Bad Aiblinger Pfingstvolksfest: In den Biergarten statt ins Festzelt?

Kein dicht an dicht, kein „ruck ma zamm“ –zu Pfingsten wird es in Bad Aibling heuer keine Volksfestgaudi im Festzelt geben. Sollten es die Bestimmungen und Vorgaben von staatlicher Seite zulassen, denkt Festwirt Christian Fahrenschon eher an ein Biergartenfest unter freiem Himmel . dpa

Kein dicht an dicht, kein „ruck ma zamm“ – zu Pfingsten wird es in Bad Aibling heuer keine Volksfestgaudi im Festzelt geben. Sollten es die Bestimmungen und Vorgaben von staatlicher Seite zulassen, denkt Festwirt Christian Fahrenschon eher an ein Biergartenfest unter freiem Himmel .

Von Eva Lagler

Bad Aibling– Bad Aibling ohne Pfingstvolksfest – gab’s überhaupt schon mal seit Bestehen der Traditionsveranstaltung? „Nicht, dass ich wüsste“, sagt Festwirt Christian Fahrenschon. Und hofft, dass er auch heuer auf der Volksfestwiese an der Krankenhausstraße etwas auf die Beine wird stellen können. Auch wenn das Fest ganz anders aussehen würde als gewohnt, für den Fall, dass bis zum geplanten Termin Ende Mai die staatlichen Regelungen wieder etwas gelockert werden. „Auf keinen Fall aber wird es ein Fest im Zelt geben, das ist sicher“, so Fahrenschon.

„Planen kurzfristig und sehr vorsichtig“

Kurzfristig und sehr vorsichtig plane er zurzeit seine Frühjahrsveranstaltungen, abgesagt habe er noch keine. In jedem Fall stehe man in engem Kontakt mit den Kommunen und stimme sich mit diesen ab. Die Stadt Bad Aibling werde sich, was die Durchführung von Veranstaltungen angeht, strikt an die Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung halten, sagt Stephan Schlier, ab 1. Mai Bürgermeister von Bad Aibling. Derzeit könne man ohnehin nur von Woche schauen, wie es weitergeht.

Großer Biergarten unter freiem Himmel

Das sieht Fahrenschon genauso: „Wir müssen einfach schauen, wie sich die Situation entwickelt. Sollten bis zu den Terminen zum Beispiel die Ausgangsbeschränkungen wegfallen und die Biergärten wieder öffnen dürfen, dann könnten wir möglicherweise auf der Volksfestwiese sozusagen einen großen Biergarten mit Vergnügungsprogramm unter freiem Himmel machen“, gibt der Festwirt Einblick in seine Gedankenspiele.

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Dass dies mit enormem Aufwand und Auflagen verbunden wäre, sei klar. So müsste sowohl bei den zugelassenen Schaustellerbetrieben als auch beim gesamten Personal per Fragebogen genauestens dokumentiert werden, wo sich die jeweiligen Personen in den zwei Wochen zuvor aufgehalten haben, ob es Vorerkrankungen gibt, ob sie zuletzt Fieber hatten oder noch haben und vieles mehr. Erst aufgrund dieser Angaben könne über eine Teilnahme am Fest entschieden werden.

„Ein Geschäft wird es für keinen sein“

Über die Beweggründe sagt Fahrenschon: „Ein Geschäft wird es für keinen sein, wenn die Veranstaltung stattfinden würde. Aber wir wollen den Menschen und uns selber zeigen, dass es weiter geht und man positiv nach vorn schauen muss, wenn die Umstände es erlauben. Bis sich das Blatt im öffentlichen Leben wieder richtig wendet. Die Leute wollen einfach auch wieder raus und wir wollen schauen, dass wir im kleinen Umfang wieder Vergnügen bieten können.“

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Angedacht sei zu 90 Prozent Selbstbedienung an Imbisshütten und Grillhendl-stand. Stets mit Hinweis auf das Wahren von Abstand. So sollen pro Biertisch nur vier Personen sitzen, im Autoscooter pro Wagen nur eine. „Mein Bruder käme zum ersten Mal mit seinem Karussell nach Bad Aibling. Da wäre dann jedes zweite Fahrzeug gesperrt und in den anderen dürfte nur jeweils ein Kind sitzen, oder aber gemeinsam Kinder aus der gleichen Familie“, so die Überlegungen.

Keine Partybands und kein Seniorentag

Partybands würden die Festwoche heuer nicht prägen. „Fünf, sechs Musiker einer Blaskapelle“, das kann sich Fahrenschon eher vorstellen. Eines ist auch schon klar: Einen Seniorentag wird es, wenn das Biergarten-Fest stattfindet, nicht geben. „Lauter Menschen einer Risikogruppe? Nein, bestimmt nicht!“ Lieber gebe er Gutscheine aus und lade die Senioren im Herbst mal zu Hendl und Halbe ein.

Zusätzliches Sicherheitspersonal werde man auch benötigen, um auf die Einhaltung der Auflagen achten zu können. Was die hohen Hygieneanforderungen angeht, sieht er sich gut gerüstet. „Ich habe schon in Februar fünf Hektoliter Desinfektionsmittel und fünf Kanister Handreinigungsmittel bestellt. Die Lieferung ist mir fest zugesagt worden.“

Sämtliche Überlegungen, wie das Fest aussehen könnte, gelten im Übrigen auch für das Großkarolinenfelder Frühlingsfest. Das erste Volksfest im Landkreis, das von 15. bis 24. Mai stattfinden würde.

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