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Dringend Ersatzwohnungen gesucht

18 Menschen in Bruckmühl verlieren bei Brand vor Weihnachten ihr Heim - Warum flammte Feuer erneut auf?

18 Menschen verloren ihr Zuhause. Drei mussten im Krankenhaus mit Rauchgasvergiftungen und Brandverletzungen behandelt werden.
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18 Menschen verloren ihr Zuhause. Drei mussten im Krankenhaus mit Rauchgasvergiftungen und Brandverletzungen behandelt werden.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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18 Menschen haben bei einem Brand eines Mehrfamilienhauses in Bruckmühl alles verloren. Das Feuer flammte am Donnerstag erneut auf, obwohl es schon gelöscht war. Die Polizei untersucht die Brandursache.

+++ Update vom 9. Dezember, 14.15 Uhr +++

Bruckmühl - Der Brand in Bruckmühl ist unter Kontrolle. Gegenwärtig untersuchen die Feuerwehren mit Wärmebildkameras die Brandstelle, um Glutnester auszuschließen. Das Dach des Gebäudes musste bis auf die Brandmauer abgetragen werden, da sich immer wieder Glutnester gebildet hatten. Die Bruckmühler Feuerwehr übergibt das Gebäude im Moment an den Eigentümer, der sich jetzt um weitere Gutachten und die Absicherung der Gefahrenzone kümmern muss. Das Gebäude ist einsturzgefährdet und muss gesichert werden. Gegen 14.30 Uhr wurde mit dem Ende des Feuerwehr-Einsatzes gerechnet.

Brand in Bruckmühler Mehrfamilienhaus - Bilder vom Einsatzort

Bild vom Einsatz in Bruckmühl
Bild vom Einsatz in Bruckmühl
Bild vom Einsatz in Bruckmühl
Bild vom Einsatz in Bruckmühl
Brand in Bruckmühler Mehrfamilienhaus - Bilder vom Einsatzort

Brandstiftung? „Wir stellen keine Vermutungen an“

Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen, ob die Ursache für den am Donnerstag, 9. Dezember, erneut aufgeflammten Brand eine Brandstiftung gewesen sein könnte, sagt Einsatzleiter Thomas Kamke: „Wir stellen keine Vermutungen an.“ Er rekapituliert den Einsatz vom Mittwoch, 8. Dezember: „Der Brand war unter Kontrolle. Wir haben am Nachmittag mehrfach mit Wärmebildkameras nach Glutnestern gesucht und die Temperatur des Gebäudes kontrolliert. Der Brand war aus. Das Gebäude wurde danach von der Polizei versiegelt.“

Zudem sind polizeiliche Brandursachenermittlungen erst möglich, wenn der Brand gelöscht ist. „Der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim hat noch am Mittwoch, 8. Dezember, vor Ort die ersten Ermittlungen aufgenommen“, informiert Polizeihauptkommissar Alexander Huber und ergänzt: „Unsere Brandfahnder können den Brandort nur betreten, wenn es die Statik des Gebäudes zulässt. Das war am Mittwoch der Fall.“

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Am Donnerstagmorgen, 9. Dezember, stand das Gebäude erneut in Flammen. Als die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung auf dem Weg zur Arbeit waren, schlugen meterhohe Flammen aus dem Dach. Wie Polizeihauptkommissar Huber auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen erläutert, sei nicht klar, ob nach dem erneuten Brand am Donnerstag, 9. Dezember, weitere Brandursachenermittlungen stattfinden können. Das werde im Einzelfall geprüft. Die Ergebnisse der Brandursachenermittlung vom 8. Dezember liegen noch nicht vor. „Das ist ein langwieriger Prozess. Die Fakten werden analysiert und auf deren Basis nach dem Eliminationsprinzip verschiedene Brandursachen ausgeschlossen.“

+++ Der Originaltext +++

Bruckmühl – Am Mittwochmorgen, 8. Dezember, um 6.35 Uhr, wurde der Brand entdeckt. Die Feuerwehr Bruckmühl traf zuerst am Unglücksort ein und erhöhte sofort die Alarmstufe, da Personen vermisst wurden. Kurz darauf trafen weitere Feuerwehren aus Heufeld, Waith, Kirchdorf, Götting, Vagen, Bad Aibling und Kolbermoor ein. Insgesamt waren etwa 100 Kameraden sowie Notarzt, mehrere Rettungswagen und Polizei im Einsatz.

100 Feuerwehrleute werden von der Bruckmühler Wehr koordiniert.

Vermisste Personen lebend gerettet

Parallel zum Aufbau einer Wasserversorgung wurden mehrere Atemschutztrupps ausgerüstet, um im Gebäude vermisste Personen zu suchen. „Zum Glück konnten die Bewohner schnell gefunden, aus dem Gebäude gebracht und an den Rettungsdienst übergeben werden“, informiert Einsatzleiter Thomas Kamke, Kommandant der Bruckmühler Feuerwehr. Drei Bewohner wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung und Brandverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Einer davon befindet sich auch am Donnerstag, 9. Dezember, noch in medizinischer Behandlung.

Löscharbeiten im Gange

Die Löscharbeiten waren äußerst schwierig. „Aufgrund des Altbaus konnte das Feuer schwer in den Zwischenböden und Decken im Innenangriff bekämpft werden“, verdeutlicht der Kommandant. Eine zweite Drehleiter musste aus Bad Aibling nachalarmiert werden, um das Dach zu öffnen und Glutnester ausfindig zu machen. Nachdem der Brand am Mittwoch gelöscht war, flammte er am Donnerstag, um 6.30 Uhr, wieder auf. Die Feuerwehren der Gemeinde rückten erneut aus. Gegen 11 Uhr wurde von einem Bagger der Dachstuhl des Gebäudes abgehoben, damit er am Boden gelöscht werden kann. Die Feuerwehren sind derzeit noch mit der Brandbekämpfung beschäftigt.

Am Gebäude entstand Totalschaden. In der einstigen Werkskantine der Wolldeckenfabrik befanden sich mehrere Wohnungen und das indische Restaurant „Safran“. Der durch den Brand entstandene Schaden kann derzeit nicht beziffert werden.

Ein Mehrfamilienhaus im Bruckmühler Ortsteil Heufeldmühle brennt seit Mittwochmorgen. Im Moment wird der Dachstuhl abgetragen.

Am Gebäude entsteht Totalschaden

Die Kriminalpolizei Rosenheim hat unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Zur Brandursache können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. „Anfangs bestand der Verdacht auf einen Kabelbrand im Dachstuhlbereich, aber ob dieser sich bestätigt, wissen wir nicht, da die Brandursachenermittlung noch nicht abgeschlossen ist“, informiert Florian Eisner, Geschäftsführer von Werndl&Partner, dem Eigentümer des Gebäudes.

„Wir suchen gemeinsam mit der Marktgemeinde gerade händeringend nach Lösungen für die 18 Menschen, die alles verloren haben“, macht Eisner die Dramatik der Lage klar. „Einige Familien sind bei Freunden untergekommen. Sieben Betroffene konnten wir in unseren Notunterkünften am Rübezahlweg unterbringen“, informiert Elfriede Bengl-Kimmel, Ordnungsamtschefin der Marktgemeinde.

Vor Weihnachten ohne Wohnung

Die Verwaltung ist in ständigem Kontakt mit den Familien, um sie mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen: einem Platz zum Schlafen, Kleidung, Nahrung. „Sie haben wirklich alles verloren, durften nicht noch einmal in ihre Wohnungen zurück, um etwas von ihrem Hab und Gut mitzunehmen, weil das Haus einsturzgefährdet ist“, erklärt Eisner die Lage der Betroffenen: „Wir suchen nach Lösungen, haben aber gegenwärtig nur eine Wohnung in Bad Aibling frei.“ Die ist möbliert, wurde bisher als Ferienwohnung genutzt. Hier kann eine Familie mit zwei Kindern erst einmal einziehen. Doch auch das kann nur ein Zuhause auf Zeit sein.

Lesen Sie auch: Brand am Mittwoch: Mehrfamilienhaus bei Bruckmühl steht in Flammen

Eine neue Zukunft aufbauen müssen sich auch 14 weitere Menschen: eine Familie mit einem Kind, ein betagtes Ehepaar mit Mobilitätseinschränkungen, ein junges Ehepaar, das im Krankenhaus behandelt werden musste, sowie sieben Einzelpersonen.

Dringender Aufruf an Vermieter

„Wir haben als Gemeinde keinen freien Wohnraum“, bedauert Bengl-Kimmel. „Wir rüsten jetzt die Notunterkünfte auf, um auch die vier obdachlosen Menschen, die derzeit an der Rathausstraße 2 leben, noch im Dezember umquartieren zu können“, erklärt sie. Die Verwaltung und vor allem die 18 obdachlosen Menschen vom Kindesalter bis zu 85 Jahren sind jetzt dringend auf die Hilfe von Bürgern aus der Marktgemeinde Bruckmühl und den angrenzenden Kommunen angewiesen.

Spendenaktion für Betroffene läuft an

„Wer Wohnraum vermieten kann, melde sich bitte dringend bei mir“, ruft Elfriede Bengl-Kimmel auf. Sie ist per E-Mail unter elfriede.bengl-kimmel@bruckmuehl.de erreichbar. „Jetzt müssen wir die Menschen erst einmal unterbringen. Dann werden wir sondieren, was genau gebraucht wird und einen weiteren öffentlichen Aufruf starten“, so Bengl-Kimmel.

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