Bruckmühl gefahren. Teile der Mittelschule absolvieren ihre Sportstunden in Heufeld – ebenfalls Marktgemeinde Bruckmühl.

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Das Fach Soziales wird an der Bad Aiblinger Realschule, das Fach Technik in Räumen der Berufsschule unterrichtet. Erschwerend kommt hinzu, dass parallel zu diesem Projekt die Planungen für das Schuljahr 2020/2021 laufen. Und als „i-Tüpfelchen“ muss die Schulleitung samt Lehrkörper noch flexibel auf die jeweils aktuellen Covid-19-Regelungen reagieren. „Langeweile wird es also auch in den kommenden Wochen bei uns nicht geben“, blickt Baumann mit einer großen Portion Optimismus nach vorn.

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