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Wie will sich die Kurstadt online präsentieren?

Ärger über neuen Internetauftritt der Stadt Bad Aibling – Was sagt der Betreiber zur harschen Kritik?

In letzter Zeit häufig angepasst: Die Startseite des Bad Aiblinger Internetauftritts.
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In letzter Zeit häufig angepasst: Die Startseite des Bad Aiblinger Internetauftritts.
  • VonNicolas Bettinger
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Seit Monaten erscheint die Internetseite der Stadt Bad Aibling in neuem Gewand. Doch die neue Aufmachung sorgt weiter für Gesprächsstoff. Nun kam der Geschäftsführer des IT-Dienstleisters nach Bad Aibling und schilderte seine Sicht der Dinge.

Bad Aibling – Schon mehrmals befassten sich Bad Aiblings Stadträte mit der neuen Internetseite der Stadt. Die neue Aufmachung samt neuer Struktur, die seit Jahresbeginn mehr Transparenz und Übersicht erzeugen sollte, sorgte nicht zuletzt für hitzige Diskussionen. Bezugnehmend auf diverse Anfragen aus dem Gremium, insbesondere eine schriftliche Anfrage der Grünen-Stadtratsfraktion, griff Bürgermeister Stephan Schlier nun das Thema während der jüngsten Stadtratssitzung erneut auf, um offene Fragen zu klären. Dabei machte der Bürgermeister zunächst noch einmal deutlich, dass die aktuelle Version der Webseite noch nicht der finalen Version entspreche. Speziell der Teil der Stadt sei noch auf dem „alten“ Stand.

Gäste sollen schnell buchen können

Hier wird sich mit dem neuen Erscheinungsbild sehr viel für den Nutzer verbessern, hieß es. Neben einer „mangelnden Übersicht“ kam zuletzt vor allem Kritik daran auf, dass unter www.bad-aibling.de derzeit zuerst der touristische Teil sichtbar ist. Dagegen müsse man nach Informationen aus dem Rathaus lange suchen. Laut Schlier handele es sich hierbei aber um eine „strategische und vor allem wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung“. Kunden, Gäste und Patienten, die einen Aufenthalt in Bad Aibling buchen wollen, sollten diese Möglichkeiten so schnell wie möglich erreichen können. Dies sei keineswegs eine Besonderheit von Bad Aibling, sondern in den meisten Städten und Kommunen mit einer hohen Tourismusintensität der Fall.

Erhebungen hätten gezeigt, dass der Tourismus über 75 Millionen Euro an Kaufkraftzufluss in die Stadt bringe. Dazu addierten sich noch die Umsätze der Kliniken Schön und St. Georg. Aus diesem Grund wurde zunächst diese Abfolge gewählt, die sich jederzeit ändern lässt, so Schlier. Zudem erklärte er: „Die Aibkur war schlicht früher fertig.“ Die städtischen Inhalte seien deutlich komplexer und umfangreicher, weswegen die Neuausrichtung der städtischen Homepage einfach mehr Zeit in Anspruch nehme. Derzeit findet man den Rathaus-Teil auf der Website etwa über das kleine Rathaussymbol (oben im Bild). Diese Inhalte zeigen sich derzeit noch in alter Struktur und Gestaltung. Allerdings, betont Schlier“, kämen viele Bürger auch auf direktem Wege an ihre Informationen, etwa wenn sie über Google nach „Wertstoffhof Bad Aibling“ suchten. So müssten sich viele Besucher also gar nicht erst auf der touristischen Homepage zurechtfinden.

Streitpunkt Grußwort - Vom Kurdirektor oder vom Bürgermeister?

Ein weiterer Streitpunkt war zuletzt, dass zu Beginn der Homepage ein Grußwort des Kurdirektors – und nicht des Bürgermeisters – zu sehen war. Dieses wurde nun entfernt und es könne jederzeit durch ein Grußwort des Bürgermeisters ersetzt werden, sofern man bei der Entscheidung bleibt, den touristischen Teil der Website voranzustellen, hieß es.

Während der Sitzung begrüßte Schlier Adi Hadzimuratovic, den Geschäftsführer der Firma Neusta, die den neuen Internetauftritt der Stadt erstellt. Hadzimuratovic erklärte dem Gremium, dass sich die Anforderungen an eine Internetseite im Laufe der Jahre deutlich geändert hätten. Die Aufgabe seines Unternehmens sei es nun, die Stadt-Seite so zu präsentieren, dass sie bei der Google-Suche auch möglichst einfach gefunden werden könnte. Zur touristisch geprägten Optik sagte er: „Die Interessen der Gäste sowie die der Bad Aiblinger Bürger überschneiden sich immer mehr.“ Denn auch Bürger suchten auf der Homepage nicht nur nach wichtigen Formularen, sondern „auch sie möchten ein Erlebnis“, so Hadzimuratovic. Das habe sich das Unternehmen, zu deren Kunden auch Städte wie Köln, Dresden oder Leipzig gehören, auch in Bad Aibling zu nutzen gemacht.

Dabei spiele auch die Ästhetik der Homepage eine wichtige Rolle, weswegen etwa Bewegtbilder aus der Therme zu sehen sind. Die Sorge einiger Stadträte, Kunden fänden die „versteckten“ Rathausinformationen zu schlecht, konnte Hadzimuratovic zwar verstehen. Er verwies jedoch auf eine „große Flexibilität“ der Homepagestruktur. Sehr vieles könne die Stadtverwaltung eigenständig ändern und anpassen.

„Visitenkarte der Stadt“

Während Michael Krimplstötter (CSU ) das Projekt begrüßte und von der „Visitenkarte der Stadt“ sprach, plädierte Parteikollege Thomas Gepper gar dafür, den touristischen Teil vorangestellt zu lassen. „Das bietet einen Mehrwert für Gäste und Einheimische.“ Martina Thalmayr (Grüne) empfindet diese Priorisierung hingegen „unglücklich“. Irene Durukan (Grüne) betonte, wie schön Bad Aibling sei und dass man dies auch mit Fotos auf der Homepage dokumentieren sollte. Einig war sich das Gremium letztlich, dass an der Aufmachung und der Übersicht noch gearbeitet werden müsse.

Wie es mit der Website weitergeht und wann womöglich auch der städtische Teil fertig ist, soll während der nächsten Stadtratssitzung am 19. Mai behandelt werden.

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