Bad Aibling: Kühlung löst logistisches Problem der Tafel

Freut sich über das neue Fahrzeug: stellvertretender Tafelleiter Ulrich Sibbers.
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Freut sich über das neue Fahrzeug: stellvertretender Tafelleiter Ulrich Sibbers.

Die Bad Aiblinger Tafel hat ein neues Fahrzeug in Betrieb genommen. Es schließt eine Lücke in der Kühlkette und beseitigt somit ein bisher bestehendes logistisches Problem beim Transport von Lebensmitteln.

Bad Aibling– Es waren zahlreiche helfende Hände, die sich zu einer vielgliedrigen Unterstützerkette geformt haben. Sie war die Grundvoraussetzung dafür, dass die Aiblinger Tafel die rund 43 000 Euro aufbringen konnte, die für den Ankauf des Mercedes-Kastenwagens mit Kühlaufbau erforderlich waren. „Ich danke allen, die dazu beigetragen haben, dass wir unseren Fuhrpark modernisieren konnten“, sagt Tafelleiter Dr. Stefan Stöckel. Neben dem Entgegenkommen des Autohauses Bader, das laut Stöckel einen Abschlag von 3000 Euro beim Kaufpreis gewährte, stützt sich das Finanzierungskonzept noch auf vier weitere wichtige Säulen.

Auf Pfandrückerstattung verzichtet

15 000 Euro flossen von der Sparkassenstiftung Zukunft für den Landkreis Rosenheim, 10 000 Euro stellte die Lidl-Kette Deutschland aus Pfandbeiträgen zur Verfügung. Dieses Geld wird von Kunden gespendet, die in deren Supermärkten leere Flaschen zurückgeben und auf die Pfandrückerstattung verzichten. Lidl spendet dieses Geld deutschlandweit für die Arbeit der Tafeln. Weitere 5000 Euro stammen von einer Privatperson aus Bruckmühl, mit 2000 Euro griff das Wirtschaftsforum Mangfalltal der Tafel unter die Arme. Insgesamt umfasst der Fuhrpark der Einrichtung drei Fahrzeuge, jetzt verfügen alle über einen Kühlaufbau.

Der neue Kastenwagen ersetzt einen zehn Jahre alten Transporter ohne einer solchen Kühlbox, der rund 150 000 Kilometer auf dem Tacho hatte. „Der war mittlerweile sehr reparaturanfällig und für unsere Zwecke einfach nicht mehr geeignet. Wenn wir größere Lebensmittelspenden erhalten und die Ware abholen müssen, wird uns in der Regel zur Auflage gemacht, mit einem Kühlfahrzeug zu kommen“, weiß stellvertretender Tafelleiter Ulrich Sibbers. Diese Voraussetzung habe das alte Fahrzeug nicht erfüllt.

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Das neue Auto wird allerdings nicht nur für die Abholung von Lebensmittelspenden genutzt, sondern auch für die Belieferung von Tafelkunden, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht persönlich zur wöchentlichen Lebensmittelausgabe erscheinen können. Die Corona-Pandemie hat die Herausforderungen für die Tafel im Bereich des Lieferservices nach Auskunft von Tafelleiter Dr. Stefan Stöckel deutlich vermehrt. „Seit Beginn des Lockdowns liefern wir jede Woche etwa 70 Lebensmittelkisten mehr als früher ins Haus“, berichtet er. An die 50 Stück werden derzeit an Bedürftige in den Gemeinden Großkarolinenfeld, Tuntenhausen und Bad Feilnbach verteilt, rund 70 Bedürftige werden im Bad Aiblinger Stadtgebiet und den Ortsteilenbeliefert. Hinzu käme die Versorgung zahlreicher Bezugsberechtigter, die sich ihre Lebensmittel nach wie vor in der Ausgabestelle in der Rosenheimer Straße in Bad Aibling abholten. Um immer ausreichend Lebensmittel zur Verfügung zu haben, fahren die Aiblinger Tafelautos zum Teil Warenspender an, deren Sitz über 100 Kilometer von der Kurstadt entfernt liegt.

Fahrzeugübergabe erfolgt

Bei der Fahrzeugübergabe brachte auch Felix Schwaller, der Vorsitzende der Bürgerstiftung Bad Aibling, unter deren Dach die Tafel fungiert, die Hoffnung zum Ausdruck, dass die noch bestehende Finanzierungslücke für den Kauf des Fahrzeugs durch private Spender geschlossen werden kann. Rund 10 000 Euro fehlen noch. Nicht nur für Schwaller wäre es eine große Freude, wenn dieser Betrag bis zur für Ende September geplanten Fahrzeugsegnung zusammenkäme.

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