BUNDESAMT FÜR MIGRATION

Skandal weitet sich aus

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Jutta Cordtsieht kein systematisches Problem beim Bamf.

Ex-Chefin des Bremer Bamf früh unter Verdacht – 4500 Fälle überprüft

Hannover/Berlin – Der Manipulationsskandal im Bundesamt für Migration (Bamf) weitet sich aus. Wie die „FAZ“ berichtet, soll die ehemalige Leiterin der Außenstelle in Bremen, die Asylbescheide vor allem von Kurden manipuliert haben soll, die sich als Jesiden ausgaben, schon früher in Verdacht geraten sein als bisher bekannt. So sei bereits 2016 ein Disziplinarverfahren gegen die Frau eingeleitet worden. Trotzdem habe sie während ihres Verfahrens in Asylanträge eingreifen können und noch im Juli 2016 Abschiebungen verhindert.

Nach Verlust ihrer Leiterstelle sei sie im Amt verblieben – ausgerechnet im Qualitätsmanagement. Erst ein Hinweis der Ausländerbehörde Gießen auf zwei gefälschte Asylbescheide, die von der Bremer Ex-Leiterin unterschrieben waren, hätte die jetzigen Ermittlungen ausgelöst. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es insgesamt um möglicherweise 1200 manipulierte Asylverfahren.

Als Konsequenz aus dem Skandal um die Außenstelle in Bremen kündigte Innen-Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) in einer Sitzung des Innenausschusses des Bundestages an, dass 4500 Asyl-Fälle noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden sollen. Insgesamt wird derzeit gegen die Ex-Leiterin und fünf weitere Beschuldigte, darunter ein Dolmetscher und drei Anwälte, ermittelt.

An der nicht-öffentlichen Sitzung nahm auch Bamf-Präsidentin Jutta Cordt teil. Ein systematisches Problem in ihrer Behörde sehe sie trotz der hohen Zahl der Verdachtsfälle nicht, sagte Cordt laut NDR.

Allerdings sei es nicht ausgeschlossen, dass bei „subversivem Zusammenwirken“ einzelner Mitarbeiter die Kontrollmechanismen kurzfristig umgehbar seien, so die Bamf-Chefin.

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare