Abschluss-Ehrung: „Ehre, wem Ehre gebührt“

Sie wurden ausgezeichnet: Anna Neureuther (links 1,3) und Josef Westner (rechts 1,5), zusammen mit der Schulleitung.

Ostermünchen. – 26 Absolventen aus zwei Abschlussklassen verlassen die Fritz-Schäffer-Mittelschule in Ostermünchen.

Alle Absolventen haben eine Lehrstelle oder schulische Perspektive. Zweimal wurde in der Praxisklasse ein Schnitt von 2,0 erzielt, in der Regelklasse machten die Besten ihren Quali mit 1,3 und 1,5.

„Ehre, wem Ehre gebührt“ – unter diesem Motto verabschiedete die Schulleitung, Margaret Careddu-Bayr, am Donnerstagabend, 23. Juli, in der geschmückten Aula ihre scheidenden Schüler. Sie seien ein „besonderer Jahrgang“, hoben Careddu-Bayr und Stellvertreterin Birgit Decker hervor. Sie hätten sich selbst von Corona nicht ausbremsen lassen, sondern dank „Willenskraft, Anstrengung und Optimismus“ ihr Ziel erreicht und einen Abschluss erzielt. Auch für vorher nie gehörte Komplimente, wie „Wir lernen lieber in der Schule als daheim“, werde man sie in Erinnerung behalten.

Die besonderen Umstände und gemeisterten Herausforderungen würdigte auch Landrat Otto Lederer. Die Botschaften von Lederer, den abwesenden Fachlehrerinnen Judith Hibinsky und Maria Lasinger sowie der gesungene, irische Reisesegen von Religionslehrer Martin Schmölz erfolgten per Videozuspielung. Persönlich anwesend war die Zweite Bürgermeisterin Maria Breuer (UWO), die sich freute, bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal Georg Weigl (CSU/FWG) vertreten zu dürfen. Sie gab den Jugendlichen das Bibelzitat von „Glaube, Hoffnung und Liebe“ mit auf den Weg.

Immer an ihre Schützlinge geglaubt hatten vor allem die Lehrkräfte. In seiner launigen Rede versicherte der Klassleiter der 9R, Thomas Grill, seine 16 Absolventen seien nun bereit, den „Jugendbereich und Heimatverein zu verlassen, um nun mit neuen Trainern, Betreuern und Mitspielern eine sportliche Zukunft in ihrer Lieblingsdisziplin“ zu finden. Auch Klassenleiter Markus Birk und Sozialpädagogin Katharina Lütke, die zehn Schüler der Praxisklasse zum Abschluss geführt hatten, lobten mit bewegenden und persönlichen Worten jeden Einzelnen. Vor allem gelobt wurde deren Einsatz während der Praktika.

Obwohl die sonst bis zu zehn Wochen lange Berufsfindung drastisch verkürzt gewesen sei, hätten „alle Bewerbungen zu einer Ausbildungsstelle geführt“. In der Summe sei es also ein Schuljahr mit unerwartet positivem Effekt auf die Leistungen aufgrund der Aufteilung in kleine Lerngruppen gewesen. Glück hatten die künftigen Mechatroniker, Friseurinnen, Feinwerkmechaniker, zahnmedizinische Fachangestellte, Metzger, Kinderpflegerinnen, Landwirte, Fachlehrerinnen für Hauswirtschaft und Zimmerer, weil ihre Abschlussfahrt nach Berlin bereits zu Beginn des Schuljahres stattgefunden hatte. Mit zahlreichen Anekdoten erinnerten Verena Hauser und Kevin Huber als Schülersprecher an diese Reise. Aus bekannten Gründen wurde auch dies per Video durchgeführt. Ihre Dankesrede galt den Mitgliedern der Schulfamilie, mit dem zentralen Element: „Ihr habt immer an uns geglaubt.“

So war es, trotz aller Einschränkungen wie Einzeltische, wenige Gäste, Abholung der aufgestellten Zeugnisse statt persönlicher Übergabe mit Handschlag, eine würdige Feier mit reichlich Geschenken: Fotocollagen von den Lehrkräften, Sonnenblumen, einen personalisierten Stift, Haftnotizen in Pfeilform von der Schule und eine Ehrenmedaille vom Elternbeirat. Stärker als der Abschiedsschmerz wog der Stolz über das Erreichte. Zudem erhielten neun Schüler als Dank für den Einsatz im Schülerlotsen- und Schulsanitäterdienst Pizzagutscheine.

Schulbeste Neureuther strahlte, weil sie es geschafft habe, ihre Erwartungen an sich selbst trotz aller Aufregung im Vorfeld zu erfüllen. „Die ganze Schulzeit habe ich mich mit einem Mitschüler gebattelt“, nun ist sie als Siegerin aus dem Duell hervorgegangen. Westner, der den elterlichen Hof übernehmen wird, wollte „jetzt erst mal zum Wirt“. Huber, einer der beiden besten Absolventen der Praxisklasse, dessen überdurchschnittliches Engagement mehrfach hervorgehoben wurde, dankte Mitschülern und Lehrkräften, „dass ihr mich so genommen habt, wie ich bin.“ Klassenkamerad Unterbuchner zog ein Fazit, das für alle sprechen sollte: Es sei hier einfach „viel besser als an allen anderen Schulen und Herr Birk der beste Lehrer von allen“ gewesen. Ein gelungener Abschluss.

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