Notenbanken greifen an

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Negativzins in Japan. Japans Geschäftsbanken, die Geld bei der Notenbank parken, müssen künftig Zinsen bezahlen, statt welche zu bekommen.

Damit sollen die Geldhäuser dazu bewegt werden, verstärkt Kredite auszureichen, wodurch die anhaltende Wirtschaftsschwäche bekämpft werden soll. Die Europäische Zentralbank (EZB) geht den gleichen Weg – mit ähnlich geringen Aussichten auf Erfolg.

In Japan könnte EZB-Präsident Draghi eigentlich besichtigen, wohin diese Politik führt. Seit mehr als 20 Jahren bereits versucht man dort, mittels immer neuer Geldfluten der Deflation und damit einhergehender Investitionsschwäche zu begegnen. Alles was erreicht wurde, sind kurzfristige Befeuerungen der Aktienkurse.

Denn Unternehmen investieren nicht, nur weil das Geld billig ist. Und Menschen, deren Erspartes durch Jahrzehnte währende Null-Zins-Politik aufgezehrt wird, sind für konsumgetriebene Aufschwünge auch nicht mehr zu haben. Höchste Zeit für Notenbanken, die Grenzen ihrer Möglichkeiten zu erkennen. In Japan und in vielen Euro-Ländern bräuchte es strukturelle Reformen. Da ist die Politik gefordert – und nicht die Herren des Geldes, die sich fälschlich für allmächtig halten.

Corinna Maier

Sie erreichen die Autorin unter

Corinna.Maier@ovb.net

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