Abwasser fließt bald nach Rosenheim

Raubling – Über das Schicksal der Kläranlage in Pfraundorf hatte der Raublinger Gemeinderat in jüngster Sitzung zu befinden.

Auf der Tagesordnung stand die „Variantenentscheidung zur Abwasserbehandlung“. Mit 23 Stimmen, bei einer Gegenstimme, sprach sich das Gremium für eine Ableitung der Abwässer zur Kläranlage nach Rosenheim aus.

Nach rund 30-jährigem Betrieb sind maßgebliche Anlagenteile der Raublinger Kläranlage in Pfraundorf technisch verbraucht und müssten von Grund auf ertüchtigt werden. Neubau oder Kooperation mit Rosenheim sind nun die beiden Möglichkeiten, nachdem sich die Stadt Rosenheim angeboten hatte, Raublinger Abwässer zu reinigen, wie sie dies bereits für die Gemeinden Kolbermoor, Großkarolinenfeld und Schechen tut.

Mittels einer sogenannten Kostenvergleichsrechnung wurde die Variante „Ertüchtigung der Kläranlage für 19 000 Einwohner“ mit der Variante „Ableitung aller Abwässer nach Rosenheim mittels Doppelleitung“ über einen Zeitraum von 60 Jahren verglichen. Der lange Zeitraum von 60 Jahren wurde deswegen gewählt, um Varianten mit einerseits unterschiedlichen Erstinvestitionskosten aber unterschiedlichen Lebensdauern vergleichbar zu machen.

Im Ergebnis entstand eine Pattsituation, denn beide Varianten liegen mit ihren Projektkosten von rund 8 Millionen Euro nahezu gleich auf. Eine detaillierte Planung beziehungsweise Kostenermittlung erfolgt dann im weiteren Verlauf des Projekts.

Neben der Kostenvergleichsrechnung wurde eine weitere Gegenüberstellung angestellt, und zwar, wie unterschiedlich sich die Abwassergebühr bei den Varianten entwickeln würde. Hier floss auch das Thema „Umsatzsteuer“ ein, das noch nicht geklärt ist.

Seit fast vier Jahren zerbrechen sich die Kommunalverwaltungen den Kopf über die Frage, in welchem Umfang künftig Umsatzsteuer auf bisher steuerbefreite Kommunalgeschäfte abzuführen sind?

Kämmerer Stefan Gschwendtberger stellte dem Gemeinderat mehrere Berechnungsmodelle vor, die sowohl mal mit, als auch mal ohne Umsatzsteuer und Zuschüsse für die knapp vier Kilometer lange Verbundleitung nach Rosenheim gerechnet wurden.

Schließlich entschied sich das Gremium mehrheitlich für die Ableitung der Abwässer nach Rosenheim, die frühestens im Jahr 2023 erfolgen wird. In Pfraundorf bleibt eine Pumpstation.

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