Bad Aibling: 1,4 Millionen Euro für den neuen Hort

Mit Holzlamellen wird die Fassade des neuen Hortes versehen. Über eine Begrünung wird auch noch beraten. Das Metallgeländer der Außentreppe zieht sich wie ein Band um das Gebäude.

Platz für 75 Kinder bietet der neue Hort mit Mittagsbetreuung an der Luitpoldschule. In seiner jüngsten Sitzung brachte der Bauausschuss das 1,4 Millionen-Euro-Projekt auf dem Areal nördlich der Schule auf den Weg.

Von Eva Lagler

Bad Aibling– In dem zweigeschossigen Gebäude mit den Maßen 17 auf 16 Meter sind die Hausaufgaben- und Gruppenräume laut Johanna Flohr-Seubert vom städtischen Bauamt in zwei Zonen gegliedert. Die belebte Zone befindet sich im Erdgeschoss, in dem die drei Gruppenräume untergebracht sind. Im Obergeschoss ist die ruhige Zone mit den Hausaufgabenräumen angesiedelt.

Räume so flexibel wie möglich nutzen

Die Haupträume werden mit mobilen Trennwänden versehen. „Das ermöglicht eine maximale Flexibilität in der Raumnutzung. Die Gruppenräume können so eine Doppelnutzung bekommen und auch als Speiseraum genutzt werden“, schilderte Flohr-Seubert die Vorteile. Die Gebäudehülle wird mit vertikalen Holzlamellen aus Weißtanne, die vorgegraut werden, versehen. „In Kombination mit dem Metallgeländer der Außentreppe ergibt sich ein spannungsvoller Kontrast zwischen rau und glatt, grau und farbig“, so die Bauamtsmitarbeiterin.

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Sie stellte auch die beiden Dachvarianten vor: begrüntes Flachdach mit Photovoltaikanlage oder Walmdach, optional mit Photovoltaikanlage. Vorteil der ersten Variante: „Die Dachbegrünung bietet einen natürlichen Schutz vor Hitze und Kälte und spart somit weitere Kosten. Sie bietet eine Lärmminderung aufgrund der Masse des Aufbaus und erhöht die Effektivität der Photovoltaikanlage durch die Kühlungsleistung der Begrünung. Zudem kann die Photovoltaikanlage auf dem Flachdach je nach Bedarf optimal gewartet werden“, so die Flohr-Seubert.

Diese Argumente überzeugten die Mehrheit der Ausschussmitglieder, die mit 7:4 für die Variante mit Flachdach und Photovoltaikanlage stimmten. Wie Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) im Verlauf der Sitzung mitteilte, hätten auch schon Gespräche mit dem wahrscheinlichen Träger, dem Verein Fokus Familiennetzwerk, stattgefunden. Dieser habe erklärt, dass in dem Gebäude auch eine sogenannte Ausgabeküche benötigt werde. Fokus sei zu einer Eigenleistung von 30 000 Euro bereit.

Anwohner sorgen sich wegen des Lärms

Stadtbaumeister Andreas Krämer ging noch auf die Nachbarproblematik ein, da an das Vorhaben reine Wohnbebauung angrenzt. Die meisten Anwohner hätten nichts gegen den Hort an sich, befürchteten aber Lärmbelästigungen in der Pause. Ein Emissionsgutachten besage allerdings, dass von dem Hort keine schädlichen Einwirkungen auf die Nachbarschaft ausgehen würden.

Florian Weber (Bayernpartei) erkundigte sich nach Möglichkeiten, den Nachbarn hier in irgendeiner Weise entgegenzukommen. Dazu habe es bereits Überlegungen gegeben, erklärte Krämer. Allerdings: „Ein effektiver Schutz bedeutet eine Vorrichtung mit einer Höhe von mindestens vier Metern Höhe.“ Das veranlasste Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG) zu ihrem Vorschlag, das Grundstück mit einer großzügigen Bepflanzung einzufassen. „Wir wollen die Einrichtung ja nicht einmauern. Eine Abgrenzung, beispielsweise mit einer Vogelhecke, dient zum einen dem Naturschutz und zum anderen wird auch aus psychologischer Sicht der Abstand deutlich.“

Wandbegrünung besonders wichtig

Dem schloss sich CSU-Rat Johann Schweiger an. Er befürchtete jedoch, dass das viereckige Gebäude den Lärm „ganz schön zurückwerfen wird“. Eine Wandbegrünung indes würde wohl den Lärm schlucken. „Deshalb wäre mir diese hier noch lieber als ein begrüntes Dach. Wobei wir hierebenfalls mit gutem Beispiel vorangehen sollten, denn auch ein grünes Flachdach ist in Sachen Schall- und Wärmedämmung besser.

Grün für Dach und Wände?

Weber hingegen sprach sich klar für die Walmdachvariante aus. „Flachdächer werden am Ende dann doch höher und teurer.“ Das sah auch Thomas Höllmüller (CSU) so, der sich für eine Wandbegrünung und gegen ein Flachdach aussprach.

Mit 10:1 Stimmen forderte das Gremium letztlich, zu überprüfen, ob eine Wandbegrünung möglich sei. Darüber berät der Ausschuss in seiner heutigen Sitzung (Beginn um 17 Uhr im Rathaus). Eine von Martina Thalmayr (Grüne) angeregte Begrünung des Durchgangs hinterhalb der Turnhalle soll ebenfalls noch geprüft werden.

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