MITTEL AUS BAYERISCHEM SONDERBUDGET

Bruckmühl: 37 Pädagogen erhalten Laptops für 37.000 Euro

Mindestens 37 Laptops will Bruckmühl jetzt für die Pädagogen an der Holnstainer Grundschule (Foto) und der Justus-von-Liebig-Schule bestellen. Der Marktgemeinderat sprach sich dafür aus, das „jetzt zügig anzupacken“.
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Mindestens 37 Laptops will Bruckmühl jetzt für die Pädagogen an der Holnstainer Grundschule (Foto) und der Justus-von-Liebig-Schule bestellen. Der Marktgemeinderat sprach sich dafür aus, das „jetzt zügig anzupacken“.
  • vonThorsten Neuwirth
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Jetzt ist es amtlich: Die Marktgemeinde Bruckmühl erhält aus dem Sonderbudget „Coronabedingte Beschaffung von Lehrerdienstgeräten“ den Förderhöchstbetrag von 37.000 Euro. Der Marktgemeinderat beauftrage mit einem 23:1-Entscheid die Verwaltung, den Auftrag auszuschreiben und die Laptops zu beschaffen.

Bruckmühl– Insgesamt umfasst das Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus 92,8 Millionen Euro für ganz Bayern. Den Gemeinden wurde ein Kontingent zugeteilt. Bruckmühl erhält 37.000 Euro. Mit diesen Mitteln können sogenannte schulgebundene mobile Endgeräte einschließlich des erforderlichen Zubehörs beschafft und den Pädagogen ausgehändigt werden.

Jetzt übernehmen externe Berater

Nach Darstellung von Kämmerer Michael Lindner wäre die Firma Innovative Kommunikations-Technologien aufgrund zurückliegender positiver Erfahrungen der ideale externe Berater für die Durchführung der erforderlichen Ausschreibungsmodalitäten. Die dafür entstehenden Kosten seien über das Sonderbudget förderfähig.

Das Spannungsverhältnis in der noch nicht abschließend geklärten Frage der Beschaffungszuständigkeiten bezeichnete Lindner als „nicht gerade förderlich“. Das Kultusministerium sieht nach seinen Aussagen die Verantwortung bei den Sachaufwandsträgern – sprich den Landkreisen und Kommunen. Letztere weisen dies aber unisono wieder an das ihrer Meinung nach für die Ausstattung des Lehrpersonals zuständige Ministerium zurück.

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Als weiterer Wermutstropfen erweist sich die Budgethöhe von 37 000 Euro. „Im veranschlagten Preis von 1.000 Euro pro Gerät sind auch noch 250 Euro Verwaltungskostenpauschale enthalten. So können wir maximal 37 Endgeräte ordern.

Die Holnstainer Grundschule und die Justus-von-Liebig-Schulen haben aber einen tatsächlichen Bedarf von mindestens 41 Geräten nur für die Klassenleitungen. Dabei sind noch nicht einmal die Konrektoren-Stellen und die ,normalen‘ Lehrkräfte berücksichtigt“, klärte Lindner das Plenum auf.

Das Minus von mindestens vier Lehrer-Laptops soll durch ein möglichst ausgefeiltes Ausschreibungssystem ausgeglichen werden. „Wir werden versuchen, den Stückpreis auf unter 1000 Euro pro Endgerät zu drücken, ohne dabei die Qualitätsansprüche nach unten zu korrigieren. Mit dem frei werdenden Betrag sollen dann die restlich benötigten Endgeräte beschafft werden“, zeigte sich der Kämmerer optimistisch.

Gemeinde trägt vermutlich die Folgekosten

Ungeklärt ist bislang auch noch die administrative Betreuung der Lehrer-Laptops und die Begleichung der dafür anfallenden Kosten. „Wir befürchten, dass die damit verbundenen Aufgaben wie Administratorenstellung, Service, die Regelungen von Ersatzbeschaffungen und so weiter von uns als Gemeinde zu tragen sein werden“, zeigte sich Lindner skeptisch. Trotz allem sprach er sich im Namen der Verwaltung für die Beschaffung der Lehrerdienstgeräte aus.

Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) zeigte sich vom taktischen Hin-und-Her-Geschiebe der Zuständigkeiten der übergeordneten Stellen nicht gerade angetan: „Dadurch haben wir wichtige Zeit von rund zwei Monate verloren, das Ganze ist bestimmt kein gutes Beispiel für das Berufsbeamtentum, letztlich müssen darunter nur unsere Schüler leiden.“ Damit verband er die Bitte an das Plenum: „Jetzt müssen wenigstens wir zügig handeln.“

Bestellung so schnell wie möglich auslösen

Ins gleiche Horn stieß Fraktionskollegin Anna Wallner: „Das ist bestimmt kein glorreiches Handeln.“ Für sie liegt die Zuständigkeit zwar klar beim Freistaat, aber „auch wenn wir hier allein gelassen werden, sollten wir die Angelegenheit so schnell wie möglich angehen“.

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Auf die Frage von SPD/PU-Rat Josef Staudt, was mit „dem ganzen Drumherum um die Laptops“ wird, zeigte sich der Rathauschef ernüchtert: „Das bleibt wahrscheinlich an uns als Gemeinde hängen.“

In Summe entschied sich der Marktgemeinderat ohne weitere Sacherörterung mit einem fast einstimmigen Votum für die Beschaffung der Lehrerdienstgeräte.

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