Pläne für Kellerberg-Terrassen in Bad Aibling endlich unter Dach und Fach

Blick auf das neue Wohn- und Geschäftshausauf der Kellerberg-Tiefgarage vom Ludwigskreisel aus. Labonte Architektur und Städtebau
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Nach langen Jahren des Stillstandes kommt Bewegung in das Projekt „Bebauung der Tiefgarage am Kellerberg“. Zur jüngsten Sitzung lag dem Bauausschuss nun endlich der Bauantrag für die Errichtung des Wohn- und Geschäftshauses am östlichen Eingang zum Bad Aiblinger Stadtzentrum vor.

Bad Aibling – Mit 10:1 Stimmen gab das Gremium den Weg frei für die Planung, die Architekt Ludwig Labonte (Labonte Architektur und Städtebau) im Detail erläuterte.

Gemäß dem Siegerentwurf aus dem Fassadenwettbewerb (wir berichteten) werden die beiden unteren Geschosse in Betonbauweise mit großen Glasflächen errichtet. Die drei oberen Geschosse entstehen in Holzbauweise, die Fassaden werden begrünt. Während im Erdgeschoss Verkaufsflächen für den Einzelhandel geplant sind, sollen im ersten Obergeschoss drei Büroeinheiten und eine weitere Verkaufsfläche für Einzelhandel Platz finden.

Loggien und Balkone für die Obergeschosse

Die Stockwerke ab dem zweiten Obergeschoss sind dann bereits zurückgesetzt und mit Loggien und Balkonen versehen – daher auch der Name „Kellerberg-Terrassen“ für dieses Projekt. Sechs Wohneinheiten sind im zweiten und sieben im dritten Obergeschoss vorgesehen. Die Wohnungen gruppierien sich laut dem Planer um einen lichten Innenhof. Auf dem dritten Obergeschoss wird das zurückgesetzte Penthouse errichtet. „Wir freuen uns, dass nun endlich der erste Schritt für die Realisierung getan werden kann“, schloss Labonte seine Präsentation.

Nachbesserungsgbedarf bei den Stellplätzen

Und auch SPD-Rat Richard Lechner bekannte: „Wir sind alle entzückt.“ Er betonte, nichts verzögern zu wollen, jedoch gebe es bei der Stellplatzberechnung noch Nachbesserungsbedarf. Er verwies auf den städtebaulichen Vertrag mit dem Investor, der Firma Auer Bau, in dem das Nutzungsrecht für die Tiefgarage aufgeteilt ist: „Die acht Frauenstellplätze und die erste Ebene sind auf 20 Jahre der Stadt Bad Aibling vorbehalten. Das ist auch im Grundbuch gesichert. Über die können Sie bei Ihrem Stellplatznachweis nicht verfügen.“ Nach seinen Berechnungen würden 13 der erforderlichen 79 Stellplätze derzeit fehlen.

Zustimmende Worte für die Planung gab es von CSU-Stadtrat Johann Schweiger für die zukunftsweisende Bauweise: „Unten Beton und oben der nachwachsende Rohstoff Holz, dazu mehr Grün – das möchte ich ausdrücklich loben.“ „Auch wenn man dort etwas Schöneres hätte machen können, werde ich zustimmen“, bekannte Thomas Höllmüller (CSU).

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Während Florian Weber (BP) die Planung als „traurig“ und „gruselig“ bezeichnete, lobte Martina Thalmayr (Grüne) die Pläne mit den Worten: „Mir gefällt es.“ Allein die Einzelhandelsnutzung vermochte sie nicht zu überzeugen – es gebe bereits zu viel Leerstand in der Stadt. „Als Gesundheitsstadt wäre es wichtig für uns, noch mehr Ärzte anzusiedeln. Das wäre in meinen Augen der perfekte Standort für ein Ärztehaus. Besteht hier nicht die Möglichkeit, noch einmal das Gespräch zu suchen, ohne die super Planung zu ändern?“

Gesundheitszentrum einst nicht durchzusetzen

Labonte gab zu bedenken, dass für Arztpraxen noch mehr Stellplätze nachgewiesen werden müssten als für die vorgesehene Büronutzungen. „Bei Büros ist das ein Stellplatz pro 30 Quadratmeter, bei Praxen ein Stellplatz pro 20 Quadratmeter“, bekräftigte Lechner. Er erinnerte zudem daran, dass schon die ursprünglichen Pläne zu Zeiten des Vorbesitzers, an dieser Stelle ein Gesundheitszentrum zu errichten, gescheitert seien.

Mit 10:1 Stimmen brachte der Bauausschuss das Vorhaben schließlich auf den Weg. Die laut Stellplatzsatzung auf der Grundlage des städtebaulichen Vertrags eforderlichen Stellplätze müssen aber nachgewiesen werden.

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