BAUKINDERGELD

Nur ein kleiner Anreiz

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Die Obergrenze ist vom Tisch – und das ist gut so.

Zumindest beim Baukindergeld hat sich die Koalition geeinigt: Es bleibt beim Zuschuss von 12 000 Euro in zehn Jahren pro Kind, egal wie groß das Haus oder die Wohnung ist. Viele Hausbesitzer in spe hatte die geplante Begrenzung auf Wohnraum nur bis 120 Quadratmetern verunsichert. Denn das Baukindergeld ist bereits gedeckelt durch eine Einkommensgrenze von 75 000 Euro plus 15 000 Euro pro Kind. Wer damit einen Immobilienkauf plant, muss besonders im teuren München auf jeden Cent achten. 100 Euro pro Kind monatlich mehr können ein Anreiz sein, den Sprung ins Eigenheim zu wagen. Doch wer sich traut, landet schnell in Randlagen. Im S-Bahnbereich sind Häuser teuer. Viele Familien nehmen für mehr Platz lange Arbeitswege in Kauf. 120 Quadratmeter sind auf dem Land dann schnell erreicht.

Doch grundsätzlich löst das Baukindergeld das Problem Wohnraumknappheit nicht. Zuallererst braucht es schnell mehr Bauland. Und Bauen muss günstiger werden. Das Baukindergeld könnte sich dabei als kontraproduktiv erweisen. Verteuern Bauträger Immobilien um die Subvention, verfehlt sie komplett ihr Ziel. Einfacher und gerechter wäre es, an der Grunderwerbssteuer zu drehen. Bei einem Eigenheim von 400 000 Euro beträgt diese in Bayern 14 000 Euro. Ziemlich genau das Baukindergeld für ein Kind. Und unnötige Vorschriften könnten gelockert werden – und Bauen billiger machen.

Aglaja Adam

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politik@ovb.net

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