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Bad Aibling: Lebenswerte Heimat mitgestalten in „Baukulturregion Voralpenland“

Von der Lückenschließung bis zur Brachflächenbebauung reichen die Maßnahmen, auf die in der Baukulturregion Voralpenland das Augenmerk gelegt wird.  Bundesstiftung Baukultur
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Von der Lückenschließung bis zur Brachflächenbebauung reichen die Maßnahmen, auf die in der Baukulturregion Voralpenland das Augenmerk gelegt wird. Bundesstiftung Baukultur

Für eine liebens- und lebenswerte Heimat will der Aiblinger Stadtrat – möglichst in Zusammenarbeit mit den Bürgern – verstärkt eintreten. Deshalb wird die Stadt nun Mitglied im neuen Leader-Projekt „Baukulturregion Voralpenland“.

Bad Aibling – Es ist ein hehres Ziel, das die Leader-Arbeitsgemeinschaft Mangfalltal-Inntal ins Auge gefasst hat: Baukultur-Vorzeigeregion wolle man werden, hatte Geschäftsführerin Gewendolin Dettweiler im Frühjahr vor dem Kreisausschuss verkündet (wir berichteten). Das Gremium hat sich bereits mehrheitlich hinter das Pilotprojekt „Baukultur im Voralpenland gestellt

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Nun beschloss auch der Stadtrat von Bad Aibling, dass die Stadt – neben zwölf weiteren Kommunen aus vier Landkreisen – dem Zusammenschluss (siehe Kasten) beitritt.

Standortvorteil und Resourcen nutzen

Eines der Ziele: Den Standortvorteil der heimischen Landschaft zu nutzen und die Ressource Landschaft durch durchdachte, moderne und regionaltypische Baukultur hervorzuheben, anstatt sie durch Beliebigkeit zu schwächen.

Eines der Ziele: Sensibilisierung für Baukultur

Mit dem Projekt, das auf mehrere Jahre angelegt ist, erhoffen sich die Initiatoren und auch die Teilnehmer eine Sensibilisierung für Baukultur in Kommunen, Verwaltung und Bürgerschaft.

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„Auf dem Wohnungsmarkt gibt es bei uns einen Riesendruck. Die hohen Grundstückspreise und die effiziente Nutzung vorhandener Flächen sind Punkte, die uns alle angehen“, betonte Bürgermeister Felix Schwaller. Deshalb sei es wichtig, Vorschläge von Fachleuten zu bekommen, die eine klare Struktur aufweisen.“

Dies werde durch das Leader-Projekt, in dem Handlungsanleitungen und Werkzeuge zur Stärkung der Baukultur auf kommunaler und regionaler Ebene vermittelt werden, ermöglicht. Schwerpunkt-Themen sind hier außerdem Siedlungsentwicklung, Ortsmittengestaltung und Bekämpfung der Leerstände.

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Bad Aiblings Stadtbaumeister Andreas Krämer verwies im Gespräch mit unserer Zeitung darauf, dass Bad Aibling in einer „extremen Zuzugsregion“ liege. „Zwischen München und Rosenheim tut sich eine Menge, und ich bin überzeugt, dass das in den kommenden 15 bis 20 Jahren noch mehr wird.“ Krämer sieht in dem Baukultur-Projekt Möglichkeiten, über den Stadtentwicklungsplan hinaus vieles in einem vernünftigen Maß zu steuern. Vor allem auch was die Verkehrswege – sei es Neu- oder Ausbau – angeht.

Zudem gelte es, Baulandschaft in einem vernünftigen Maß hinaus zu entwickeln, nicht in die Fläche zu gehen, sondern nachzuverdichten oder in die Höhe zu bauen. Mit dem Modellprojekt betrete man zwar Neuland, und es sei entscheidend, dass alle beteiligten Kommunen mitziehen. „Aber wenn das Ergebnis so wird, wie angedacht, dann ist das für die Region etwas sehr Nachhaltiges.“

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Bei den geplanten „Baukulturwerkstätten“, dem Austausch zwischen den teilnehmenden Gemeinden und den öffentlichen Veranstaltungen geht es darum, auf die einzelnen Phasen des Bauens und den notwendigen Dialog zwischen Bürgern, Eigentümern und Kommunen zu achten.

Kosten für Modellprojekt werden gefördert

Die Kosten seien zwar „nicht wenig“, räumte Bürgermeister Felix Schwaller ein. Aber das Modellprojekt werde erheblich gefördert, sodass letztlich 26 400 Euro für Bad Aibling anfielen, die – verteilt auf die kommenden vier Jahre – bereitgestellt werden müssten.

Ob Brachflächenbebauung, Umbau, Um- oder Neunutzung, Aufstockung An- oder Ersatzneubau oder Lückenschließung: „Das sind genau die Themen, die uns betreffen“, betonte Stephan Schlier (CSU). Er erkundigte sich bei Krämer, wie hoch er den Aufwand für das Bauamt einschätze. Schließlich habe die Gemeinde Schliersee bereits einen Rückzieher gemacht. Dort hatte man laut Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer in der Rathausverwaltung letztlich „keinerlei Kapazitäten“ gesehen, „um die geforderte intensive Mitarbeit bewältigen zu können“. „Wir fahren gerade trotz guten Personalstands an der Obergrenze“, räumte Krämer ein. Was das Modellprojekt angehe, werde das meiste zwar ihn selbst betreffen: „Aber ich glaube, dass es durchaus machbar ist.“

Bürgerbeteiligung oberstes Gebot

Martina Thalmayr (GOL) freute sich über die „große Chance, die in diesem Projekt steckt. Denn es wird und muss sich was verändern“. Den Prozess solle man gemeinsam mit den Bürgern angehen, um die Entwicklung bestmöglich zu steuern. Bürgermeister Felix Schwaller bekräftigte: „Bürgerbeteiligung ist oberstes Gebot.“ Das sah auch Thomas Höllmüller so: „Es muss uns alle interessieren, wie unsere Zukunft vielleicht ausschauen soll. Ich hoffe, dass da ein gutes Ergebnis herauskommen wird.“

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Das Förderprojekt „Baukulturegion Voralpenland“ hat eine Laufzeit von rund drei Jahren. Neben den fünf Kommunen aus dem Landkreis Rosenheim – neben Bad Aibling und Samerberg haben sich auch Bad Feilnbach, Neubeuern und Kiefersfelden beworben – sollen acht weitere aus den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen dazu gehören. Jede Gemeinde wird über einen Zeitraum von sechs Monate intensiv von einem Büro, das die Projektarbeit organisiert, betreut. Auf dem Weg zur Baukulturgemeinde werden dazu diverse Workshops durchgeführt. Zugleich gibt es innerhalb der drei Jahre auch immer wieder übergeordnete Workshops, bei denen sich alle Gemeinden innerhalb der „Baukulturregion Voralpenland“ untereinander austauschen sollen.

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich nach der ersten Kostenschätzung auf circa 1,12 Millionen Euro, die jedoch gefördert werden.

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