Coronavirus in Bad Aibling: Mitarbeiter(in) im Rathaus ist infiziert

Das Bad Aiblinger Rathaus ist bereits seit Dienstag für Besucher geschlossen. Seit Freitag sind die Mitarbeiter des Einwohnermeldeamtes nicht mehr im Büro. re
  • Eva Lagler
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Seit Freitag ist das Einwohnermeldeamt der Stadt Bad Aibling wegen eines positiven Corona-Testergebnisses einer dort beschäftigten Person geschlossen. Die unmittelbaren Kontaktpersonen dürfen ebenfalls nicht mehr im Rathaus arbeiten.

Bad Aibling – Die bis Freitag bundesweit immer noch allerorts zu beobachtende Sorglosigkeit und zum Teil auch Unvernunft der Bürger hatte auch vor dem Bad Aiblinger Rathaus nicht Halt gemacht. Das war der Grund dafür, dass Bürgermeister Felix Schwaller sich am Dienstag entschloss, das Rathaus und die Stadtverwaltung zu schließen: „Im Bürgerbüro und Einwohnermeldeamt ging teilweise zu wie im Taubenschlag“.

Appelle verhallten

Seine persönlichen Appelle an die Bad Aiblinger, Abstand zu halten und möglichst nur noch die dringendsten Behördengänge zu erledigen, verhallten. „Ich brauche nur schnell eine Meldebescheinigung“, „Jetzt haben wir grad gut Zeit, um Behördliches zu erledigen“, „Ich möchte meinen Pass verlängern“ – Gründe, die genannt wurden, gab es viele. „Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sich auch bei uns der Erste ansteckt – bei der Masse an Besuchern“, sagt Schwaller.

Bis zu 1000 Besucher täglich

Bis zu 1000 seien es täglich gewesen, rund 500 in der Bücherei mit Lesecafé und ebenso viele im Bürgerbüro. Grund für ihn, die Schließung zu verfügen.

Nun also dennoch der erste positive Test in den Reihen der Mitarbeiter und als Reaktion die Maßnahme, vorsorglich alle Kontaktpersonen, die bekannt waren, zu benennen und ebenfalls nach Hause zu schicken.“ Alles weitere Erforderliche läuft jetzt über das Gesundheitsamt“, so der Bürgermeister.

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Dies fällt jetzt in die Zeit, in der die Angestellten und Mitarbeiter der Stadt mitten in den Vorbereitungen zur Bürgermeisterstichwahl am 29. März stecken. Doch logistisch versucht man, auch mit dieser Situation klarzukommen.

„Es herrscht nach wie vor große Solidarität. Von der Aib-Kur und den Stadtwerken haben sich auf unsere Anfrage hin sofort einige Mitarbeiter gemeldet, die nun nach Kräften mithelfen“, sagt der Rathauschef. Sie werden auch übers Wochenende im Einsatz sein.

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Anfang der Woche sollen die Briefwahlunterlagen an die über 15200 Stimmberechtigten verschickt werden. Alle Wahlscheine und auch die Merkblätter müssen in der Stadtverwaltung ausgedruckt werden: „Das ist normal nicht die Größenordnung für uns hier, aber im Moment geht es nicht anders“, so stellvertretende Wahlleiterin Andrea Nagel. Die Stimmzettel für die Landratsstichwahl wurden im Laufe des Freitags gebracht, die für die Bürgermeisterwahl sollen am Montagvormittag geliefert werden.

Die städtischen Angestellten und Mitarbeiter sind nun dabei, schon alle Kuverts und bereits vorhandene Unterladen soweit vorzubereiten, dass am Montagmittag alles zeitnah in die Post ann.

Wie berichtet, erfolgen die Stichwahlen ausschließlich per Briefwahl.

20 Briefwahllokale für die Stichwahl

Die Anzahl der Briefwahllokale wurde in Bad Aibling von zwölf auf 20 aufgestockt. Sehr viele Wahlhelfer, die bereits am 15. März im Einsatz waren, haben laut Nagel ihre Bereitschaft erklärt, wieder mit an Bord zu sein.

Alle werden voraussichtlich nicht benötigt. Da jedoch mit Absagen zu rechnen sei, sei es gut, noch auf eine Reserve zurückgreifen zu können.

In den Briefwahllokalen - untergebracht in der Hofberg-, Luitpold- und St. Georgschule – werde darauf geachtet, dass auch die Wahlhelfer in gebührenden Abstand von einander platziert sein werden.

Für sehr dringende Fälle, die das Einwohnermeldeamt betreffen, werde man in der kommenden Woche indes eine Lösung haben, so Bürgermeister Schwaller.

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