Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Neuer Laden im Aiblinger Westend: Nur eine Übergangsnutzung bis zum Abriss

Der Übergangsmieter im Aiblinger Westend.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
    schließen

Wie es auf dem Sport-Fischbacher-Gelände weitergehen sollte, hatte der Stadtrat Bad Aibling eigentlich entschieden. Abriss und Neubau. Jetzt ist dort ein neuer Laden aufgetaucht. Doch kein Neubau? Doch. Der neue Mieter ist nur für eine Übergangszeit da.

Update am 21. Februar

Wieso kommt jetzt noch ein neues Geschäft in den ehemaligen EP-Laden im Aiblinger Westend, wenn das Gebäude doch abgerissen werden soll?“, fragen sich derzeit viele Aiblinger, die am Sport-Fischbacher-Gelände vorbeikommen. Schließlich war die Neubebauung des Areals erst vor wenigen Wochen eingehend im Stadtrat behandelt und in die Wege geleitet worden.

Übergangsnutzung anstelle von Leerstand

Die Antwort gibt Florian Eisner, Geschäftsführer „Werndl & Partner“, dem Unternehmen, das das Gelände entwickelt: „Weil es noch dauert, bis es überhaupt losgehen kann und weil der Bauabschnitt auf diesem Teil des Geländes erst später an der Reihe ist.“

Deswegen habe man nun auch die Räumlichkeiten neben Sport Fischbacher für eine Übergangsnutzung vermietet. „Wir wollen ja nicht an jedem Eck von Bad Aibling für Leerstände zuständig sein“, meint er lakonisch mit Blick auf das Lichtspielhaus-Projekt im Stadtzentrum, das sich durch Bürgerentscheid und Stadtratsdebatten verzögert hat. Möglich seien auf dem Areal im Westend jetzt Nutzungen mit kurzen Laufzeiten bei den Mietverträgen.

Abbruch soll "Mitte des kommenden Jahres" beginnen

Wie die Bebauung auf dem Areal am westlichen Ortseingang künftig aussehen soll, hat der Stadtrat Ende Dezember festgelegt, indem er sich für einen der zwei Siegerentwürfe eines Architektenwettbewerbs entschied. Auf dieser Grundlage erstellt nun ein Stadtplaner einen Bebauungsplanentwurf, der dann das Verfahren durchläuft.

„Wenn alles einigermaßen glatt läuft, kann Mitte kommenden Jahres mit dem Abbruch und Neubau im östlichen Teil – dort, wo der alte Hof und der frühere Getränkemarkt stehen – begonnen werden“, so Eisner gegenüber unserer Zeitung.

Unklar, wie es mit den aktuellen Mietern weitergeht

Der erste Bauabschnitt dürfte ihm zufolge zweieinhalb bis drei Jahre in Anspruch nehmen. „Da sind wir dann schon im Jahr 2024.“ Erst danach gehe es mit dem Sport-Fischbacher-Gebäude weiter. Was während der Bauzeit dann mit den aktuellen Nutzern geschieht und ob diese eventuell in den dann schon fertigen Neubau ziehen, dazu könne man noch überhaupt nichts sagen.

„Es gab schon mal ein Gespräch mit Sport Fischbacher. Auch die Post halten wir an diesem Standort für sehr wichtig. Wir wollen, dass sie auf jeden Fall dort bleibt“, betont Eisner. „Aber wir sind einfach noch so früh im Verfahren, dass es keinen Sinn macht, jetzt schon über Umzüge oder Mietverträge dort zu sprechen“, erklärt er im Hinblick auf den zeitlichen Ablauf.

_____

Der ursprüngliche Artikel vom 20. Dezember 2019

Bad Aibling – Nicht leicht machte sich der Stadtrat die Entscheidung, welche Architektur künftig den westlichen Stadteingang prägen wird. Nach zweieinhalb Stunden stand fest: Die begrünte Flachdach-Lösung bekommt mit 13:11 Stimmen den Vorzug vor der Satteldach-Variante.

Am Ende war es für die meisten eine Bauchentscheidung

Zwischen den beiden Siegerentwürfen aus einem Architektenwettbewerb für die Bebauung des Sport-Fischbacher-Areals an der Westend-/Münchner Straße musste der Stadtrat ins einer jüngsten Sitzung wählen. Weder der begleitende Architekt Stefan Roßteuscher („beide Entwürfe sind sehr unterschiedlich, beide haben eine sehr hohe Qualität“) noch Verwaltung oder Bauaussschuss hatten eine Empfehlung abgegeben und auch für die meisten Stadträte war es letztlich eigenen Angaben zufolge eine Bauchentscheidung.

Klimaschutz als wichtiges Thema

Dabei ging es nicht rein um Optik und Architektur, sondern auch um das Thema Klimaschutz und die optimale Möglichkeit, Dächer, Fassaden und Freiflächen hochwertig zu begrünen.

So soll sich der Stadteingang im Westen(Sport-Fischbacher und früheres WEZ-Gelände) künftig präsentieren. Auf dem Gelände ist ein Anteil von 65 Prozent für Wohnungen, 25 Prozent für Gewerbe oder soziale und kulturelle Zwecke sowie zehn Prozent für geförderten Wohnungsbau vorgesehen. Arge Steinsailer, Bessing/Brokmeier

Diese Option hatte zunächst Andreas Leupold vom Büro Leupold Brown Goldbach Architekten aus München (LBGo) an seinem Entwurf eingehend erläutert. Dieser sah diverse Baukörper mit Satteldächern vor. Richtung Süden, „fernab vom Schall“, hingegen waren Terrassenwohnungen mit kräftiger Begrünung und viel Holz geplant. Der „Hochpunkt“ mit fünf Geschossen plus Dachgeschoss sollte hier eher mittig auf dem Areal errichtet werden.

Lesen Sie auch hier: Neues Gesicht für Stadteingang gesucht

Die Architekten Arge Steinsailer, Bessing/Brokmeier hingegen hatte den höchsten Baukörper bewusst vorne an die Westend-/Münchner Straße gesetzt und durchgehend mit Flachdächern geplant. „Wir wollen einen attraktiven Stadtbaustein schaffen, der als Ensemble erkennbar ist und einen konsequenten, modernen, innovativen Auftakt am Stadteingang setzt.“

Die Arge setzte im Gegensatz zu LBGo auf eine Durchgängigkeit des ganzen Geländes, um es „öffentlich erlebbar“ zu machen, samt einer „anger-artigen Aufweitung mit Aufenthaltsqualität“, während im Rücken der Anlage ein kleinerer interner Quartiersplatz vorgesehen ist.

„Grünpotenzial bis zu 70 Prozent“

Hubert Steinsailer sprach von einem „Grünpotenzial von bis zu 70 Prozent“. Ein Aspekt den Stephan Schlier (CSU) hervorhob: „Ich glaube, ich habe noch nie ein Bauwerk mit so viel Dachgrün gesehen.“ Allerdings sei auch noch eine Fassadenbegrünung von zehn bis 15 Prozent wünschenswert.

Wilhelm Bothar (parteilos) hingegen bezweifelte, dass sich die 70 Prozent Begrünung realisieren lassen.

„Katastrophal und eine Verschandelung“

Auf die Architektur zielte Florian Weber (Bayernpartei), der die Flachdach-Variante als „katastrophal“ bezeichnete. Er befürchtete, dass dadurch ein „Sozialgefüge geschaffen wird, das alles andere als passend für Bad Aibling ist“. Zum Thema Begrünung und Klimaschutz meinte er: „Lasst uns erst mal dort mit Begrünung beginnen, wo schon Flachdächer vorhanden sind. Hier an dieser Stelle würde der Baustil das Ortsbild verschandeln.“ Er bat seine Ratskollegen mit eindringlichen Worten darum, das Ortsbild „nicht auf dem Altar des modernen Zeitgeistes zu opfern“.

Dieter Bräunlich (ÜWG) appellierte ebenfalls für die Satteldach-Variante, wenn man „etwas für Bad Aibling Passendes schaffen möchte“. Vom ökologischen Gesichtspunkt her nähmen sich beide Entwürfe nicht viel.

Das könnte Sie auch interessieren: Ja zu fünfstöckigem Blickfang

Rudi Gebhart (ÜWG) zeigte sich eher skeptisch: „Was das Grün bei Planungen angeht, wird viel gemogelt.“ Er forderte, noch mehr auf Fotovoltaik auf den Dächern zu setzen und tendierte „aus dem Bauch heraus“ für die Variante mit Satteldach. „Die Flachdach-Lösung mit dem vielen Grün scheint mir übertrieben, weil es in Wirklichkeit nicht so aussehen wird.“

Lesen Sie auch hier: „Wir bringen Parks auf Dächer – via App“: Azubi aus Unterwössen überzeugt Fachjury

Ganz anders CSU-Rat Johann Schweiger: „ Wir müssen umdenken und anders bauen. München hat den Klimanotstand ausgerufen, Bad Aibling handelt.“ Für ihn spielen die Themen Grün, Wasserspeicher, Regenwasserrückhalt und CO2-Bindung eine viel wichtigere Rolle als die Dachformen. „Gehen Sie mal in Altstädte. Da sehen Sie kein Dach. Die definieren sich alle über ihre Fassaden.“

„Beide nehmen Thema Nachhaltigkeit sehr ernst“

Dass beide Entwürfe das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst nehmen, erklärte Martina Thalmayr (GOL). Sie lobte die Wohnqualität und die Übegänge zur umliegenden Bebauung. „Es ist total schwierig, sich für einen der Entwürfe zu entscheiden. Das wird wohl aus dem Bauch raus geschehen.“

„Beide hochwertig und ansprechend“

Ihre Fraktionskollegin Heidi Benda sah beide Entwürfe in der Diskussion zum Teil „harsch und vernichtend kritisiert“. In ihren Augen seien alle beide hochwertig und äußerst ansprechend. „Wunderbar finde ich das viele Grün.“ Sie tendierte zur Flachdach-Variante, bei der ihr auch das „öffentlich erlebbare Quartier“ gefiel. Mit 13:11 stimmte der Stadtrat schließlich für den von Steinsailer präsentierten Entwurf.

+++

Tipp der Redaktion:Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Auf Antrag von Richard Lechner (SPD) soll im Bebauungsplan festgesetzt werden, dass die Nutzung für großflächigen Lebensmittelhandel und Discounter ausgeschlossen ist. Zudem soll die Geländeoberkante an das Gehsteigniveau angepasst werden. Wie von Schlier gefordert, soll der Anteil an Fassadenbegrünung bei zehn bis 15 Prozent liegen.

Lesen Sie auch hier: Besseres Klima durch mehr Stadtgrün

Kommentare