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Literatur und Kunst im Mondschein

Abendlicher Rundgang entlang des Skulpturenpfades im Kurpark Bad Aibling

Die Vorsitzende des Kunstvereins Martina Thalmayr bei ihrer Begrüßung zur „2/3ssage“.
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Die Vorsitzende des Kunstvereins Martina Thalmayr bei ihrer Begrüßung zur „2/3ssage“.

Es war keine Verni- und auch keine Finissage, sondern eine „2/3ssage“. Mit einer literarischen Führung entlang des illuminierten Skulpturenpfades im Kurpark konnte es nun endlich eine offizielle Würdigung der Kunstwerke geben.

Bad Aibling – Eigentlich sollte das Jahr Jahr 2020 ein „Trible-Jubiläumsjahr“ in Bad Aibling werden: 175 Jahre Moorbad, 125 Jahre Heilbad und 70 Jahre Kunstverein Bad Aibling. Doch aufgrund der Corona-Pandemie fielen fast alle geplanten Festivitäten aus.

Ausstellung im öffentlichen Raum

Erst im April 2021 konnte der Kunstverein Bad Aibling einen „Skulpturenpfad in Kurpark“ zeigen. 15 Künstler aus Bayern und Österreich hatten mit knapp 30 Skulpturen diesen Kunstweg gestaltet, um den Bürgern und Gästen der Stadt einen offen Zugang zu zeitgenössischer Kunst zu ermöglichen. Eine offizielle Einweihung konnte allerdings nie stattfinden.

Petra Wolf untermalt die Führung entlang des Skulpturenpfades mit Texten von Erich Kästner.

Für die Vorsitzende des Kunstvereins Martina Thalmayr war nun nach rund einem Drittel der „Laufzeit“ des Skulpturenpfades die Chance auf eine „2/3ssage“ gekommen. Hocherfreut begrüßte sie die zahlreichen Gäste – darunter Bürgermeister Stephan Schlier oder der Kulturreferent des Landkreises, Christoph Maier-Gehring mit seiner Frau sowie die Kulturreferentin der Stadt Bad Aibling, Elisabeth Geßner, die langjährige Kommunalpolitikerin und jetzige Vorsitzende des Fördervereins der Stadtbücherei Heide Benda und natürlich am Kulturpfad beteiligte Kunstschaffende.

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Thalmayr ging in ihrer Rede zunächst kurz auf die Unbill ein, mit denen der Skulpturenpfad von Anfang an zu kämpfen hatte: Erst vor Kurzem war die geplante „Märchenhafte Lesung im Skulpturenpark“ einem Unwetter zum Opfer gefallen.

Dann rief sie den Anwesenden die Entstehungsgeschichte des 1950 von Leo von Welden, Sepp Hilz, Willi Kreutzer und anderen, gegründeten Kunstvereins Bad Aibling in Erinnerung. Die Vorsitzende bedankte sich bei der Stadt für die großzügige Unterstützung sowie bei Stadtwerken und Bauhof für die tatkräftige Hilfe. Dann verriet sie den Besuchern, dass die ursprünglich vorgesehene Hauptakteurin Anfang der Woche plötzlich ausfiel und die Veranstaltung kurzfristig neu gestaltet werden musste.

Sie zeigte sich sehr beeindruckt von Marinus Weidinger, der auf die Schnelle die musikalische Gestaltung übernommen hatte. Ebenso von Richard Lindl, der mit dem Theater Bad Aibling die literarischen Parts und die Illumination übergenommen hatte.

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Bürgermeister Stephan Schlier richtete bei seiner Ansprache sein Augenmerk besonders auf das Thema Vandalismus, mit dem man zum Entsetzen aller Kunstfreunde in Bad Aibling zeitweise fast täglich zu kämpfen hatte. Skulpturen wurden beschädigt, umgestoßen oder von ihren Plätzen entfernt. Besonders die Arbeit „Fundament – Hase“ von Winfried Becker war wiederholt Zielscheibe von Angriffen.

Dank des Sponsors Ulrich Haupt, der auch zur „2/3ssage“ gekommen war, ist der Hase jetzt wieder hergestellt, Teil des Skulpturenpfades und als Dauerleihgabe sogar das einzige Kunstwerk, das nach Beendigung des Skulpturenpfads in Bad Aibling bleiben wird – allerdings geschützt in einem Käfig als „Mahnmal gegen Vandalismus“.

In zwei Gruppen wurden die Kunstinteressierten von Richard Lindl durch den Kurpark entlang der Skulpturen geführt, untermalt mit Texten von Erich Kästner.

Erich Kästner gibt literarischen Rahmen

Petra Wolf und Laura von Stackelberg trugen eindrucksvoll die teilweise kritischen Passagen „Der Mensch ist gut. Und darum geht´s ihm schlecht.“ sowie „Die Tretmühle“vor, aber auch satirische Zeilen („Die Welt ist rund“, „Die Zeit fährt Auto. Doch kein Mensch kann lenken.“) oder melancholische Betrachtungen („Gespräch an der Haustür“ – eines verheirateten Mannes mit seiner Geliebten“ sowie „Chor der Fräuleins“).

Der Fast-Vollmond über dem Kurpark unterstrich die besondere Stimmung des Abends, der durch ein kleines Büffet einen harmonischen Ausklang fand. Dem Skulpturenpfad in Bad Aibling wünschte Thalmayr viele Besucher, denn: „Es begegnet einem dort etwas, was man nicht erwartet, was aber zu vielerlei Betrachtungen anregt.“

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