Bad Aibling: 45,5 Millionen Euro für die neue Schule

Für die Containerschule an der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße wird derzeit alles vorbereitet. Baumann

Auf 45 Millionen Euro sind die eingeplanten Kosten für den Neubau der Grund- und Mittelschule St. Georg geklettert. Ein finanzieller Kraftakt, den die Stadt Bad Aibling in den kommenden Jahren zu bestreiten hat: Abzüglich der Fördermittel rechnet sie mit einem Eigenanteil von 25 Millionen Euro.

Von Eva Lagler

Bad Aibling– Auf 37,8 Millionen Euro war der Neubau der St.-Georg-Grund- und -Mittelschule geschätzt worden, als der Stadtrat im Januar 2019 dem Vorhaben an der Sonnenstraße zugestimmt hatte. Damals erwarteter Gesamtkostenanteil der Stadt nach Abzug der Fördermittel: knapp 21 Millionen Euro. Nun liegt die Kostenberechnung vor. Und die fällt, wie erwartet, noch einmal deutlich höher aus. 45,5 Millionen Euro – das war die Summe, die Projektsteuerer Jens Brand (Constrata Ingenieur-Gesellschaft mbH, Bielefeld) dem Gremium in der jüngsten Sitzung präsentierte.

Anteil der Stadt bei 25 Millionen Euro

Abzüglich der zu erwartenden Förderung von circa 50 Prozent der voraussichtlich zuwendungsfähigen Kosten kämen, so Brand, auf die Stadt Bad Aibling letztlich rund 25 Millionen Euro zu.

Der Neubau des Schulhauses wird laut der aktuellen Berechnung mit 26,3 Millionen Euro veranschlagt. Die neue Zweifachturnhalle kommt auf rund 4,45 Millionen Euro. Die Baunebenkosten bezifferte Brand auf 7,4 Millionen Euro. 1,95 Millionen Euro müssen für die Außenanlagen eingeplant werden.

Drei Millionen Euro für die Container-Schule

Rund drei Millionen Euro kosten die Container, in denen die Schüler während der Bauzeit unterrichtet werden. Diese werden, wie berichtet, an der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße westlich des Schulzentrums aufgestellt. Die vorbereitenden Arbeiten hierfür haben bereits begonnen. Mit 1,3 Millionen Euro schlägt voraussichtlich der Abbruch des alten Schulgebäudes samt Turnhalle auf dem Gelände an der Sonnenstraße zu Buche. Ob es noch Altlasten gibt, wird laut Bürgermeister Felix Schwaller gerade untersucht.

Zum Schluss blieben noch die Erschließungskosten, die laut der Berechnung auf knapp 180 000 Euro kämen.

Hausmeisterwohnung über der Fahrradhalle

Ein schon in der Vergangenheit im Gremium umstrittener Posten ist die Hausmeisterwohnung. Ursprünglich im Schulgebäude selbst vorgesehen, ist sie im Moment über der neuen Fahrradabstellhalle geplant. Gesamtkosten für dieses Bauwerk: knapp 833 000 Euro. „Sollte die Hausmeisterwohnung am Ende mehrheitlich doch nicht gewünscht sein, muss das der neue Stadtrat zu gegebener Zeit entscheiden“, so Schwaller.

Der Stadtrat nahm letztlich den Sachverhalt zur Kenntnis und beschloss mehrheitlich, der Entwurfsplanung mit aktualisierter Kostenberechnung zuzustimmen. Er beauftragte, die Verwaltung, auf dieser Grundlage einen Bauantrag beim Landratsamt Rosenheim einzureichen.

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Bürgermeister Felix Schwaller zeigte sich zuversichtlich angesichts der großen Herausforderung, die mit diesem Projekt auf die Stadt zukommt. Die Stadt sei finanziell gut aufgestellt. Und: „Wir gehen davon aus, dass die Kosten aufgrund der zu erwartenden Rezession nicht mehr weiter steigen. Das war 2004/2005 beim Bau der Therme auch so. Eventuell bekommen wir auch noch eine höhere Förderung“, so das Stadtoberhaupt. Dass die Kostenberechnung gegenüber der Schätzung, die schon im Herbst 2018 aufgestellt worden war, wesentlich höher ausfällt, hat ihn nicht überrascht: „Mit einer Steigerung von zehn bis 15 Prozent musste man über diesen Zeitraum rechnen.“

Spatenstich für Frühjahr 2021 geplant

Wann die Bagger an der Sonnenstraße tatsächlich anrollen, hängt nicht zuletzt von der Baugenehmigung ab. Der Umzug von der Sonnenstraße in das Übergangsquartier soll – sofern es die Situation zulässt – jedoch in den Sommerferien erfolgen. Anvisiert wäre der Abbruch laut Schwaller von September bis November, so dass der Spatenstich im Frühjahr 2021 erfolgen könnte. Die Inbetriebnahme ist für den Schuljahresbeginn im Herbst 2023 anvisiert.

Lösung für Mittagsbetreuung im Visier

Eine Lösung für die Mittagsbetreuung am Interimsstandort an der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße muss, so Schwaller gegenüber unserer Zeitung, auch noch gefunden werden. Zum einen gehe es um die zeitversetzte Mitbenutzung der Mensa des Schulzentrums an der Max-Mannheimer-Straße und zum anderen um das Personal. Sein Vorschlag: „Die Stadt bezahlt die Aufsichtskräfte, die sich darum kümmern.“

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