Bad Aibling: Hilfsangebot für Menschen in Corona-Quarantäne

Wo Einschränkungen im Alltag die Menschen zwingen,zuhause zu bleiben, möchte die evangelische Kirchengemeinde Bad Aibling praktische Hilfe anbieten. dpa
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    vonEva Lagler
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Was tun, wenn es einen plötzlich selbst trifft und man aufgrund des grassierenden Coronavirus das Haus nicht mehr verlassen kann oder darf? Die evangelische Kirchengemeinde will Betroffenen helfen – mit der Initiative „Brot und Rosen“.

Bad Aibling – Verhältnisse wie in Italien, wo die Menschen ihre Wohnungen und Häuser wegen des Coronavirus kaum noch verlassen, herrschen hierzulande noch nicht. Doch häufen sich die Meldungen von Infektionen, Absagen und Warnungen mittlerweile auch in der Region fast minütlich.

Gemeinsam durch die Krise

Der Blick auf die kommenden Tage und Wochen wühlt auch die evangelische Kirchengemeinde Bad Aibling auf: „Viele Menschen – egal ob jung, ob alt – können wegen häuslicher Quarantäne wichtige Erledigungen nicht vornehmen. Dies kann der Weg zum Briefkasten, zur Apotheke, zum Einkaufsmarkt sein“, sagt Pfarrer Markus Merz.

Er äußert hier für die evangelische Kirchengemeinde die Überzeugung: „Eine veränderte Situation erfordert neue Schritte. Wenn viele nicht mehr aus ihren Häusern gehen, brauchen sie Unterstützung.“

Kirchengemeinde startet Initiative „Brot und Rosen“

Unter dem Leitwort „Brot und Rosen“ soll nun eine Initiative aufgebaut werden, die dieser sozialen Aufgabe gerecht wird und auch Mut machen soll, sich zu melden. Entstanden sei diese Überlegung durch die Rückmeldung von Gemeindegliedern, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aus dem Haus gehen und selbst aber zurückhaltend sind, um einen solchen Dienst zu erbitten.

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Unvergessliche Stunden

Sicherheit steht an erster Stelle

„Dabei muss natürlich gut überlegt sein, dass dies ohne Kontaktaufnahme gut machbar ist und niemand sich oder andere gefährdet“, betont Merz. Sicherheit ist auch hier die oberste Devise. Im evangelischen Pfarramt können sich Bürger, die dabei mitwirken möchten, unter brotundrosen.badaibling@elkb.de melden. Es können sich auch diejenigen melden, die gerne einen solchen Dienst annehmen würden und um Hilfe bei Erledigungen bitten.

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Was dann möglich nötig wird und wie die Aktion dann in die Tat umgesetzt werden kann, wird sich laut Merz erst in folgenden Tagen zeigen. Denn: „Es kann vorab gar kein Konzept geben. Wir müssen einfach warten, wie die Resonanz ausfällt, und hören, was die Menschen brauchen. Wir stellen erst einmal eine Frage in den Raum, ohne eine Lösung zu haben. Denn wer schnelle Antworten hat, wird überrollt von den Fragen von gestern und heute.“

Vom Mut, dem anderen zuzuhören

Für Merz und sein Team ist wichtig: „Man muss den Mut haben, zu hören, wie es dem anderen geht. Und vor allem auch die schauen, die zuhause sind und auf Unterstützung angewiesen sind.“ Die evangelische Kirchengemeinde sieht in der Idee einen gesellschaftlichen Impuls. „Und dann müssen wir einfach sehen, wer den Ball aufgreift. Jeder hat individuelle Lebensumstände, Bedürfnisse und Probleme, auf die wir versuchen können, einzugehen.“

Weshalb die Initiative „Brot und Rosen“ getauft wurde, ist indes noch nicht so ganz klar. Man habe dem Kind jetzt einfach mal diesen Namen gegeben, mehr verriet Merz noch nicht.

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