Bad Aibling: Die Schwierigkeit mit Wohnen auf Rädern in Corona-Zeiten

Der Besuch in der Heimat fällt heuer aus: Brigitte und Gerd Teschner haben in der Region keinen Stellplatz für ihr Wohnmobil gefunden und sind jetzt auf dem Weg nach Schweden. privat

Nichts war’s mit dem üblichen Heimaturlaub in der Region Rosenheim: Das reisefreudige Ehepaar Gerd und Brigitte Teschner fand heuer keinen Stellplatz für sein Wohnmobil – und fährt jetzt weiter nach Schweden.

Von Johann Baumann

Bad Aibling– Die Corona-Krise sorgt abgesehen vom medizinisch-gesundheitlichen Aspekt für zahlreiche weitere Schwierigkeiten und Probleme – ob schulisch, wirtschaftlich oder familiär. Mit einem nicht ganz alltäglichen Problem sieht sich das Ehepaar Gerd und Brigitte Teschner (65 bzw. 64 Jahre alt) konfrontiert.

Mit dem Wohnmobil durch Europa

Die beiden haben sich vor einigen Jahren nach ihrem Renteneintritt ein Wohnmobil gekauft und touren seither über weite Teile des Jahres durch Europa. Ihre Wohnung im Rosenheimer Ortsteil Pang, in der sie noch immer gemeldet sind, haben sie inzwischen ihrem Sohn überlassen. Dieser hat drei Kinder, die ihn seit der Trennung von seiner Ehefrau regelmäßig besuchen und auch bei ihm übernachten.

Wenn Gerd und Brigitte Teschner meist im Frühjahr und Herbst jeweils für etwa vier Wochen in ihre Heimat kommen, leben sie in dieser Zeit auf Campingplätzen wie beispielsweise in Bad Feilnbach oder auf dem Wohnmobilstellplatz an der Therme in Bad Aibling.

Von der Quarantäne in Portugal zurück in die Heimat

Vor kurzem von einer Portugal-Reise (Corona-Quarantäne dort miteingeschlossen) zurückgekommen mussten sie feststellen, dass in Bayern alle Campingplätze wegen Corona gesperrt sind. „Jetzt bei dem Corona-Wahnsinn ist es sehr schwer für Leute, die im Wohnmobil leben“, schrieb Herr Teschner in einer hilfesuchenden E-Mailnachricht, unter anderem an die Stadt Bad Aibling. „Warum kann man den Stellplatz an der Therme nicht für Bewohner des Landkreises Rosenheim öffnen, die dort nicht als Touristen, sondern als Bewohner stehen?“ Er schlägt darin vor, ein Verbotsschild für Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen mit Vermerk „nicht für Touristen“ aufzustellen.

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Der Leiter der Stadtwerke, Fritz-Walter Keilhauer, an den die Anfrage vom Rathaus aus zuständigkeitshalbe weitergeleitet wurde, erklärte auf Anfrage unserer Zeitung: „Unser Wohnmobilstellplatz an der Therme ist aufgrund der allgemeinen Verfügung durch das Bayer. Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geschlossen und wir können ihn für Übernachtungen nicht aufmachen.“ Er bedauert daher, dass dem Ansinnen von Gerd Teschner nicht abgeholfen werden könne. Er empfiehlt dem Betroffenen, sich um eine Stellmöglichkeit seines Wohnmobils bei einem der privaten Stellplatzbetreiber in der Region zu bemühen.

„Verbringen Sommer jetzt in Schweden“

Gerd und Brigitte Teschner haben sich inzwischen jedoch für eine andere Lösung entschlossen. In einem Telefongespräch mit unserer Zeitung teilte Gerd Teschner mit: „Wir sind bereits auf dem Weg nach Norden, haben in Travemünde eine Fähre gebucht und werden den Sommer in Schweden verbringen.“ Beide hoffen nun, dass bei ihrer üblichen Rückkehr im Herbst die Schließung der Camping- und Stellplätze hierzulande wieder aufgehoben ist.

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