Bad Aibling: Archäologen werden in der Hofmühlstraße fündig

In dieser Baugrube wurden die Bodendenkmäler sichergestellt.
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In dieser Baugrube wurden die Bodendenkmäler sichergestellt.

Vor allem alte Pfostengruben zählen zu den Grabungsfunden, die Archäologen in einer Baustelle an der Hofmühlstraße freigelegt haben.

Von Johann Baumann

Bad Aibling – Nach dem umfangreichen Archäologeneinsatz im Zusammenhang mit der Restaurierung der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt waren in der Kurstadt zuletzt erneut Ausgrabungsexperten tätig. Im Zuge einer größeren Baumaßnahme in der Hofmühlstraße stieß man in der Baugrube auf Bodendenkmäler.

Der Bereich war aufgrund seiner Nähe zum Bodendenkmal D-1-8138-0131 „Untertägige mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde und Funde im Bereich von Schloss Aibling und seiner Vorgängerbauten sowie Siedlung vorgeschichtlicher Zeitstellung, unter anderem des Jungneolithikums und der späten Hallstattzeit“ vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege beauftragt worden.

Datierung wird präzisziert

Bei der Ausgrabung haben Archäologen jetzt unter anderem unzählige Pfostengruben gefunden, zum Teil mit noch erhaltenen Pfosten. Ferner wurden Mauerzüge, mehrere Öfen und eine mehrere Meter lange Fischreuse aus Weidengeflecht entdeckt. Die Fischreuse datiert vermutlich ins Mittelalter.

Leider gab es dem Landesamt zufolge sehr wenig Fundmaterial, um diese Datierung zu untermauern oder zu präzisieren. Auch die Baustrukturen sind nur vorläufig ins Mittelalter und in die frühe Neuzeit zu datieren.

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Es wurden sehr viele Holzproben entnommen, auch von den Holzpfählen, die die Fischreuse hielten. Erst nach deren Untersuchung wird eine genaue zeitliche Einordnung möglich sein.

Zudem sind die „Bodendetektive“ bei der Ausgrabung auf mehrere Mühlsteinfragmente gestoßen. Sie belegen die Nutzung des Areals als Mühle. Die letzten Gebäude der Hofmühle wurden 1986 abgerissen. Die Anfänge der Hofmühle könnten bereits ins frühe Mittelalter zurückreichen. Belegt ist die Hofmühle selbst erstmals 1270/80 im jüngeren Herzogsurbar als „molendinum Hofperch“.

Scherbenmaterial vom Hofberg

Neben den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Befunden kam auch Fundmaterial aus der Urnenfelderzeit (um 1100 vor Christus) zu Tage. Nach Aussage der Behörde handelt es sich vermutlich um verlagertes Scherbenmaterial vom Hofberg.

Dort wurden Gräber dieser Zeitstellung bei archäologischen Untersuchungen vor einigen Jahren erfasst. Bemerkenswert an der Fläche ist auch, dass dort das Atelier des Malers Wilhelm Leibl stand. Die Fundamente des Ateliers wurden bei der archäologischen. Maßnahme ebenfalls aufgedeckt und dokumentiert. Die Ausgrabungen sind nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege inzwischen abgeschlossen.

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