Bad Aibling zeigt Ausstellung „Moor than a feeling“ im Jubiläumsjahr

Was früher gut und und gesund war,ist es für viele auch heute noch: das Bad im Aiblinger Moor. Aib-Kur/Lagler

Mit dem Motto „Moor than a feeling“ kommt Bad Aibling in seinem Jubiläumsjahr topmodern daher – und schlägt mit seiner gleichnamigen Ausstellung an fünf Stationen im Stadtgebiet den Bogen von den Anfängen als Moorbad im Jahr 1845 zu den aktuellsten Standards der heutigen Zeit.

Von Eva Lagler

Bad Aibling – 175 Jahre Tradition als Moorbad, 125 Jahre als Heilbad – da kommt eine Menge an Historie, Dokumenten und Wissen zusammen. Zuviel, um im Jubiläumsjahr eine Ausstellung an nur einem Ort zu gestalten, das war Irene Holzapfel von der Aib-Kur, federführend bei diesem Projekt, und ihren Mitstreitern Lisa Prem (Aib-Kur, Marketing) und Kurdirektor Thomas Jahn von Anfang an klar. So entstand die Idee, die Jubiläumsausstellung „Moor than a feeling“ auf mehrere Stellen im Stadtgebiet zu verteilen.

Unvergessen: Dr. Desiderius Beck

Ein wichtiger Baustein ist dabei natürlich der königlich bayerische Gerichtsarzt Dr. Desiderius Beck, der vor 175 Jahren die erste bayerische Sole- und Moorschlamm-Badeanstalt in Bad Aibling, das spätere Ludwigsbad, eröffnete. Ihm hatte die Stadt bereits 2013 eine Ausstellung gewidmet, auf die man nun – basierend auf den Informationen des Historikers Dr. Gottfried Mayr – aufbauen konnte. Ihm und der Geschichte des Moorbades in Bad Aibling ist der Ausstellungsteil im Rathaus gewidmet.

Wahre Begeisterung für den Kurort

Bei den Recherchen stieß Irene Holzapfel auch auf eine alte Werbeschrift Becks, in der er die Moorbäder, den Ort Aibling, dessen Lage und Einwohner „regelrecht angepriesen hat“. Im „Haus des Gastes“ zeigt die Ausstellung nun die Entwicklung des Marketings von damals bis heute auf. „Es war sehr unterhaltsam, in den alten Dokumenten zu recherchieren. Da gab es tolle Ideen, die man vielleicht auch in das ,Jetzt‘ übersetzen kann“, sagt Irene Holzapfel.

Auch im Lichtspielhaus wird Geschichte lebendig

Eine interessante Ausstellungsfläche wird derzeit im leerstehenden „Lichtspielhaus“ genutzt. Erste Wurzeln, Gräser und Moose – zum Teil von Holzapfel selbst im Moorgelände von Johann Daxenbichler gesammelt – wecken dort schon die Neugier der Passanten. „Hier lassen wir eine Art Moorlandschaft entstehen und erklären alles rund um Entstehung, Abbau und Renaturierung, die Bedeutung des Moores für die Umwelt und vieles mehr“, so Holzapfel.

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Hierzu steuerte Dr. Wolfgang Bloch vom Historischen Verein viele wertvolle Informationen und Texte bei. Alte Fotos stellte die Firma Panradl zur Verfügung, altes Werkzeug konnte von Hubert Lang ausgeliehen werden. Auf großen Bannern sind unter anderem auch die Moorabbaugebiete Bad Aiblings zu sehen.

Klinik Wendelstein informiert über Anwendung und Heilkraft

Mit im Boot ist auch die Klinik Wendelstein, in der unter anderem auf neun Schautafeln über die vielfältige klinische Anwendung des Moores informiert wird. Dieser Part der Ausstellung ist praktischerweise auch mit dem Moorexpress zu erreichen.

Ludwigsbad – der Ort, an dem alles begann

An der Station auf dem Ludwigsbad-Gelände, wo einst das bedeutendste Haus am Platze stand, werden ebenfalls Informationstafeln mit zahlreichen historischen Aufnahmen zu sehen sein. Ab Samstag, 7. März, ist die Ausstellung, zu der auch Kreisheimatpfleger Hans Michael Stratbücker, der Leiter des Archivs im Heimatmuseum Manfred Schaulies, Texterin Isa von Liel und der städtische Bauhof wertvolle Beiträge geleistet haben, zu den Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtungen für die Öffentlichkeit zugänglich.

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