Eine Bad Aiblinger Expertin erklärt, wie Sie Ihre Ernährung verbessern

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  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Ein gesunder Lebensstil ist gerade in Zeiten von Corona wichtig, das bestätigt Bettina Kuba im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen. Allein schon kleine Schritte bewirken etwas. 

Bad Aibling – Wie wichtig die eigene Gesundheit ist, ist so manchem gerade in Zeiten von Corona so richtig bewusst geworden. Nicht nur die ungewohnten Arbeitsbedingungen, denen viele Menschen derzeit ausgesetzt sind – Homeoffice auf dem Küchenstuhl, wenig Bewegung und frische Luft, schnell ein Fertiggericht zwischendurch, Naschen nebenher – wirken sich negativ auf das körperliche Wohlbefinden aus. 

Unter anderem gelten Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes auch als Risikofaktoren für einen schwereren Verlauf bei Patienten, die an Covid19 erkrankt sind. Ein Umstand, der Mediziner und andere Experten umtreibt. Wir sprachen mit Bettina Kuba, Ernährungswissenschaftlerin aus Bad Aibling.

Frau Kuba, ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung sind generell mit die wichtigsten Faktoren, wenn es um einen gesunden Lebensstil geht. Warum kommt dem jetzt noch größere Bedeutung zu?

Bettina Kuba: Tatsächlich scheint es wichtiger denn je zu sein, etwas für sein körperliches und psychisches Wohlbefinden zu tun und damit eine starke Widerstandskraft zu entwickeln. Ein hoher Körperfettanteil beispielsweise kann die Immunreaktion des Körpers beeinflussen. Das Fettgewebe im Bauchraum, bei Adipositas etwa, sendet Botenstoffe aus, die den Körper in den Zustand einer ständigen chronischen Entzündung versetzen. Das macht den Menschen vermutlich anfälliger für Infekte.

Das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen, fällt vielen allerdings nicht leicht. Wenn ich nun so überhaupt nicht in Tritt komme – was kann ich tun?

Kuba: Sich nicht fragen: Was MUSS ich tun, um aus dem Nichtstun herauszukommen? Einfach mal überlegen: Was tut mir wirklich gut? Was möchte ich im Moment gerne machen? Was habe ich früher gern gemacht? Und sich klar darüber sein: Es ist nie zu spät, mit etwas Neuem zu starten. Denn jede kleine Veränderung hilft bereits.

Man hört immer, man solle sich Ziele stecken. Wie fange ich das an, wenn ich mich bisher noch nicht so mit der Thematik befasst habe?

Kuba: Sich erst einmal überlegen: Was passt zu mir und was kann ich auch längerfristig umsetzen, eben gerade weil ich es gerne tue? Nicht gleich volle Kanne loslegen und dann Gefahr laufen, die Lust zu verlieren. Man muss nicht gleich jeden Tag eine Stunde marschieren und 10 000 Schritte absolvieren. Vielleicht einfach mal eines der kurzen Programme auf einem der Videokanäle wie YouTube ausprobieren. Da gibt es welche, die nur zehn Minuten dauern. Das kann jeder.

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Wenn es mich dann aber frustriert, dass ich nach dem dritten Bauchaufzug nicht mehr kann oder schon nach dem zweiten Liegestütz keine Kraft mehr habe?

Kuba: Ja und? Dann belasse ich es heute eben bei den drei Bauchaufzügen und zwei Liegestütz, und bin um die Erkenntnis reifer, dass das im Augenblick nichts für mich ist! Und suche mir am nächsten Tag ein anderes Programm, das besser zu mir passt. Wichtig ist, dass ich bewusst wahrnehme, dass es mir und meinem Körper gut tut. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass ich mehr davon möchte. Druck sollte man auf jeden Fall vermeiden, denn das erzeugt nur Gegendruck.

Dann ist „Dranbleiben“ also das Zauberwort?

Kuba: Ja. Dranbleiben und an sich glauben! Auch beim Essen ist das so. Wer sich einmal am Tag bewusst für Salat oder Gemüse entscheidet, tut seinem Körper schon etwas Gutes. Schon kleinste Schritte bringen etwas. Mein Sohn zum Beispiel isst nicht wirklich gerne Obst. Wenn ich ihm einen Teller mit zwei Stückerl Apfel und drei Stückerl Banane, garniert mit ein paar Schokostreuseln, hinstelle, strahlt er mich an. Einen ganzen Apfel dagegen könnte ich gleich wieder mitnehmen.

Aber wenn es schnell gehen muss, greift man ja doch schnell mal zum Fertigprodukt?

Kuba: Ja. Ich kenne das selbst schon auch, vor allem aus Zeiten, in denen ich als Außendienstmitarbeiterin im Vertrieb gearbeitet habe. Doch wenn es ein Fertiggericht gibt, kann man dazu noch Rohkost servieren oder als Nachtisch Joghurt mit Beeren auftischen. So hat man auch eine gesunde Komponente dabei. Wenn die Zeit dazu da ist, kann man das auch in der Familie spielerisch umsetzen.

Wie kann das im Alltag aussehen?

Kuba: Indem man zum Beispiel Aufgaben verteilt: Jeden Tag kümmert sich ein anderer um das Hauptgericht. Die Aufgabe lautet: Es sollte immer mindestens eine Komponente aus frischen Zutaten dabei sein. Je nach Alter der Kinder kann man sie aktiv in die Gestaltung eines gesunden Alltags mit einbeziehen, beispielsweise indem man gemeinsam auf ein Gemüsefeld geht oder eben mit dem Radl zum Einkaufen fährt.

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