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Seniorenbeauftragter Dieter Bräunlich berichtet über seine Arbeit

Ältere Mitbürger sind in Bad Aibling gut versorgt

Der Seniorenbeauftrage der Stadt Bad Aibling, Dieter Bräunlich, sieht die Versorgung der älteren Bürger gut. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es vor allem bei Busanbindungen von Stadtteilen wie der Madau.
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Der Seniorenbeauftrage der Stadt Bad Aibling, Dieter Bräunlich, sieht die Versorgung der älteren Bürger gut. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es vor allem bei Busanbindungen von Stadtteilen wie der Madau.
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Der demografische Wandel wird vielfach sichtbar. Die Bürger werden älter. Kommunen sind dabei nicht nur gesellschaftlich, sondern auch in puncto Infrastruktur und Versorgung gefordert. Über die Situation in Bad Aibling berichtet der Seniorenbeauftragte Dieter Bräunlich.

Bad Aibling – Bad Aiblings Seniorenbeauftragter Dieter Bräunlich sieht die Stadt hier gut aufgestellt. 85 Prozent der über 80-Jährigen würden noch zu Hause leben „allein, mit Partner oder mit der ganzen Familie.“, so Bräunlich. Wichtiger Baustein sind hierbei auch die fünf in Bad Aibling ansässigen ambulant tätigen Pflegedienste. Zudem macht er anhand des Zuzugs in der Kurstadt den hohen Standard für Senioren in den Heimen, sozialen Einrichtungen und Kliniken fest.

Demenzgruppe entsteht für 30 Personen

„Dabei haben wir in Bad Aibling mit 460 Pflegeplätzen plus 122 Plätze im Betreuten Wohnen ein unglaublich gutes Angebot. Wir haben ähnlich viele Plätze wie Rosenheim und diese Stadt hat aber dreimal so viele Einwohner wie Bad Aibling“, rechnet er vor. Dies sei herausragend. Die Heime sei gut ausgebucht und zugleich sei der Bedarf groß und stetig steigend.

Vor-Ort-Beratungen sind wegen Corona rückläufig

Zugleich würde weiter ausgebaut: Eine Demenzgruppe mit 30 Plätzen werde demnächst im Novalis-Haus angegliedert. „Denn der Bedarf ist hier groß und wird auch immer mehr“, weiß Bräunlich. Auch die gute medizinische Versorgung sei ausschlaggebend für Bad Aiblings guten Ruf. „Das Einzige, was aktuell wirklich auf dem medizinischen Sektor fehlt, ist ein Hautarzt“, bedauert Bräunlich. Diese Stelle sei seit mehr als zehn Jahren unbesetzt. Aber hier seien ihm und der Stadt die Hände gebunden. Die Ärztekammer ist hier zuständig. „Wir können unsere Gesundheitsstadt nur immer wieder bei den Medizinern anpreisen.“

Um 30 bis 40 Prozent sind Vor-Ort-Beratungen zurückgegangen

Um 30 bis 40 Prozent seien die Vor-Ort-Beratungen des Seniorenbeauftragten in Coronazeiten zurückgegangen. Die telefonischen Beratungen haben sich mehr als verdoppelt. „Die Menschen wollen noch auf Distanz bleiben. Ich stehe über das Sozialamt der Stadt telefonisch für Beratungen zur Verfügung“, betont Bräunlich. Rückfragen sind hierzu im Sozialamt unter Telefon 0 80 61/4 90 14 45 oder per E-Mail ansozialamt@bad-aibling.de möglich. Nachfragen kämen immer wieder zu Patientenverfügungen, Pflegegrad-Einstufungen, Vorsorgeregelugen und Hilfestellungen bei Bürgern, deren Partner an Demenz erkranken und wo der Angehörige Hilfe benötigt. Aber: Größere Probleme hätten Senioren mit Angelegenheiten, die auf Landes- und Bundesebene entschieden und abzuwickeln sind. „Wir reden hier von der Grundsicherung für Personen, die eine Rente von weniger als 850 Euro pro Monat haben“, erläutert Bräunlich.

„Tolle und funktionierende Nachbarschaft“

Hier könnten aber weder er noch die Stadt Bad Aibling direkt helfen. Stolz ist der Beauftragte auf die „tolle und funktionierende Nachbarschaft“. „Das geht nur mit guter Unterstützung der Familien und der Nachbarn. Dies höre er auch bei Altennachmittagen immer wieder. Und: „Jeder Senior will so lange wie möglich daheim bleiben. Das ist auch toll. Aber so kommt es immer wieder zu Akutfällen bei Oberschenkelhalsbruch et cetera. Aus dem Krankenhaus geht es oft – nach AHB und Reha – zur Pflege direkt ins Heim. Hier kann auf Wünsche erstmal meist keine Rücksicht genommen werden. Wo ein Bett frei ist, erfolgt die Einquartierung“, schildert Bräunlich. Hier wünsche er sich mehr Umsicht und vorausschauende Planung. Man könne sich beispielsweise auf Wartelisten in den jeweiligen Einrichtungen setzen lassen.

4430 Personen sind in Bad Aibling über 65 Jahre alt

4430 Personen sind in Bad Aibling über 65 Jahre alt. Wohnberatung im Haus, um Einrichtungen wie sanitäre Anlagen seniorengerecht zu machen, gibt es im Landratsamt Rosenheim. „Die Barrierefreiheit zu verbessern, ist ein wichtiges Credo meiner Arbeit. Hier muss auch bereits bei Neubauten entsprechend umgedacht werden und bei Umbauten dieser Aspekt eingearbeitet werden.“ Lob zollt Bräunlich Bauhof und Bauamt für deren prompte Hilfe bei Notlagen und Verbesserungen für Senioren.

An nächste Generationen denken

In der Kommune fokussieren sich die Lebensbedingungen älterer Menschen, wenn die Kommune vielfach gar nicht selbst über einzelne Handlungsfelder bestimmt. Ältere Bürger sollen sich laut Bräunlich einbringen. „Für die Stadtverwaltung und den Stadtrat gilt es, die Vielschichtigkeit des Älterwerdens in der Region im Blick zu behalten“, betont Bräunlich. Schließlich seien die die Jungen von heute die Ältern von morgen oder übermorgen.

Seniorentaxi ist ein Hit – Innerstädtische Busverbindungen aber in der Kritik

Ab 70 Jahren zahlen Aiblinger Senioren vier Euro pro Fahrt mit dem Seniorentaxi. „Das Seniorentaxi ist nach Startschwierigkeiten ein Hit“, freut sich Dieter Bräunlich als Seniorenbeauftragter der Stadt und erinnert sich an die Anfänge mit Mitinitiator Rudi Gebhart. 511 im September im Innenbereich und 72 im Außenbereich verzeichne das Taxiunternehmen alleine im Innenbereich im August. „Die älteren Bürger fahren damit zum Arzt, zum Einkaufen, zu Treffen und auch zum Kaffeetrinken“, weiß Bräunlich.

Das kostenlose Angebot für Impf-Fahrten nach Rosenheim durch die Stadt und die Initiative „Brot und Rosen“ würdigt der Beauftragte ausdrücklich. Das sei auch gut von den Senioren angenommen worden.

Im Magen liegt ihm schon seit Jahren die Anbindung des Moorexpresses an die Einkaufszentren im Westen der Stadt. Hier hat es bereits einen Vorstoß im Stadtrat geben – aber ohne Erfolg. Kritik kommt von Senioren – insbesondere aus der Madau: Man wolle an dem Angebot, das Bürger ab 65 Jahren kostenfrei mit dem ÖPNV fahren können, partizipieren. Doch gibt es dort aktuell keine Handhabe. Kein Bus fährt die Madau samt St. Georg-Platz an.

Eine Erweiterung der Moor-Expresslinie ist aber schwierig. Dies wurde schon mehrfach zur Anbindung des Westends und der Einkaufsmöglichkeiten dort diskutiert. Der Kostenaufwand um die 120 000 Euro und die Richtlinien für Busfahrten (Ruhezeiten, Strecken) sprächen dagegen. Eine zweite Ringlinie war ebenfalls ergebnislos erörtert worden.

Unterstützung durch Aktion „Brot und Rosen“

Die Initiative „Brot und Rosen“ – initiiert von den Kirchengemeinden und anderen sozialen Institutionen – unterstützt vor allem, wenn Bürger das Haus nicht mehr verlassen können. Eine Einkaufshilfe für Menschen in häuslicher Quarantäne soll dann möglich sein. Dieses Angebot versteht sich als ein bürgerschaftlicher Auftrag, für den verschiedene Institutionen zusammenwirken. Anfragen zu Mithilfe, Organisation und Hilfsanfragen unter Telefon 0 80 61/93 66 05 oder per E-Mail an brotundrosen.badaibling@elkb.de sind willkommen. 60 Personen stehen als Helfer zur Verfügung. Einkaufsdienste, Hausbesuche oder gemeinsame Sparziergänge werden laut Dieter Bräunlich aktuell „nur“ von 15 Personen nachgefragt.

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