LESERFORUM

Abkehr von der „Geiz ist geil“-Mentalität

Zum Bericht „Aldi darf nicht kommen“ im Lokalteil:

Wenn auch nur mit knapper Mehrheit, so zeigt der Tuntenhausener Gemeinderat mit der Roten Karte für Aldi große Weitsicht im Sinne einer ökologischen Nachhaltigkeit, unserer ländlichen Struktur, unserer Landwirtschaft und einer hoffentlich baldigen Abkehr von der „Geiz ist geil“-Mentalität.

Wir Deutsche geben europaweit mit am wenigsten für Lebensmittel aus. Scheinbar ist die Qualität unseres Autos wichtiger als die unserer Lebensmittel. Sicher sind Argumente wie kleiner Geldbeutel und Arbeitsplätze nicht falsch, aber sind diese in Anbetracht unserer ungebremsten Flächenversiegelung, der weltweiten Probleme mit Kunststoffmüll, der Regenwaldabholzung und CO2 Emissionen durch billiges Fleisch gewichtig genug? Nein, wir dürfen nicht, wie Johannes Weigl sagt, vorbehaltlos tun, was die Bürger wollen (übrigens nur weniger als 15 Prozent der Bevölkerung).

In Anbetracht der genannten ökologischen Probleme vor unserer Haustür und weltweit, muss die Politik, nicht nur die große Bundes- oder Weltpolitik, sondern die Kommunalpolitik an der Basis, die Weichen richtig stellen, denn der Mensch ist das einzige Lebewesen, dass sich den Ast auf dem es lebt, selbst absägt.

Langsam ist anscheinend ein Umdenken im Tuntenhausener Gemeinderat erkennbar und die in den vergangenen Jahren vorbehaltlose Unterstützung der schier grenzenlosen Bauwut des Tuntenhausener Bürgermeisters Georg Weigl scheint etwas eingebremst zu werden.

Es bleibt nur zu hoffen, dass auch die übrigen zahlreich geplanten Bauvorhaben in der Gemeinde, wie Tuntenhausen Nord und weitere Gebiete rund um Hohenthann, vom Gemeinderat ähnlich kritisch bewertet werden, zumal der Bürgermeister Paragraph 1 BauGB (Innen- vor Außenbebauung) bisher scheinbar ignoriert.

Michael Haupert

Tuntenhausen

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