Bad Aibling: Bald heißt es Umzugskisten packen: Von St. Georg- in die Containerschule

Hier geht‘s rein: Rektor Wolfgang Baumann (links) und Bürgermeister Stephan Schlier vor dem Eingang zur „Containerschule“ an der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße. Lagler

Das ist kein alltäglicher Umzug: Mit Sack und Pack geht es für die große St.-Georg-Schulfamilie im Sommer in ihr Übergangsquartier namens Container-Schule. Wir haben uns schon mal umgeschaut in Domizil für die kommenden drei Jahre.

Von Eva Lagler

Bad Aibling – Nach langem Vorlauf geht es nun mit großen Schritten auf das Mammutprojekt „Neubau St. Georg-Schule“ zu. Mit der Containerschule an der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße, die für die kommenden drei Jahre als Ausweichquartier für die rund 320 Grund- und Hauptschüler sowie das 40-köpfige-Lehrerkollegium dienen wird, wurde der erste Baustein bereits gesetzt.

Schulleiter Wolfgang Baumann ist angetan von den Räumlichkeiten: „Ich hatte sie mir anders vorgestellt, aber damit lässt sich gut leben.“ Auch Bürgermeister Stephan Schlier legt Wert darauf, dass man mit dieser 2,6 Millionen-Euro-Lösung keinen „Notbehelf“ geschaffen habe. „Schließlich ist es fast eine ganze Grundschulgeneration, die diese Einrichtung besuchen wird.“ Das Stadtoberhaupt machte sich vor Ort ein Bild von den hellen Räumlichkeiten, den modernen Sanitäranlagen, und den Gegebenheiten.

Auch Volkshochschule kann Räume nutzen

Die 18 Klassenzimmer haben Größen von 50 beziehungsweise 68 Quadratmetern. Hinzu kommen je ein Raum für Werken und Gestalten, für die Mittagsbetreuung und für Informatikunterricht, Verwaltungs- und Lehrerzimmer und einige weitere Räume. Die Barrierefreiheit im Erdgeschoss ist laut Baumann gegeben, bei Bedarf könne eine Rampe angebracht werden, über die man ins Innere gelangt. Genutzt werden können die Räumlichkeiten im Übrigen auch von der Volkshochschule für deren Kursangebote außerhalb der Schulzeiten.

Umzug erfolgt in den Sommerferien

Die Möbel ziehen in den Sommerferien von der Sonnenstraße ebenfalls mit an den neuen Standort. Nur das, was nicht mehr benötigt wird oder zu sehr in die Jahre gekommen ist, wird über den Verein „Orfanis – Hoffnung und Zukunft für Waisen“ weitergegeben, der in Osteuropa unter anderem auch Schulen ausstattet. Baumann hat Bilder von den Einsatzgebieten gesehen: „Dort fehlt es wirklich am Allernötigsten.“

Indes sind für den Schulbetrieb in Bad Aibling die Weichen bereits gestellt. „Uns allen ist klar, dass es sehr eng werden wird, aber wir sind gerüstet“, so Baumann. Er hebt die „unglaublich tolle Unterstützung durch die umliegenden Schulen hervor: Die Willinger Schüler werden zum Sport, Werken und Gestalten an die Grundschule Götting fahren, die anderen können zum Sporteln die Jahn-Anlage und die Halle an der Justus-von Liebig-Schule in Heufeld nutzen, während Soziales an der Wilhelm-Leib-Realschule und an der Rupert-Egenberger-Schule unterrichtet werden kann. Auch die Berufsschule stellt Räumlichkeiten für den Technikunterricht der achten bis zehnten Klassen zur Verfügung.

Zum Mittagessen geht es in die Mensa

Für die Mittagsverpflegung, die zwischen 70 und 100 Grund- und Mittelschüler in Anspruch nehmen, kann die Mensa des Fördervereins des Gymnasiums im Schulzentrum genutzt werden. Damit die Schüler nicht über die Straßen laufen müssen, ermöglicht die Wirtschaftsschule Alpenland den Weg über ihr Gelände. Auch die dortige Aufstellfläche für Schüler im Brandfall darf genutzt werden: als Pausenfläche der Grund- und Mittelschule.

Lesen Sie auch: Bürgermeister Stephan Schlier: „A neis Kapitel“ für Bad Aibling

Von der neuen Schulbushaltestelle, die gerade an der Münchner Straße vor dem Dienstleistungszentrum der Volksbank Raiffeisenbank errichtet wird, können die Schüler ebenfalls abseits von Straßenverkehr zur Schule gelangen. Wobei die meisten Kinder und Jugendlichen dem Schulleiter zufolge ohnehin mit dem Fahrrad oder Roller kommen. Und bei den Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, „da setzen wir einfach auch die Vernunft, was die beengten Verhältnisse angeht“, sagt Baumann.

Abbruch im Herbst, Inbetriebnahme im September 2023

Der Abbruch der St. Georg-Grund- und Mittelschule an der Sonnenstraße steht heuer im Herbst im Terminkalender. Wenn mit der Baugenehmigung alles glatt läuft, könnte der Spatenstich für den Neubau im Frühjahr 2021 erfolgen. Die Inbetriebnahme des neuen Gebäudes ist für den Schuljahresbeginn im Herbst 2023 anvisiert. Für das Großprojekt inklusive Zweifachturnhalle sind, wie berichtet, insgesamt 45,5 Millionen Euro eingeplant, wobei nach Abzug der förderfähigen Kosten für die Stadt Bad Aibling voraussichtlich ein Anteil von circa 25 Millionen Euro verbleiben würde.

Kommentare