Zoff in Islam-Debatte

Grünen-Chef mit Forderung an Seehofer - die versetzt CSU-General in Rage

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Die Islam-Debatte um Horst Seehofer wird von den Grünen neu entfacht.

Die Parteichefs Seehofer und Habeck geraten in der Islam-Debatte aneinander. Wechselseitig werfen sie sich Spaltung vor. Der CSU-Generalsekretär reagiert verständnislos.

Berlin – Die Islam-Debatte um Horst Seehofer wird von den Grünen neu entfacht. Der Bundesvorsitzende Robert Habeck verlangte eine Entschuldigung des CSU-Chefs für den Satz, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. „Seehofers Satz sagt aus: Wir erkennen euch nicht an“, sagte Habeck der FAZ. „In einer Zeit, wo es Anschläge auf Moscheen gibt, ist das fatal für Menschen mit muslimischen Glauben und es sendet ein Signal der Spaltung aus. Vom Verfassungsschutzminister. Er sollte sich dafür entschuldigen und ihn zurücknehmen.“ Habeck sagte weiter: „Es sind spaltende, ausgrenzende Sätze, in einer Zeit wo wir Gemeinsinn neu formatieren müssen.

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Seehofer hatte die Debatte Mitte März in einem Interview entfacht. Seine Aussage: Der Islam gehöre nicht zu Deutschland, „Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland.“ Er werde diese Ansicht „nicht um ein Jota ändern“. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die SPD widersprachen ihm umgehend. „Es steht völlig außer Frage, dass die historische Prägung unseres Landes christlich und jüdisch ist“, sagte Merkel vergangene Woche in ihrer Regierungserklärung im Bundestag. „Doch so richtig das ist, so richtig ist es auch, dass mit den 4,5 Million bei uns lebenden Muslimen ihre Religion, der Islam, inzwischen ein Teil Deutschlands geworden ist.“

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Markus Blume, künftiger CSU-Generalsekretär

Führende CSU-Politiker stellen sich seit Tagen hinter Seehofer. CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte dem Münchner Merkur am Mittwoch, Habeck spreche mit gespaltener Zunge und sei „das Musterbeispiel eines Salon-Populisten: moralisch verbrämt Debattenverbote erteilen und Meinungsvorschriften machen. Das ist spalterisch und antipluralistisch.“ Es sei „eine Unverschämtheit zu fordern, dass Horst Seehofer und mit ihm die Mehrheit der Bürger in diesem Land sich für ihre richtige Haltung entschuldigen müssten“, sagte Blume.

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