Gauck: Versöhnungsbrief an Putin

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70. Jahrestag der Leningrader Befreiung

Belagerung der Stadt durch die Wehrmacht forderte eine Million Todesopfer

Berlin – Bundespräsident Gauck hat zum 70. Jahrestag der Befreiung Leningrads an Russlands Präsidenten Putin geschrieben. „Ich kann nur mit tiefer Trauer und mit Scham an den Vernichtungskrieg Nazi-Deutschlands gegen die Sowjetunion denken“, schrieb Gauck. Die mehr als zweijährige Belagerung Leningrads – des heutigen Sankt Petersburgs – sei Teil der „verbrecherischen Kriegsführung“ gewesen, „welche die nationalsozialistische Führung gerade im Kampf gegen die Sowjetunion ganz bewusst betrieb“.

Deutschland sei sich seiner geschichtlichen Verantwortung für das Leid bewusst, das den Leningradern angetan worden sei, schrieb Gauck. Der Zweite Weltkrieg habe tiefe Wunden im Verhältnis zwischen Deutschland und Russland hinterlassen. Deshalb sei jeder Schritt der deutsch-russischen Versöhnung besonders hoch einzuschätzen.

In St. Petersburg wurde mit Kranzniederlegungen und einer Parade historischer Militärfahrzeuge der Opfer der Blockade gedacht. „Es ist unsere Pflicht, an die damaligen Bewohner und ihren Sieg über den Faschismus zu erinnern“, sagte Putin auf dem Gedenkfriedhof Piskarjowskoje.

Am 27. Januar 1944 hatten Sowjettruppen die letzten deutschen Soldaten aus ihren Stellungen um die Stadt vertrieben. Bei der rund 900 Tage langen Blockade, die als schweres Kriegsverbrechen gilt, starben über eine Million Menschen. Auch wegen ihrer starken Rüstungsindustrie wollte Hitler die Stadt dem Erdboden gleichmachen. Mehr als 100 000 „Blokadniki“, wie die Überlebenden der Blockade sich nennen, leben noch heute in der Stadt.

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