Bad Aibling: „Abschlussfeier to go“ an der Wilhelm-Leibl-Realschule

Lehrer Maximilian Pfleger brachte die Zeugnisse mit Mundschutz und Handschuhen zu den einzelnen Empfängern, hier zu Anna Hegedüs, Klasse 10a.Baumann

Heuer war alles anders bei der „Abschlussfeier to go“ mit dem Motto „Mit Abstand die Besten“ in der Wilhelm-Leibl--Realschule. Anstatt einer gemeinsamen Feier erhielten die 133 Schülerinnen und Schüler der sechs Abschlussklassen abwechselnd in zwei Turnhallen jeweils im Stundentakt ihre Zeugnisse überreicht.

Bad Aibling- Es war längst eine liebgewonnene und freudige Jahresroutine in der Wilhelm Leibl-Realschule: Die Absolventen erhielten in einer glanzvollen Feier ihre Abschlusszeugnisse für den mittleren Schulabschluss, es gab mehrere Ansprachen, verschiedene Ehrungen und ein anspruchsvolles, „selbst gemachtes“ Musikprogramm.

„Jetzt stehen wir hier mit Masken“

Die Übergabe durch die zuständige Lehrkraft erfolgte mit Mundschutz und Handschuhen und ohne Händeschütteln. ImRahmen des Hygienekonzeptes konnten pro Schüler bzw. Schülerin zwei Begleitpersonen an der Feier teilnehmen - jeweils zusammen an einem Stehtisch. Auf die schulischen Auswirkungen der Corona-Krise ging auch Schulleiter Matthias Wabner eingangs seiner Ansprache ein, die - wie alle anderen Reden und Musikbeiträge - alle Absolventen jeweils auf einem Stick erhielten. „Die letzten Wochen vor euren Abschlussprüfungen werdet ihr sicherlich nie vergessen“ stellte er fest. Jahrelang habe man darauf hin gefiebert „und jetzt stehen wir hier mit Masken“. Der heutige Abschluss markiere nicht nur das Ende der Schulzeit, sondern auch den Anfang eines neuen Lebensabschnittes.

Richtige Freunde suchen

„Das Leben wird euch weiterhin vor persönliche Herausforderungen stellen“ betonte er und ergänzte: „Mit eurem Wissen, euren Fähigkeiten und mit eurem Engagement werdet ihr die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidend prgen“. Der Realschul-Direktor vermeldete mit Stolz, dass 32 Schülerinnen und Schüler mit einer „Eins“ vor dem Komma abgeschnitten haben. Den Absolventen wünschte er abschließend unter anderem Neugierde, Mut, Verlässlichkeit, Gespür für Gerechtigkeit, Umsicht und echte Freunde - „keine vermeintlichen Instagram-Freunde, Follower und Influencer, die sich anmaßen, vorgeben zu können, was für euch gut und richtig ist“. Landrat Otto Lederer beglückwünschte die Absolventen in einer Videobotschaft. Er mahnte jedoch, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen und zitierte Mark Twain: „In 20 Jahren wirst du dich mehr ärgern über die Wege, die du nicht gegangen bist als über die, die du falsch gegangen bist“.

Die Elternbeirats-Vorsitzende Christina Schierloh stellte den Ausspruch von Arthur Schopenhauer„Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand“ an den Beginn ihrer Ansprache. Bildung müsse man sich aber erarbeiten. Die Schule sei dabei weit mehr als Bildung, sondern auch Verbindung. Das Jahr sei prägend gewesen. „Trotz aller Unwägbarkeiten habt ihr durchgehalten, Nerven bewiesen und alle erfolgreich bestanden“ hob sie lobend hervor. „Ihr macht nach eurem Abschluss auf unterschiedlichen Wegen weiter - aber jetzt ist Sommer und es heißt durchschnaufen“ erklärte der evangelische Pfarrer Markus Merz und wünschte den Schulabgängern „Gottes Segen auf eurem weiteren Weg“.

Die Glücksgöttin Fortuna stellte die zweite Vorsitzende des Fördervereins, Marianne König, in den Mittelpunkt ihres Beitrags. Normalerweise solle sie lächeln bei den Prüfungen, die diesmal jedoch Corona gekennzeichnet habe. Fortuna sei aber auch die oft launige Schicksalsgöttin. Jeder von euch solle den Weg finden, der ihn glücklich macht. „Möge Fortuna euch in Zukunft immer ihr lächelndes Gesicht zuwenden“ wünschte sie zum Schluss. „Ihr habt eine gute Zukunft vor euch, die ihr selber gestalten könnt - hängt euch rein“, appellierte der katholische Pfarrer Georg Neumeier, verbunden mit seinem Segen.

Digitaler Gottesdienst

Als „ein riesiges Musical mit verschiedenen Musikrichtungen als Fächer“ definierten Eva Englhart, Alexander Douklias, Manuel Zach als Sprecher der Schülermitverwaltung die Schulzeit und den letzten Vorhang als Abschluss. Danach fange jeder nun sein neues eigenes Musical mit unterschiedlichen Rollen an.

Zum Schluss bedankten sie sich bei den Lehrkräften als „Regisseuren“ und bei „Intendant“ Matthias Wabner für die Unterstützung. Auf dem Stick sind ferner bebilderte Wünsche der Lehrkräfte und der Jugendsozialarbeit, Stimmen von Schülern zum Homeschooling und ihre nachdenklichen Gedanken zum weiteren Lebensweg sowie ein digitaler Abschlussgottesdienst enthalten.

Die Besten der Besten

Die Besten der Besten der Wilhelm-Leibl-Realschule mit einem Notendurchschnitt von 1,50 und besser):

Anja Hopfensperger (1,08),Magdalena Lausch (1,17), Elisabeth Schmelzer (1,17), Maresa Huber (1,27),

Sophia De Luca (1,33), Veronika Lindl (1,33), Felix Emmer (1,33), Eva Englhart (1,42), , Sonja Schwaiger (1,42), Sophie Huber (1,50), Sophia Meier (1,50), Johanna Wierl (1,50).

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