DER STRESS UM DAS ÜBERTRITTSZEUGNIS

Ohne Noten geht es nicht

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Die vierte Klasse Grundschule ist kein Zuckerschlecken.

22 Proben schreibt das arme Kind – und jede Einzelne ist für den Übertritt wichtig. Da scheint es fast zwangsläufig, dass manche Eltern die Nerven verlieren und um jeden Punkt in der Probenarbeit pokern – leider manchmal auch unter Androhung juristischer Schritte. Das ist wahrscheinlich der Fluch der Rechtsschutzversicherung – und eines mangelnden Gefühls für Anstand. Was hilft da der Hinweis, dass die Welt auch nicht untergeht, wenn es das Kind nicht aufs Gymnasium schafft? Oder dass auch nach Besuch von Realschule und später FOS ein Studium möglich ist?

Zum Glück gibt es auch Eltern, die ihr Kind trotz guter Noten nicht aufs Gymnasium schicken – weil auch eine gute Handwerksausbildung viel Wert ist. Man muss nicht um den heißen Brei herumreden: Noten bedeuten Druck und Stress. Doch eine Schule ohne Anstrengung und ohne Noten ist auch nicht sinnvoll. Beim Übertritt gibt es nur eine Alternative: Der Notenschnitt müsste entwertet werden. Dann würde der Übertritt vom Elternwillen abhängen. Ob das der bessere Weg ist, scheint angesichts des jetzt schon überbordenden Zulaufs auf Gymnasien rings um München fraglich.

Dirk Walter

Sie erreichen den Autor unter

Dirk.Walter@ovb.net

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