MORD IN CHEMNITZ: DER MUTMAßLICHE TÄTER YOUSIF A. WAR MEHRFACH VORBESTRAFT UND IN DEUTSCHLAND NUR GEDULDET

Körperverletzung, Drogenschmuggel, Verkehrsdelikte

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Das Opfer: Daniel H. (35) dpa

Chemnitz/München – Annaberg-Buchholz ist ein kleiner, beschaulicher Ort in der Nähe von Chemnitz.

Hier wohnt Yousif A., einer der beiden Männer, die den 35-jährigen Tischler Daniel H. am Sonntag mit fünf Messerstichen getötet haben sollen, in einer WG mit vier anderen jungen Migranten. Der Iraker soll nach Aussage von Bekannten 2015 nach Deutschland gekommen sein, sollte abgeschoben werden und erhielt nach einem Einspruch jedoch die Duldung.

Mittlerweile ist er mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung. Ein Gericht verurteilte ihn 2017 zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten, zur Bewährung ausgesetzt. Der 22-Jährige hatte in einem Asylbewerberheim andere Personen mit Pfefferspray angegriffen.

Doch das ist nicht der einzige Eintrag im Sündenregister. Anfang 2016 wurde er wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu einer Geldstrafe verurteilt. Im September 2016 folgte eine Geldstrafe wegen Sachbeschädigung, im gleichen Monat eine Geldstrafe wegen Drogenbesitzes. Im März 2017 wurde er wegen Drogenschmuggels zu 40 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt. So etwas nennt man wohl einen Serientäter.

Yousif A., ein gelernter Friseur, stammt aus dem kurdischen Teil des Iraks, also dem vergleichsweise sicheren. Eine Bekannte des Irakers erzählte „Bild“, dass er stets ein Messer bei sich trug, weil er angeblich mit viel Geld unterwegs gewesen sei. Das Messer sei nur zur Verteidigung, habe er ihr versichert. Doch wie ist das geregelt? Darf jeder ein Messer in der Öffentlichkeit tragen?

Ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums verweist auf das Waffengesetz: Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Messern, die erlaubt sind, die in der Öffentlichkeit nicht geführt werden dürfen und jenen, deren Erwerb und Besitz bereits verboten sind. Entscheidend für die Einordnung als Waffe sind meist die Länge der Klinge sowie die Funktionsweise des Messers.

So fallen Taschenmesser nicht unter das Waffengesetz, wenn sie nur mit beiden Händen ausklappbar sind. Dagegen können Teppich- oder Tauchermesser als Waffe eingestuft werden, wenn ihre Klingen länger als zwölf Zentimeter sind. Gesetzlich verboten sind in der Regel Butterflymesser, Fallmesser, Faustmesser und Springmesser. Auskunft darüber, ob ein Messer unter das Waffengesetz fällt, erteilt unter anderem die Webseite des Bundeskriminalamtes (www.bka.de).

Verstöße gegen das Führungsverbot nach dem Waffengesetz können ein Bußgeld bis zu 10 000 Euro sowie die Beschlagnahme des Gegenstandes nach sich ziehen. Der Umgang mit Messern ist laut Waffengesetz erst ab 18 Jahren erlaubt.  mm

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