ISRAEL/PALÄSTINA

Tote und über tausend Verletzte beim „Marsch der Rückkehr“

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Ausschreitungen bei Ramallah: Die Gewalt eskaliert. Foto: epa

Israels Armee schießt gezielt auf Demonstranten – Streit um Jerusalem als Hauptstadt befeuert Auseinandersetzungen an der Grenze

Gaza – Blutige Bilanz beim „Marsch der Rückkehr“ im Gazastreifen: Bei Zusammenstößen mit der israelischen Armee sind mindestens zwölf Palästinenser getötet worden. Rund 1100 Palästinenser wurden bei den Protesten an der Grenze zu Israel verletzt, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. Die meisten wurden durch Tränengas verletzt. In der Nacht auf Freitag sei bereits ein Palästinenser an der Grenze von israelischen Soldaten erschossen worden.

Israelische Soldaten hätten bei den gewaltsamen Protesten an der Grenze zu Israel gezielt auf Rädelsführer geschossen, teilte die Armee mit. Palästinenser hätten brennende Reifen in Richtung der Soldaten gerollt sowie Steine und Brandflaschen geworfen.

Nach palästinensischen Medienberichten kamen mehr als 20 000 Menschen zum „Marsch der Rückkehr“. Die israelische Armee sprach von Protesten an fünf verschiedenen Punkten und rund 17 000 Demonstranten. Die radikal-islamische Hamas wollte mit der Aktion ihren Anspruch auf ein „Recht auf Rückkehr“ für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab.

Fotos zeigten zahlreiche Zelte im Grenzgebiet, Menschen schwenkten palästinensische Flaggen. Demonstranten verbrannten Bilder von US-Präsident Donald Trump. Die USA hatten im Dezember einseitig Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt und damit den Zorn der Palästinenser auf sich gezogen. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen eigenen Staat neben Israel.

Die Hamas schickte während des Protests nach Angaben der israelischen Armee eine Siebenjährige über den Sicherheitszaun. Das Mädchen sei über den Zaun nach Israel geklettert, sagte ein Sprecher der Armee. Die Armee habe dafür gesorgt, dass das Kind wieder sicher zu seinen Eltern zurückkomme.

Die Massenproteste sind nach Angaben der Hamas eine Botschaft an Trump. Für den von ihm angekündigten Friedensplan für Israel und die Palästinenser gelte: „Es gibt kein Zugeständnis in Bezug auf Jerusalem, keine Alternative zu Palästina und keine Lösung, außer zurückzukehren“, sagte Hamas-Chef Ismail Hanija. Der „Marsch der Rückkehr“ sei der Anfang der Rückkehr in das historische Palästina. Hanija nahm ebenfalls an der Aktion teil.

Die USA, die EU und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman warnte vor einer Annäherung an den Grenzzaun. „Jeder, der sich dem Zaun nähert, riskiert sein Leben“, schrieb Lieberman auf Twitter auf Arabisch. Die Armee hatte nach einem Bericht der israelischen Nachrichtenseite „ynet“ bereits vor den Protesten mehr als 100 Scharfschützen in der Nähe der Grenze postiert.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es am 30. März zu Protesten in den Palästinensergebieten. Am „Tag des Bodens“ gedenken die Palästinenser massiver Landenteignungen und sechs israelischer Araber, die am 30. März 1976 in dem Ort Sachnin von der israelischen Polizei getötet wurden. Stefanie Järkel

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